Verrückte Spiele und viele Tore

Zwölf Toreund damit auch an der Spitze der Torjägerliste: SBR-Neuzugang Marko Dukic (links), der hier von Thomas Ofenmacher beglückwünscht wird. Ruprecht

Rosenheim/Ampfing/Traunstein – Kantersieg, überraschende Resultate und hochdramatische Spielverläufe – die Herbstrunde der Fußball-Landesliga Südost verlief bislang richtig spannend und teilweise auch verrückt.

Mittendrin: die Mannschaften aus dem Fußball-Kreis Inn/Salzach. Denn gerade der SV Erlbach, SB Chiemgau Traunstein, FC Töging, SB/DJK Rosenheim, TSV Kastl und TSV Ampfing mischten in dieser Hinsicht kräftig mit.

Die beste Platzierung aus diesem Sextett hat der SV Erlbach inne, der mit sechs Zählern Rückstand auf Spitzenreiter TSV Eintracht Karlsfeld den zweiten Rang einnimmt, allerdings fünf weitere Mannschaften im Bereich von vier Zählern im Nacken hat. Die Holzland-Truppe hat mit zwölf die zweitmeisten Siege nach Karlsfeld (13) eingefahren und weist mit 24 Zählern aus elf Spielen die zweitbeste Heimbilanz auf. Zwischenzeitlich gab es für den SVE mal vier Siege ohne Gegentreffer.

Kurios verlief die Runde bislang für den SB Chiemgau Traunstein: Nach dem Fehlstart mit drei Niederlagen und 0:14 Toren übernahm ein Triumvirat und brachte den SBC wieder in die Spur, ehe Rainer Elfinger als Coach übernahm und die Traunsteiner auf Rang fünf mit zwei Zählern Rückstand auf Erlbach führte. Auch hier kann man auf die Heimstärke bauen, in elf Spielen gab es 24 Punkte.

Drittbestes Inn/Salzach-Team ist der FC Töging auf dem neunten Rang. Die Mannen vom Wasserschloss haben fünf Zähler weniger als Erlbach, allerdings auch nur acht Punkte Vorsprung auf die Abstiegszone. Töging ist eine Serien-Mannschaft, denn zum Start gab es vier Spiele ohne Sieg, danach neun Spiele mit acht Siegen (unterbrochen von einem 0:1 gegen Kirchheim), ehe sechs Spiele ohne Dreier folgten. Diese Serie beendete man mit einem 1:0 über Erlbach zum Jahresausklang. Mit 16 Punkten aus zehn Spielen ist man zweitstärkstes Auswärtsteam.

Rang elf steht für den SB/DJK Rosenheim zu Buche, dem zu Saisonbeginn eine schwere Spielzeit prophezeiht wurde. Es gab dann auch vier Punkte aus den ersten fünf Spielen, ehe die Mandl-Truppe loslegte und zehn Zähler aus den folgenden vier Spielen holte. Nach dem Sieg über Spitzenreiter Karlsfeld zum Rückrundenstart durfte man von mehr träumen, wurde aber durch drei Niederlagen am Stück wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Die SBR-Spiele waren für die Zuschauer unterhaltsam, denn die Rosenheimer haben mit 45 die meisten Tore geschossen, mit 52 aber auch die meisten kassiert.

Auf einem Relegationsplatz steht der TSV Kastl, dem aber nur ein Punkt zum rettenden Ufer fehlt, Zwischendurch setzte es mal vier Niederlagen am Stück, die eine bessere Platzierung verhinderten. Die Kastler Achillesferse ist die Defensive, denn mit 47 Gegentoren gab es die zweitmeisten im bisherigen Saisonverlauf.

Aufsteiger TSV Ampfing steckt ebenfalls im Ab stiegskampf und steht auf einem Relegationsrang. Die Schweppermänner haben eine verheerende Auswärtsbilanz mit nur zwei Punkten und 9:33 Toren in elf Spielen. Dass man dennoch Chancen auf den Klassenerhalt hat – auf einen Nichtabstiegsrang fehlen vier Zähler – liegt daran, dass man zwischendurch mal fünf Heimsiege en suite feiern konnte.

Insgesamt fielen 3,23 Tore pro Spiel – auch hier hatten die Inn/Salzach-Vereine den Bärenanteil, waren sie doch an den deutlichsten Resultaten beteiligt. Beispiele gefällig? Dachau – Töging 4:4, Landshut – Traunstein 8:0, Erlbach – Waldkirchen 6:0, Rosenheim – Kastl 6:0, Erlbach – Freising 0:6, Rosenheim – Unterföhring 6:3, Rosenheim – Traunstein 6:2, Rosenheim – Ampfing 5:3, Ampfing – Töging 5:4, Holzkirchen – Rosenheim 8:0, Rosenheim – Kirchheim 4:8. Dieses Spiel hatte auch den kuriosesten Verlauf, als der SBR 1:0 führte, dann mit 1:4 im Rückstand lag, zum 4:4 egalisierte und doch mit 4:8 verlor. Nicht von schlechten Eltern war auch die SBR-Partie gegen Ampfing, als die Schweppermänner schon 3:0 vorne lagen und Rosenheim dann 5:3 siegte.

In der Inn/Salzach-Wertung liegt Rosenheim mit zwölf Punkten aus fünf Spielen vor Kastl (zehn Punkte in sechs Spielen), Töging (zehn Punkte in sieben Spielen), Erlbach (neun Punkte in sechs Spielen), Traunstein (sieben Punkte in sechs Spielen) und Ampfing (vier Punkte in sechs Spielen).

Kurz zu den Nicht-Inn/Salzach-Vereinen: Spitzenreiter Karlsfeld hat die beste Auswärtsbilanz mit 20 Punkten aus elf Spielen, beste Heimmannschaft ist der TSV Grünwald mit 28 Zählern aus zwölf Partien. Die Mannen aus dem Münchner Nobelort sind in acht Spielen ohne Gegentreffer geblieben. Die wenigsten Gegentore kassierte allerdings Freising mit 19 in 21 Begegnungen. Bayernliga-Absteiger Holzkirchen kassierte zwischendurch sechs Niederlagen am Stück, weshalb man auch wieder gegen den Abstieg kämpft. Der zweite Ex-Bayernligist, der FC Unterföhring, hat acht Remis auf dem Konto und damit sicherlich eine bessere Platzierung verpasst. Die SpVgg Landshut steht überraschend weit hinten, bei zwischendurch neun sieglosen Spielen aber auch kein Wunder. Mit dem TSV Waldkirchen klebt ein weiterer Niederbayern-Vertreter am Tabellenende – und das, obwohl es zum Start sieben Punkte in vier Spielen gab. Seit dem 27. Juli wartet man aber auf einen Dreier, seitdem gab es vier Unentschieden und 13 Niederlagen.

Torschützenliste

12 Tore:Marko Dukic (SB/DJK Rosenheim), Andre Gasteiger (TSV Eintracht Karlsfeld), Martin Stefcak (FC Töging).

10 Tore:Nasrullah Mirza (FC Unterföhring), Timo Pagler (TSV Kastl), Peter Schmöller (Kirchheimer SC).

9 Tore:Sebastian Hager (SV Erlbach), Maximilian Stapf (TSV Grünwald).

8 Tore:Sean Erten (TuS Holzkirchen), Andreas Faber (FC Unterföhring), Endurance Ighagbon (SV Erlbach).

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