Verletzung kostet Sieg und WM-Chancen

Er lag in Inzell klar auf Siegeskurs, dann bremste ihn eine Verletzung aus: Günter Traub.
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Er lag in Inzell klar auf Siegeskurs, dann bremste ihn eine Verletzung aus: Günter Traub.

Pech auf seiner Hausbahn hatte Eisschnellläufer Günter Traub: Bei den Masters Sprint Classics in Inzell lag er in der Altersklasse 75 klar auf Siegeskurs, dann stoppte ihn eine Verletzung. Beim Ehrenmitglied des DEC Inzell brach am zweiten Wettkampftag bei seinem Start über 500 Meter nach den ersten schnellen Startschritten seine alte Leistenzerrung wieder sehr schmerzhaft auf.

Bitterer als der entgangene Sieg in der Max-Aicher-Arena ist für ihn aber, dass nun voraussichtlich auch die weitere Saison beendet ist.

Da er offenbar tiefere innere Einblutungen in seine Leisten-Muskulatur erlitt, steht hinter seinen weiteren Wettkampf-Teilnahmen dieser Wintersaison ein großes Fragezeichen.

Ohne dieses Handicap hätte Traub beste Chancen gehabt, die Masters-WM-Titel bei den in viereinhalb Wochen stattfindenden Sprint-Weltmeisterschaften (Baselga di Pine, Italien) und bei den eine Woche später bei den Masters-Weltmeisterschaften in Leeuwarden, (hier sind seine besseren Strecken 1500 und 3000 Meter im Vierkampf) in Holland zu gewinnen.

Zum Abschluss der Saison hätten danach in Holland auf der sehr schnellen Eisschnelllaufbahn von Heerenveen noch Rekordläufe über die längeren Strecken 5000 und 10 000 Meter auf seinem Programm gestanden.

Dass er gut in Form war, bewies er in Inzell am ersten Wettkampftag. Er führte auf seiner Heimatbahn dank seiner guten Leistungen (500 Meter in 50,39 Sekunden und 1000 Meter in 1:38,42, Minuten) mit großem Vorsprung auf seinen russischen Konkurrenten Sergej Schklyjajew, der 2015 diesen beliebten Wettbewerb in Inzell gewonnen hatte und der auch im Jahr 2015 Weltmeister in der AK 75 geworden war.

Trotz vorsichtigem Start und damit langsameren ersten 200-Meter-Startzeiten als sein russischer Konkurrent konnte Günter Traub am ersten Wettkampftag die 1000-Meter-Strecke in 1:38,42 Minuten in neuer deutscher Jahresbestzeit beenden. Er siegte mit über zwei Sekunden Vorsprung vor Schklyjajew.

Und mit dieser Leistung war der gebürtige Schweinfurter um 4,24 Sekunden schneller als eine Woche vorher in Erfurt bei den deutschen Masters-Meisterschaften.

Dann aber verletzte er sich am zweiten Wettkampftag bei seinem ersten Start über 500 Meter. Da er immer noch einen Punkte-Vorsprung auf seinen russischen Konkurrenten hatte, versuchte er auch noch die anschließenden 1000 Meter mit langsamen Startschritten und so gut es ging einigermaßen durchzulaufen. Aber seine Zeit von 1:43,50 Minuten war um über fünf Sekunden langsamer als sein Resultat am Vortag über die gleiche Strecke. Damit erreichte er in der Vierkampfwertung aber immerhin noch den zweiten Platz hinter Schklyjajew.

Insgesamt waren in Inzell 110 Eisschnellläufer aus zehn Nationen am Start. Sie erzielten auf der schnellen Inzeller Bahn insgesamt 280 persönliche Bestzeiten! Dabei schafften sie 27 nationale Landesrekorde und drei neue Masters-Weltrekorde. Für diese sorgten der Niederländer Victor van den Hoff aus der AK 60 über 1000 Meter in 1:20,48 Minuten sowie Ivan Juzubkin in der AK 85 mit 1000 Meter in 2:24,09 Minuten sowie im Sprint-Vierkampf.

Auch Günter Traub hätte möglicherweise noch den ein oder anderen Rekord verbucht, doch nach seiner Verletzung muss er wohl vorzeitig seine Saison beenden. „Das ist schade, aber die Gesundheit geht vor“, weiß er. Traub verspricht aber: „Ich versuche, wieder fit zu werden und spätestens in der nächsten Saison wieder anzugreifen.“ who

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