Vierte Overtime-Niederlage in Serie - Verlängerung passt nicht zu den Starbulls Rosenheim

Auch Enrico Henriquez Moralesscheiterte an Gäste-Tormann Marc-Michael Henne.

Der erste Teil der Saison 2019/20 in der Eishockey-Oberliga Süd ist abgeschlossen. Die Mannschaften haben gegen jeden ihrer Gegner einmal zuhause und einmal auswärts gespielt, was gewisse Aufschlüsse über die Stärken und Schwächen der Liga möglich macht.

Rosenheim– Tatsache ist, dass für alle (außer vielleicht das abgeschlagene Schlusslicht Höchstadt) noch einiges möglich ist, sowohl positiv als auch negativ, auch wenn das Tabellenbild nicht mehr ganz so eng ist wie noch vor einigen Wochen, als zwischen Platz neun und Platz zwei manchmal nur drei bis fünf Punkte Differenz lagen.

Klarer Rückschritt gegenüber dem Vorjahr

Vergleicht man die Rosenheimer Bilanz mit der entsprechenden des Vorjahres, muss man einen klaren Rückschritt konstatieren. Letzte Saison lagen die Starbulls nach 22 Partien auf dem zweiten Platz und hatten 17 Spiele gewonnen und nur fünf verloren. Allerdings folgte dann die berüchtigte „Dezember-Krise“ mit acht Niederlagen in neun Spielen, sodass die Starbulls die Vorrunde nur auf Rang fünf abschlossen. Diesmal liegen sie mit je elf Siegen und Niederlagen nur auf dem sechsten Rang, wodurch zur Abwechslung ein „Dezember-Lauf“ nicht das Schlechteste wäre…

Kapriolen der verschiedenen Teams

Ermutigend aus statistischer Sicht ist, dass man gegen die Teams, denen man nun bis zum Vorrundenende weitere zweimal gegenübersteht (und die kurioserweise alle im Norden oder Osten Bayerns beheimatet sind) im bisherigen Verlauf besser abgeschnitten hat als gegen die südwestliche „Allgäu-Oberland-Connection“. Sechs Drei-Punkte-Siegen gegen Regensburg, Höchstadt & Co. in zehn Partien stehen nur vier Niederlagen gegenüber, bei denen man ebenfalls zweimal punkten konnte, während man sieben der zwölf Begegnungen gegen die anderen sechs Klubs verlor und nur drei in regulärer Spielzeit gewann. Allerdings: Die Regensburger, gegen die die Bilanz bisher makellos ist, sind nicht mehr mit der Truppe vergleichbar, die zwischendurch bis auf den vorletzten Platz durchgereicht worden war! Aber welche Kapriolen die Teams nach wie vor schlagen, zeigte sich am Freitag wieder: Die Füssener, die vor einigen Wochen in Rosenheim noch fast zweistellig verloren hatten, siegten in Deggendorf mit 6:3! Und am Sonntag konnte man sehen, dass die Rosenheimer 5:9-Niederlage in Sonthofen nicht nur auf die desolate Leistung der mental angeschlagenen Starbulls zurückzuführen war. Die Allgäuer überrannten bei ihrem 6:4-Sieg die gastgebenden Weidener mit vier Treffern binnen achteinhalb Minuten zum 4:1.

Die bisher unverdienteste Niederlage

Die Starbulls-Niederlage gegen Memmingen war wohl die unverdienteste bisher. Zuerst den Gegner praktisch an die Wand gespielt, dann ein Zufallstor kassiert, bei dem man eigentlich niemandem einen Vorwurf machen konnte, den Ausgleich in der 41. Minute kassiert und in der Folge dreimal nach tollen Angriffen am Torgestänge gescheitert, während der entscheidende Penalty genau von diesem Gestänge ermöglicht wurde – unglücklicher kann ein Spiel einfach nicht laufen! Und dass es in der Verlängerung nicht zum Zusatzpunkt reichen würde, durfte nicht überraschen, denn Verlängerung ist nicht das Ding der Starbulls. Seit Jahren (auch schon in den letzten Zweitliga-Spielzeiten) ist die Rosenheimer Bilanz dabei negativ, und auch in der laufenden Saison geht es wieder den Bach runter. Auf zwei Penalty-Siegen zum Auftakt (darunter der „epische“ Sieg im 24. Versuch in Garmisch) folgten vier Begegnungen, in denen man entweder die Drei-gegen-Drei-Overtime nicht überstand oder – wie am Sonntag – im Penaltyschießen den Kürzeren zog. Da kann man nur voller Neid nach Selb blicken, wo die Wölfe aus sechs Overtimes auch sechs Zusatzpunkte holten. Der Gegenentwurf dazu sind übrigens die Füssener, die in allen fünf Verlängerungen leer ausgingen.

Das erste Tor der Partie bedeutet wenig

Ein paar interessante Details zum Schluss: Ob die Starbulls zuhause oder auswärts 2:0 in Führung gehen, ist nicht dasselbe. Von sieben Spielen auf eigenem Eis verloren sie noch zwei (allerdings erst in der Overtime), während sie fünf der sechs Partien gewannen, in denen sie in fremder Halle mit zwei Toren Differenz in Führung lagen. Das erste Tor in einer Partie bedeutet dagegen wenig für den Ausgang: 13 Mal schossen die Starbulls das 1:0, sieben Spiele gewannen sie; neunmal ging der Gegner mit 1:0 in Führung, gewann aber nur fünf dieser Spiele. Übrigens sind die Sonthofener die Einzigen, die heuer in Rosenheim das erste Tor erzielten; allerdings verloren sie 1:2. Und die 14 Treffer beim 9:5 in Sonthofen waren die zweitmeisten auswärts in der Rosenheimer Oberliga-Geschichte. Nur am 18. Januar 2008 fielen beim Starbulls-Gastspiel in Füssen (11:5 zugunsten der Gastgeber) noch mehr Tore. In Sonthofen sind torreiche Starbulls-Spiele nicht selten: Letzte Saison gab es 13 beziehungsweise elf Treffer zu bewundern, wobei Baindl & Co. mit jeweils acht den Löwenanteil hatten.

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