Unterschiedliche Ergebnisse beim Fußballnachwuchs: Buben starten neu, Mädchen machen weiter

Immer eng am Mann: Die U19 des TSV 1860 Rosenheim, hier im Spiel gegen Unterhaching, spielt auch nächste Saison in der Bayernliga.
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Immer eng am Mann: Die U19 des TSV 1860 Rosenheim, hier im Spiel gegen Unterhaching, spielt auch nächste Saison in der Bayernliga.

Auch für die jugendlichen Fußballer in Bayern zeichnet sich nun ab, wie es nach der Corona-Zwangspause weitergeht. Überraschend kamen die Vertreter der Junioren und Juniorinnen in den Arbeitsgruppen des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV) zu unterschiedlichen Ergebnissen.

Von Alexander Hübner

Rosenheim– In den Arbeitsgruppen des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV) gab es folgende Ergebnisse: Während die Saison 2019/20 für die Mädchen (wie für Herren und Frauen) im September weitergehen soll, beginnt für die Buben eine neue Spielzeit – womöglich sogar zwei innerhalb eines Jahres.

Warum wird bei den Junioren abgebrochen?

Für die Hälfte der Mannschaften gehe es – vor allem bei den Jüngeren – ohnehin nicht um Auf- und Abstieg, argumentiert Verbands-Jugendleiter Florian Weißmann. Und auch für die anderen stehe der sportliche Erfolg einer Saison nicht im Vordergrund, sondern die Talentförderung und die Gewinnung von Spielern für die Herren-Mannschaften. Und da, im Übergang von den A-Junioren zu den Herren, liegt ein Knackpunkt: Die älteren A-Junioren (Jahrgang 2001), die zu Beginn der Saison 2019/20 vor fast einem Jahr die Stütze ihrer Teams waren, dürfen längst bei den Herren mitspielen, die jüngeren (Jahrgang 2002), sobald sie ihren 18. Geburtstag gefeiert haben. Der BFV hat ausgerechnet, dass 85 Prozent der jetzigen A-Junioren im September für Herren auslaufen dürften. Er fürchtet, dass sich massenhaft Mannschaften zurückziehen würden, weil in vielen Vereinen der Nachwuchs aus den B-Junioren ausbleibt, und der sportliche Wettbewerb zur Farce werden könnte. Ähnliches gilt für die Jahrgänge, die vom Klein- auf das Großfeld wechseln.

Wie wird die Saison gewertet?

Die Tabellen werden nach einer Quotientenregelung ermittelt, also die erreichten Punkte durch die Anzahl der absolvierten Spiele geteilt. Die Tabellenersten können aufsteigen, ebenso Mannschaften, die in die Relegation müssten (also in der Regel die Tabellenzweiten). Von „Meistern“ ist nicht die Rede. Absteigen sollen nur Teams, die in den bisherigen Spielen keinen einzigen Punkt geholt haben, also sportlich völlig abgeschlagen sind. Allerdings dürften sich nach der langen Pause auch zahlreiche andere zurückziehen.

Wie geht es für die Junioren weiter?

Durch den verstärkten Auf- und fast ausgesetzten Abstieg werden die Ligen aufgebläht. Viele müssen daher in mehrere Gruppen geteilt werden. In einer Gruppe sollen maximal zehn Teams spielen. Diese absolvieren im Herbst zunächst nur eine Hinrunde („Einfachrunde“), in der jede Mannschaft einmal gegen jede andere antritt. Danach wird abgerechnet, mit Auf- und Abstieg. Wenn es dann ohne weitere Corona-Welle weitergehen kann, startet im Frühjahr eine weitere Einfachrunde in den gleichen Altersklassen, in der es noch einmal um Auf- und Abstieg geht. Wenn im Herbst oder Winter noch einmal unterbrochen werden muss, bleibt es bei einer Einfachrunde.

Warum machen die Juniorinnen weiter?

Hier argumentiert der BFV anders: Mit der Fortsetzung der Saison sei wenigstens sicher, dass man bis Mitte 2021 eine Spielzeit abschließen könne. Zudem spiele bei den Mädchen und jungen Frauen die Bindung an die eigene Mannschaft eine größere Rolle. „Durch die Fortsetzung kann der über die Saison aufgebaute Teamspirit der Juniorinnen aufrechterhalten und gestärkt werden.“ Zudem spielt der Übergang zwischen den Altersklassen eine weit geringere Rolle als bei den Buben – es gibt nur B- (U17) und C-Juniorinnen (U15). Für den Jahrgang 2003, der eigentlich ab Sommer nur noch für die Frauen antreten dürfte, gibt es eine Sonderregelung: Er darf bis zum Ende der Meisterschaft 2019/20 noch für die B-Juniorinnen spielen.

So stehen die heimischen Junioren-Spitzenteams

A-Junioren, Bayernliga: Der TSV 1860 Rosenheim, der nach 16 Spielen als Drittletzter in Abstiegsgefahr war, bleibt in der Liga, ebenso wie Wacker Burghausen als Zehnter.

Landesliga Süd:Der SB Chiemgau Traunstein steht mit 16 Punkten aus 14 Spielen auf einem Abstiegsplatz, bleibt aber drin.

Bezirksoberliga:Der SB/DJK Rosenheim ist mit 39 Punkten aus 17 Spielen auch nach der Quotientenregelung Tabellenführer vor dem SV Manching und kann aufsteigen. Die JFG Bavaria Isengau (Aschau/Waldkraiburg/Weidenbach) muss trotz nur drei Punkten aus 15 Partien nicht absteigen.

Kreisliga:Die SG Bad Endorf/Rimsting kann als Tabellenführer aufsteigen.

B-Junioren, Bayernliga:Wacker Burghausen muss mit zwei Siegen aus 16 Spielen nicht absteigen.

Landesliga:1860 Rosenheim hat als Zweiter hinter Stätzling Aufstiegsrecht in die Bayernliga.

Bezirksoberliga:Das DFI Bad Aibling kann als Tabellenführer aufsteigen.

Kreisliga:SB Chiemgau Traunstein II kann nicht aufsteigen, weil die erste Mannschaft bereits in der Bezirksoberliga spielt. Damit würde die JFG Salzachtal nachrücken, die mit 2,20 Punkten vor Wacker Burghausen II (2,09) liegt.

C-Junioren, Regionalliga:DFI Bad Aibling bleibt als Drittletzter in der Liga.

Bezirksoberliga:Für 1860 Rosenheim reicht es mit 2,09 Punkten nur zu Platz drei, SB/DJK Rosenheim und DFI Bad Aibling II liegen bei Abbruch auf Abstiegsplätzen, bleiben aber drin. Nur der TSV Dorfen muss mit null Punkten absteigen.

Kreisliga:Wacker Burghausen II kann als Tabellenführer in die Bezirksoberliga aufrücken. ah

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