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Freundschaftsspiel 60 Rosenheim gegen 60 München

Viele einheimische Fußballer spielten in beiden Vereinen: Schwelgen in Sechziger-Erinnerungen

Julian Weiglspielte bei beiden Vereinen.
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Julian Weiglspielte bei beiden Vereinen.

Der TSV 1860 Rosenheim und der TSV 1860 München haben nicht nur das Gründungsjahr gemein. Wenn sich beide Teams am, Samstag, 14 Uhr, zum 100-jährigen Bestehen der Rosenheimer Fußballabteilung im Jahnstadion gegenüberstehen, dann schlagen auch bei einigen bekannten Kickern aus der Region zwei Herzen in der Brust.

Rosenheim– Denn es gibt viele in Rosenheim bekannte Namen, die in beiden Trikots gesteckt sind. Den Anfang machten Münchner Kicker, die dann bei 1860 Rosenheim im höherklassigen Amateurbereich spielten, im Laufe der Jahre wechselten aber auch immer mehr junge Rosenheimer nach München und versuchten dort ihr Glück – mal mehr, mal weniger erfolgreich.

Die ersten Löwen kamen 1976 nach Rosenheim

Mit Wolfgang Ling und Torwart Hugo Robl kamen 1976 zwei prominente Münchner nach Rosenheim. Ling kam direkt von den Löwen, blieb aber nicht lange an der Jahnstraße. Bei Robl sollte es hingegen eine lange Verbundenheit bleiben: Der Torhüter, der 1973 von 1860 München zum FC Bayern wechselte und dort drei Europacup-Triumphe als Ersatzmann von Sepp Maier feiern durfte, blieb 14 Jahre lang ein Erfolgsgarant im Rosenheimer Kasten – und den Sechzigern danach als Trainer und Jugendleiter treu. Ebenfalls ein Glücksfall für Rosenheim war Bernd Weiß, der in der Jugend für die Löwen spielte und dann – wie Robl – zum FC Bayern gewechselt war. Anfang der 80er-Jahre kam Weiß zum damaligen Bayernligisten 1860 Rosenheim. 1990 war er wieder zurück und rettete die Sechziger vor dem Abstieg aus der Landesliga. Danach war er in zwei Etappen fast zehn Jahre lang als Trainer an der Jahnstraße tätig und schaffte zwei Mal den Aufstieg in die Bayernliga.

Höhepunkt: Jugend-Derbys gegen Bayern München

Zu dieser Zeit waren auch schon junge Spieler von Rosenheim nach München gewechselt. Christoph Schiller und Stefan Mayr vereinte, dass sie von der Jugend in München auch übernommen wurden. „Ich bin in der A-Jugend als letzter Mann in den Kader gerutscht, habe mich dann durchgebissen und bis auf das erste Saisonspiel immer gespielt“, so Schiller, der sich an Jugend-Derbys gegen den FC Bayern erinnert: „Vor 1500 Zuschauern unter den Augen von Heynckes und Hoeneß.“ Danach war Schiller einer von vier Spielern, die in den Herrenbereich übernommen wurden, ist dann sogar in den Kader der ersten Mannschaft aufgerückt: „Karsten Wettberg ist dann als Trainer gekommen, da waren beim Training schon mal 1000 Fans. Wir sind dann in die 2. Bundesliga aufgestiegen, ich habe aber kein Spiel bestritten.“ Schiller habe dann „gemerkt, dass ich den Sprung nicht schaffe“ und ist über die Zwischenstation Sendling bei 1860 Rosenheim gelandet. Er blickt gerne auf seine Löwen-Zeit zurück: „Es war ein Erlebnis, mit Spielern wie Walter Hainer, Thomas Miller oder Roland Kneißl zu trainieren. Die waren als Typen super, hatten aber auch eine überragende Einstellung. Was ich da gelernt habe, das konnte ich auch später im Beruf brauchen.“

