NEUES SPIELSYSTEM IM FUßBALL

Vereine sage Ja zum „Zugspitz-Modell“

Eine Zwei-Drittel-Mehrheit hatte Heinz Eckl gewollt, um das Pilotprojekt für ein neues Fußball-Spielsystem im Kreis Zugspitze zu starten, letztlich haben die Vereine dafür gestimmt. Allerdings nur knapp, denn am Ende waren es genau zwei Stimmen mehr, um das Projekt ins Laufen zu bringen. Klappt dies, dann könnte auch der Kreis Inn/Salzach künftig so spielen.

Rosenheim– Im Nachbar-Kreis Zugspitze werden die Meister und Absteiger im Fußball bald auf neuen Wegen ermittelt. 67,5 Prozent der Vereins-Verantwortlichen haben grünes Licht für ein „Pilotprojekt“gegeben, das zum Vorbild für den Kreis Inn/Salzach werden könnte. Kreisspielleiter Heinz Eckl (Altenstadt) wertete das Ergebnis als „Vertrauensbeweis“ für die Funktionäre – auch wenn es am Ende knapp war: Zwei Drittel Ja-Stimmen hatte sich Eckl als Hürde gesetzt – nur zwei Stimmen weniger, und das „Zugspitz-Modell“ wäre durchgefallen. 75 Prozent der Vereine aus diesem Fußball-Kreis nahmen an der Abstimmung teil.

Mehr Spannung im neuen Modus

Zwei Jahre lang soll nun von den Kreisligen bis zu den C-Klassen im Herbst eine Qualifikationsrunde in Spielgruppen ausgetragen werden, die mit sieben bis acht Mannschaften halb so groß sind wie üblich. Im Frühjahr geht es dann in Auf- und Abstiegsrunden um Meisterschaft und Klassenerhalt. Die Vereine nehmen dabei aus dem Herbst nur Bonus-Punkte mit. Eckl und seine Spielleiter-Kollegen versprechen sich von den Neuerungen mehr Spannung und einen geordneteren Spielbetrieb. Nur 30 Prozent der Vereine wollten sich auf eine Laufzeit von drei Jahren festlegen. Eine klare Mehrheit von 65 Prozent gab es auch für die gewohnte Relegation, die im Kreis Zugspitze normalerweise mit Hin- und Rückspielen ausgetragen wird. Eine Play-off-Runde nach dem Vorbild des Eishockeys wollten nur 35 Prozent.

Verschiebung wegen Corona?

Allerdings zögert Eckl, das Pilotprojekt wie geplant schon zur neuen Saison umzusetzen. Corona und die Folgen führten derzeit zu vielen Unwägbarkeiten – etwa wenn der Bayerische Fußball-Verband (BFV) tatsächlich nach dem Saisonabbruch auf Absteiger verzichten sollte. Das könnte die Struktur der Ligen ins Wanken bringen. Auch sei unklar, wann die neue Saison wirklich beginnen könne, gab Eckl zu bedenken. „Selbst wenn wir erst 2022/23 starten sollten, wird es spannend zu sehen, ob das Modell in der Praxis brauchbar ist“, schrieb er an die Vereine.

Inn/Salzach-Kreisspielleiter Hans Mayer (Petting) kann dem neuen Spielsystem viel abgewinnen. Aber er will abwarten, wie es sich im Kreis Zugspitze bewährt. „Wir werden sicher keine Schnellschüsse machen“, bekräftigte er.ah

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