Viele Starbulls-Tore und -Gegentore: Ein ganz schön wildes Eishockey-Wochenende

Sieben Tore durften die Starbulls-Spieler und -Fans im Heimspiel gegen Regensburg bejubeln. Alexander Höller (rechts) jubelt über das Tor von Kumeliauskas (77). Ziegler

Nach dem letzten Wochenende, als es die Starbulls mit zwei in der Tabelle weiter vorn platzierten Teams zu tun hatten, waren diesmal zwei Gegner an der Reihe, die in dieser Saison die Erwartungen noch nicht ganz (Peiting) oder überhaupt nicht (Regensburg) erfüllten. Und es war ein ganz schön wildes Wochenende!

Rosenheim – Mit einem gewissen Umschwung, denn noch vor zwei Wochen waren die Starbulls zwar defensiv das beste Team der Oberliga Süd, in der Torproduktion haperte es jedoch oft gewaltig. Dies hat sich nun ziemlich gewandelt. Angefangen mit den neun Toren gegen Füssen in der Deutschland-Cup-Woche kann man über die Zahl der erzielten Treffer (vier, fünf, sieben und nochmal fünf) nicht klagen, wodurch das Sicinski-Team auch die drittmeisten Tore (hinter Tabellenführer Deggendorf und dem Vorletzten Regensburg) erzielt hat.

Zweifel an der Torschuss-Statistik in Peiting

Defensiv läuft es nicht mehr ganz so gut: sechs, drei und sieben Gegentreffer in den letzten drei Partien, und plötzlich haben nach aktuellem Stand gleich fünf Kontrahenten weniger Tore zugelassen als Rosenheim. Speziell für Luca Endres, vor einer Woche noch mit dem niedrigsten Gegentorschnitt aller regelmäßig eingesetzten Goalies gesegnet, lief es mit sechs Einschlägen in 41 Minuten nicht besonders gut – ähnlich übrigens wie für den Gegner am Freitag: Da verließ Patrick Berger, sonst bei Landshut eine Klasse höher tätig, seinen Kasten nach fünf Gegentoren schon nach 27 Minuten.

Sehr irreführend fiel allerdings die Torschuss-Statistik aus (nicht zum ersten Mal in Peiting). Dort hätte Endres in 41 Minuten nur vier von elf Schüssen gehalten; Lukas Steinhauer hätte im Rest des Spieles angeblich nur einen einzigen Schuss aufs Tor bekommen! Gesamtschussbilanz des Matches: nur zwölf Schüsse aufs Rosenheimer Tor in einem Spiel, in dem es pausenlos hin und her ging – wer es glaubt, wird selig. Statistiken sollten, um Aussagekraft zu besitzen, auch stimmen!

Tore-Hin-und-her gegen Regensburg

Die wildeste Passage des Wochenendes war zweifellos die Schlussphase des ersten Drittels gegen Regensburg plus die erste Minute nach Wiederbeginn mit einem „Tore-Hin-und-her“ sondergleichen. Erst zwei Rosenheimer Treffer in knapp zwei Minuten, unmittelbar (32 Sekunden später) beantwortet durch einen Doppelschlag von Eisbären-Kapitän Peter Flache binnen 54 Sekunden, gefolgt von Vollmayers erneutem Führungstor genau eine Minute später (und 65 Sekunden vor Drittelende) und als Krönung schließlich Fabian Zicks 4:2 17 Sekunden nach Wiederbeginn. Fünf Tore in 4:17 Minuten beziehungsweise sechs in 5:39 Minuten, da hatte der Statistiker einiges zu durchforsten.

Kurzes Fazit einer langen Suche: Die Fünf-Tore-Lawine wurde letzte Saison einmal getoppt, allerdings einseitiger als diesmal: Beim 8:1 gegen Höchstadt fielen fünf Tore sogar binnen 3:49 Minuten, vier für die Starbulls, darunter Chase Witalas legendärer Rekord-Hattrick binnen 3:28 Minuten, unterbrochen von einem Gegentreffer. Beim wechselseitigen Sixpack war es da schon wesentlich schwieriger. Zurück bis zur Saison 2009/10 gab es nur einen einzigen vergleichbaren Torewirbel, und zwar am 27. Februar 2015 in der DEL2. Damals fielen bei der 2:8-Niederlage der Starbulls in Bremerhaven sechs Tore binnen 5:57, vier für die Fischtown Pinguins, dazwischen durch Tyler McNeely und Sergio Somma zwei für Rosenheim.

Sechs Rosenheimer Tore in acht Minuten

In der Oberliga war das schnellste Sechs-Tore-Bündel ein noch einseitigeres. Am 3. Dezember 2017 machte der Miesbacher Kapitän und Ex-Rosenheimer Peter Kathan den Fehler, die Starbulls zu Beginn des Mittelabschnitts mit dem 2:1-Führungstreffer für sein Team aufzuwecken. Das Ergebnis: Fünf Rosenheimer Tore in schneller Folge auf dem Weg zum 11:3-Endstand, wobei für die sechs Tore 8:04 Minuten nötig waren.

Blackouts wie beim Heimspiel gegen Selb

Allerdings leisteten sich die Starbulls zwei Tage später einen ihrer unseligen Blackouts wie vor Wochen beim Heimspiel gegen Selb, als dem EC Peiting ebenfalls drei Tore in (drittelübergreifend) nur 2.02 Minuten gelangen.

Besonderes Spiel für Simon Heidenreich

Während das Rosenheimer Überzahlspiel an diesem Wochenende nicht so toll funktionierte (ein Treffer in sechs Powerplay-Phasen bei einem Unterzahl-Gegentreffer), fiel auf, dass nach zwei Toren in Selb auch gegen Regensburg wieder eines bei angezeigter Strafzeit des Gegners gelang, was sonst eher selten der Fall ist. Diesmal lief Schiedsrichter Gossmann schon Gefahr, einen eingeschlafenen Arm zu bekommen, denn über 40 Sekunden lang spielten Daxlberger & Co. ihren Vorteil aus, ehe Simon Heidenreich zum 6:2 traf.

Für Heidenreich war das Spiel sicher ein besonderes, denn für zwei Tore und eine Vorlage in einem Match ist er eigentlich nicht bekannt. Das waren immerhin drei Scorerpunkte mehr als für die beiden restlos enttäuschenden Kontingent-Spieler der Eisbären, Gajowski und Divis, zusammen, die immerhin Rang drei und fünf der Liga-Scorerliste belegt hatten.

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