Auch Mayr verbuchte seine drei Jahre in München als „wahnsinnige Erfahrung. Ich habe interessante Leute kennengelernt.“ Mayr war in München, als Karl-Heinz Wildmoser Präsident wurde: „Da ist es aufgegangen, das hat man richtig gespürt.“ Und er durfte unter Trainer Werner Lorant ein Testspiel mit den Profis mitmachen: „4:2 gewonnen bei Hannover 96, die waren amtierender DFB-Pokalsieger.“

Teilweise fuhren Schiller und Mayr gemeinsam nach München, später spielten sie in Rosenheim zusammen – mit großem Erfolg, wie Aufstiege in die Bayernliga und die Teilnahme am DFB-Pokal beweisen. „Wenn es als Truppe passt, dann kann man viel erreichen“, sagt Mayr. Und auch Schiller schwärmt von der Kameradschaft: „Die war richtig geil, wir haben brutal zusammengehalten. Daraus sind richtige Freundschaften bis heute entstanden.“

Davon erzählt auch Matthias Linnemann. „In München war es sehr familiär, in Rosenheim sowieso“, sagt Linnemann, der in der B- und A-Jugend bei den Löwen kickte. „Wir sind bayerischer Meister geworden“, erinnert er sich. Und: „Bei Präsident Wildmoser waren wir in dessen Gasthaus zur Weihnachtsfeier eingeladen. Das ist für einen Jugendspieler schon etwas Besonderes.“ Er kennt aber auch die Anstrengungen: „Viermal die Woche rauffahren, teilweise während der Ausbildung, ist nicht gerade einfach.“ Gleiches durften auch Christian Hofmann oder Rudi Schlosser durchmachen, die dann in Rosenheim über viele Jahre Leistungsträger waren. Viele junge Spieler folgten.

Der große Traum vom Profi erfüllte sich auch: Manfred Burghartswieser spielte bei den Löwen in der Jugend und stand 1994/95 auch im Zweitliga-Kader. Über Augsburg und Wacker Burghausen kam er dann nach Rosenheim, wo er von 2003 zunächst als Spieler, dann als Spielertrainer und bis 2010 als Trainer tätig war. Größter Erfolg: der Bayernliga-Aufstieg 2009. Michael Kokocinski spielte von 2004 bis 2006 und 2014 bis 2016 für die Löwen im Herrenbereich, dazwischen von 2010 bis 2014 in Rosenheim – und führte die Truppe als Kapitän in die Regionalliga. Maximilian Nicu spielte an der Jahnstraße in der Jugend und später für die Münchner Löwen in der Saison 2012/13 in der 2. Bundesliga. Für beide Sechziger war Leonhard Haas im Jugendbereich aktiv: Von Rosenheim wechselte er nach München, wo er mit Benny Lauth und Andreas Görlitz kickte. „Wir waren oft als Ballbuben bei den Bundesliga-Spielen im Stadion. Da waren richtig gute Spieler in der ersten Mannschaft“, blickt Haas zurück. Von 1996 bis 1998 spielte er in Blau, ehe er zum FC Bayern wechselte. Aus der Löwen-Zeit blieb ihm ein Pokal: „Den habe ich beim internen Karaoke-Wettbewerb gewonnen, der steht heute noch bei mir.“ Haas trug im Junioren-Bereich das DFB-Trikot, Julian Weigl spielte auch später für die deutsche Nationalmannschaft. In Rosenheim spielte er von 2006 bis 2010 im Nachwuchs und wechselte dann zu den Löwen, wo er bis 2015 blieb und sogar Kapitän in der 2. Bundesliga war.

Der aktuelle Kapitän des Regionalligisten 1860 Rosenheim heißt Christoph Wallner. Auch er hat eine Löwen-Vergangenheit, spielte in der A- und B-Jugend in München. Gleiches gilt für Maximilian Mayerl, seit Jahren ein fester Bestandteil im Rosenheimer Kader. Und für eine Saison war auch Goalgetter Danijel Majdancevic ein Löwe. Er spielte 2008/09 bei der „Zweiten“, ehe er nach Rosenheim wechselte – auch ein Glücksgriff aus München.

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