STARBULLS-EISHOCKEYSTATISTIK

Über ein Spiel ohne Torerfolg – Die letzten fünf Minuten im ersten Drittel torgefährlich

Der 4:4-Ausgleich gegen Lindau: Stürmer Simon Heidenreich (links) erzielte bereits sein 11. Saisontor.
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Der 4:4-Ausgleich gegen Lindau: Stürmer Simon Heidenreich (links) erzielte bereits sein 11. Saisontor.
  • vonManfred Eder
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11:1 lautet die Bilnz der Starbulls Rosenheim in den letzten fünf Minuten des ersten Drittels. Da sind die Rosenheimer besonders gefährlich. Wer mit Kyle Gibbons, was das erste Tor betrifft, einigermaßen mithalten kann? Den Namen hatte vor der Saison keiner auf der Rechnung.

Rosenheim – Lindau? Da war doch was! Genau: Vor drei Wochen fügten die Islanders den Starbulls ihre bisher einzige, mit 1:5 in der Höhe sogar etwas demütigende Heimniederlage zu. Am Sonntag hätte es ähnlich laufen können, doch diesmal reichte den Gästen ein 4:2-Vorsprung nach dem zweiten Drittel lediglich zum Gewinn eines Punktes. Trotzdem gingen nunmehr vier der fünf Rosenheimer Heim-Minuspunkte nach Lindau (einer nach Garmisch).

Das Personal für das Toreschießen wechselte

Dennoch können die Starbulls mit dem Wochenende zufrieden sein, denn durch den Sieg in Memmingen stehen weitere fünf Zähler auf der Habenseite, und dies, obwohl sich Sicinskis Jungs zwischendurch ganz schön schwertaten mit dem Toreschießen. Zwischen dem letzten Treffer in Memmingen und Kyle Gibbons‘ 1:1 gegen Lindau lagen 60:28 Minuten ohne Torerfolg. Nur am zweiten Saison-Wochenende gegen Passau und Regensburg war noch rund sieben Minuten länger kein Rosenheimer Treffer gefallen. Allerdings hatten sie diesmal selbst noch fast acht Minuten länger auch kein Gegentor zugelassen.

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Kein Tor: Der Kunstschuss von Michael Baindl (links) wurde von einem Lindauer Verteidiger vor der Linie abgewehrt. Dafür traf Baindl in Memmingen.

Nur vier verschiedene Scorer in Memmingen

Das Personal fürs Toreschießen wechselte vom Freitag zum Sonntag. Kyle Gibbons und Curtis Leinweber, die Scorer vom Dienst, gingen in Memmingen gemeinsam leer aus, was in 24 Spielen erst zum zweiten Mal der Fall war! Ebenfalls erst zum zweiten Mal in dieser Saison blieb Gibbons zwei Spiele nacheinander ohne Torerfolg, zwei Tage später aber war er mit einem Doppelpack wieder „im Dienst“. Die Offensivausbeute in Memmingen lag dagegen ausschließlich beim Baindl-Block. Die beiden ersten Spiele gegen die Allgäuer hatte der Kapitän verletzungsbedingt versäumt, nun holte er mit drei Scorerpunkten einiges nach. Seine Flügel, Enrico Henriquez und Alex Höller, steuerten je ein Tor und eine Vorlage bei.

Nur vier verschiedene Scorer, das ist auch in einem Match mit nur drei Toren wenig, zum Vergleich: In den beiden anderen Partien, in denen die Starbulls drei Tore erzielten, war das Scorerspektrum wesentlich breiter. Am 3:1 gegen Weiden waren sieben Spieler punktemäßig beteiligt, am 3:1 gegen Selb sogar deren neun. Vierter im Bund war am Freitag Verteidiger Florian Krumpe, den mit Baindl momentan zwei Statistiken verbinden. So haben beide je drei Tore und dreizehn Assists erzielt, und beide schafften dies ohne einen einzigen Scorerpunkt in Überzahl!

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Fünfmal in elf Heimspielen in den ersten fünf Minuten in Rückstand

Ebenfalls eine interessante Ähnlichkeit: Fünfmal in elf Heimspielen gerieten die Starbulls in den ersten fünf Minuten in Rückstand, wobei das Lindauer 0:1 in der dritten Minute noch harmlos war. Gegen Weiden und Füssen hatte es sogar schon in der Auftaktminute „geklingelt“! Umgekehrt ist eine schnelle Führung (sogar mit 2:0) heuer auch meist das Rosenheimer Erfolgsrezept bei Auswärtssiegen. 2:0 nach 4:16 Minuten – so flott wie am Freitag in Memmingen waren sie zwar noch nie, aber auch bei den Siegen in Lindau, Passau und Garmisch dauerte es nicht einmal neun Spielminuten, bis ein beruhigendes Zwei-Tore-Polster vorhanden war.

Am anderen Ende des Spieles – sprich: in der Verlängerung – gibt es auch gewisse Extreme. Dreimal mussten Draxinger & Co. bisher in die Overtime, einmal (gegen Riessersee) kam es zum gewonnenen Penalty-Schießen, die anderen beiden wurden bereits in der ersten Overtime-Minute entschieden, in Höchstadt für Rosenheim negativ, diesmal positiv.

Die Fotostrecke zum Spiel gegen Lindau:

Der Siegtreffer ist auch dabei

Siebte 1:0-Führung durch Kyle Gibbons

Bereits zum siebten Mal war es übrigens Kyle Gibbons, der das erste Rosenheimer Tor erzielte. Außer Simon Heidenreich (dreimal) schaffte es kein anderer Spieler, öfter als zweimal den „Bannbrecher“ zu geben. Wenig überraschend auch der Zeitpunkt, in dem das Tor fiel: Die 17. Spielminute gehört zur mit Abstand erfolgreichsten Fünf-Minuten-Phase der Starbulls. In den letzten fünf Minuten des Anfangsdrittels schossen sie bereits elf Tore, kassierten aber nur ein einziges.

Endlich wieder Powerplay-Tore

Endlich, nach elf erfolglosen Powerplay-Versuchen, klappte es gegen Lindau wieder mal in Überzahl (und ein zweites Mal obendrauf). 20 Spiele lang hatten Gibbons & Co. mit der Ausnahme eines Dreierpacks gegen Passau nicht oder nur ein einziges Mal in Überzahl getroffen. Allerdings hätte man auch hierbei das Nachsehen gehabt, denn die Lindauer schafften es im Mittelabschnitt tatsächlich, nacheinander drei Powerplays zu verwerten, und dies binnen 4:19 Minuten. Da wurden unwillkürlich Erinnerungen wach an das Heimspiel gegen Deggendorf vor drei Wochen. Damals hatten die Gäste nicht nur in ähnlich kurzer Zeit (4:04 Minuten) dreimal eingenetzt, und ebenso wie den Islanders gelangen ihnen auch drei Powerplay-Tore. Allerdings, und das ist das Erstaunliche: In beiden Spielen gingen die Starbulls als Sieger vom Eis, gegen Lindau in der Verlängerung, gegen Deggendorf sogar während der regulären Spielzeit.

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