"Unser Ziel sind die Top Ten"

Marie Meixner aus Neubeuern (rechts) geht mit ihrer Partnerin Nicole Friedrich auch beim Gore-Tex Transalpine-Run ambitioniert und mit guter Laune an den Start. Foto Repke
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Marie Meixner aus Neubeuern (rechts) geht mit ihrer Partnerin Nicole Friedrich auch beim Gore-Tex Transalpine-Run ambitioniert und mit guter Laune an den Start. Foto Repke

Am heutigen Samstag fällt in Oberstdorf der Startschuss zum Gore-Tex Transalpine-Run (TAR, www.transalpin-run.com). Der anspruchsvolle Klassiker unter den Trailrunning-Veranstaltungen findet bereits zum elften Mal statt.

Für 340 Zweierteams aus mehr als 20 Nationen gilt es, in acht Tagesetappen 268 Kilometer sowie 16310 Höhenmeter über die Alpen bis Sulden möglichst im Laufschritt zu absolvieren. In den 32 gemeldeten, internationalen Damenteams ist Marie Meixner (32) aus Neubeuern mit dabei.

∗ Das wie vielte Mal nehmen Sie am Transalpine-Run teil?

Zum dritten Mal. 2011 bin ich mit einem Freund in der Mixed Kategorie, 2014 mit meinem Vater in der Master Mixed Kategorie gestartet. Jetzt bin ich erstmals in der Damen-Wertung dabei.

∗ Seit wann laufen Sie und was reizt Sie am Trailrunning?

Früher bin ich in der Leichtathletikabteilung im TuS Raubling gelaufen, später dann nur noch zum Spaß für mich selbst. So richtig in den Bergen und Trails bin ich erst seit 2010 unterwegs. Straßenläufe fand ich langweilig und auch das Wetteifern um bestimmte Zeiten hat mich nicht mehr gereizt. Beim Trailrunning geht es mehr um Spaß und Natur, ganz ohne Ellbogen.

∗ Was war der verrückteste Laufevent, an dem Sie teilgenommen haben?

Dieses Jahr war ich in Rumänien beim Transylvania am Start, einem circa 55 Kilometer langen Ultratrail in den Karparten. Wir haben uns ein paarmal verlaufen und mussten regelmäßig mit den vom Veranstalter ausgeteilten Pfeifen kurze Pfiffe abgeben, um Bären zu verscheuchen. Das war ziemlich spannend und am Ende konnte ich nach neuneinhalb Stunden als erste Frau über die Ziellinie laufen.

∗ Jetzt warten 268 Kilometer über die Alpen, wie haben Sie sich darauf vorbereitet?

Da ich voll berufstätig bin, bleibt eigentlich nur das Wochenende, um richtig lange Läufe zu machen. Meine Lieblingsstrecke ist dann eine Fünf-Gipfel-Tour mit Start und Ziel im Jenbachtal in Bad Feilnbach - über Farrenpoint, Mitterberg, Rampoldplatte, Hochsalwand und Wendelstein. Ansonsten geh ich einmal die Woche zu einem Trainer in Rosenheim (Maximum Performance), um die nötige Muskelkraft und Koordination zu trainieren.

∗ Sie laufen zusammen mit der Dresdnerin Nicole Friedrich im Team. Wie kam es zu dieser Partnerschaft?

Ich habe Nicole letztes Jahr beim "4Trails" kennengelernt. Da wir ziemlich gleich stark waren, sind wir uns im Rennen immer wieder begegnet und waren gleich auf einer Wellenlänge. Anfang des Jahres hat sie mich dann gefragt, ob ich mit ihr gemeinsam den TAR laufen möchte. Da ich noch nie in einem Damenteam am Start war und wir uns gut verstehen, habe ich zugesagt. Im Vorfeld haben wir immer wieder mal gemeinsam an Wettkämpfen teilgenommen und auch da wieder festgestellt, dass es richtig gut passt.

∗ Wer hat wo seine Stärken/Schwächen?

Nicole ist auf den flachen Stücken eindeutig besser und schneller und ich hab den Vorteil, dass ich in den Bergen lebe und trainiere. Da die Etappen beides beinhalten, ist es wahrscheinlich sehr ausgeglichen.

∗ Mit welchem Ziel gehen Sie an den Start in Oberstdorf?

Es werden 32 Damenteams dabei sein. Wir wollen auf alle Fälle in die Top Ten.

∗ Wer sind für Sie die Favoritinnen?

Die Favoritinnen sind ganz klar die beiden Schottinnen Helen Bonsor und Claire Gordon, die in diesem Jahr schon mehrfach gezeigt haben, wie stark sie bei Etappenrennen sind.

∗ Ihre langfristigen sportlichen Ziele?

Ich möchte nächstes Jahr nochmal eine längere Strecke mit bis zu 100 Kilometern laufen, vielleicht sogar bei uns vor der Haustür beim "Chiemgau 100". Interview: Rapp

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