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Viel vom Vater gelernt

Josef "Pepi" Ferstl meisterte erstmals die "Streif".
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Josef "Pepi" Ferstl meisterte erstmals die "Streif".

Wie sich die Zeiten ändern: Als Josef "Pepi" Ferstl an seinem ersten alpinen Skirennen am Lift in Vorauf (Siegsdorf) teilnahm, "da war das für mich ganz schön steil". Der inzwischen 23-jährige Sportler des SC Hammer meistert mittlerweile ganz andere Schwierigkeiten: Am vergangenen Wochenende bewältigte er erstmals in seiner Karriere das legendäre Weltcup-Abfahrtsrennen auf der "Streif" in Kitzbühel - und die ist selbst für die Stars "richtig steil".

Ferstl belegte den 47. Platz - nur eine Sekunde fehlte zu Platz 15, und selbst zu Rang acht - den Teamkollege Stephan Keppler (Ebingen) erkämpfte - fehlten dem jungen Sportler aus Abstreit bei Traunstein weniger als 1,5 Sekunden.

"Die Leistungsdichte im Weltcup bei den Männern ist schon brutal", zeigte er sich auch Tage danach immer noch beeindruckt. Brutal ist aber auch die Strecke selbst: "Mausefalle, Starthang und Steilhang sind schon heftig. Die Schlüsselstellen sind aber die Hausbergkante und die Traverse", weiß er.

Neben seinen Trainern im Team hatte "Pepi" noch einen weiteren guten Ratgeber: Seinen Papa Sepp Ferstl - denn der hatte 1978 und 1979 jeweils in Kitzbühel gewonnen. "Er war mein wichtigster Trainer", betont der Junior, "mit zwei Jahren bin ich das erste Mal mit ihm zum Skifahren gegangen". Bis Pepi 13, 14 Jahre alt war, blieb Papa Ferstl - auch bei der damaligen TG Trauntal - der entscheidende Betreuer. Es folgten andere, "und die waren natürlich auch wichtig", lobt der 23-Jährige.

Bis zu etwa diesem Alter konkurrierte übrigens noch der Fußballsport mit dem alpinen Skisport. "Ich habe beim ESV Traunstein gespielt, und der Fußball war mir schon sehr wichtig", so der ehemalige Verteidiger. Erst Probleme mit der Wachstumsfuge entschieden letztlich für den Skisport.

Ferstl wechselte von der Schule in Traunstein an die Christophorusschule nach Berchtesgaden. "Nur dort hat man die Möglichkeit, seinen Sport voll auszuüben", betont er. Denn als es allmählich zu den ersten Rennen im Europacup ging, "hatte ich mal in einem Jahr 76 Fehltage. Das kann man nur dort nachholen". In der CJD-Schule gibt es Nachholunterricht und die Möglichkeit, Schulaufgaben nachzuschreiben. Nach der mittleren Reife wechselte der junge Sportler im August 2006 zum Zoll.

Etwa in diesem Alter entscheidet sich, ob ein alpiner Skisportler sich eher für die technischen Disziplinen oder die "Speed-Rennen" (Super-G und Abfahrt) spezialisiert. Die Grundlage bilden aber immer die technischen Disziplinen: "Du musst einfach sehr gut auf dem Ski stehen. Fehler wirken sich bei den schnellen Disziplinen viel gravierender aus, weil du mit 130 statt mit 60 Stundenkilometern den Hang herunterfährst."

Beim Zoll "ist die Förderung sehr gut, aber natürlich musst du auch deine Ausbildung gut machen", so Ferstl, der inzwischen zum Zolloberwachtmeister avanciert ist. Zudem bietet der Zoll auch einen Teil der finanziellen Absicherung, "denn die Kosten sind schon sehr hoch, wir müssen ja auch für das Trainingslager im Sommer in Chile einen Beitrag leisten" - das kann der Deutsche Skiverband allein nicht bezahlen.

Für Ferstl gab es auch Rückschläge. In dem Jahr, als er an der Junioren-WM teilnahm "hatte ich insgesamt eine schlechte Saison". Die Folge: Er flog aus dem DSV-Kader - die Unterstützung durch den Zoll aber blieb. "Und dann habe ich mit meinem Papa und meinem Bruder trainiert." Das zahlte sich aus, "denn ich bin stärker zurückgekommen, als ich es zuvor gewesen war".

Hilfreich dabei war die Erfahrung, dass auch Papa Sepp Ferstl in seiner Karriere mal aus dem Kader geflogen war - und es dann doch zum Kitzbühel-Sieger brachte. "Was er mir erzählt hat, hat mich immer interessiert. Und die zwei Pokale von ,Kitz' sind schon der Wahnsinn ..."

Stück für Stück will sich "Pepi" nach vorne arbeiten, hat auch inzwischen die nötige Muskelmasse aufgebaut (90 Kilogramm Gewicht bei 1,79 Meter Größe). Im Rahmen des Europacups hofft er auf weitere Spitzenplatzierungen - unter anderem am 11. Februar bei der Abfahrt in Sotschi (Russland), wo er schon im Vorjahr erstmals gefahren war. Auch 2014 will er dort antreten - dann aber bei den Olympischen Spielen. who

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