Kreativ im Corona-Lockdown

TT-Spieler im Lockdown: Einen Tisch zum Training umfunktioniert

Kolbermoors Spielerin Lily Zhang verbringt derzeit einen großen Teil ihres Lebens in den USA.
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Kolbermoors Spielerin Lily Zhang verbringt derzeit einen großen Teil ihres Lebens in den USA.

Die Tischtennis-Saison, die im September erst begonnen hatte, ist Ende Oktober unterbrochen worden. Lediglich die 1. Bundesliga darf zum Schläger greifen. Die heimischen Akteure haben größtenteils Ausweichmöglichkeiten gefunden, um sich mit Schläger und Ball zu beschäftigen.

Rosenheim/Kolbermoor – Viele trainieren in Kellern oder umgebauten Scheunen, wie es beispielsweise der aus Kolbermoor stammende Philipp Floritz macht. Was aber machen die ausländischen Spielerinnen und Spieler während des Lockdowns?

Auf Madeira und in den USA

Die Spielerinnen der Kolbermoorer Bundesliga-Damen durften zuletzt ja im oberbayerischen Duell gegen Schwabhausen ran, unter anderem Svetlana Ganina. Die im nordrhein-westfälischen Mettmann lebende Russin hält sich zusätzlich mit Fahrradfahren fit und macht zuhause Yoga. Neuzugang Fu Yu, von der Papierform her die Nummer eins in Kolbermoor, könnte theoretisch spielen, momentan verbringt die Portugiesin aber ihre Zeit auf Madeira. Wie Kolbermoors Abteilungsleiter Michael Fuchs erklärt, hat man sie derzeit nicht für ein Spiel eingeplant. Lily Zhang hielt sich zuletzt in den USA auf. Sie hatte das Glück, von ihrem Verband für den World Cup im chinesischen Dishang nominiert zu werden, sodass sie zumindest ein wenig wettkampfmäßig zum Schläger greifen konnte. Bei dieser Veranstaltung überstand sie die Vorrunde als Gruppenerste, siegte im Achtelfinale und musste sich erst im Viertelfinale der Chinesin Meng Cheng mit 0:4 geschlagen geben.

Das Beste aus seiner Situation machte Kyuhyun Lim, der für die Herren des Verbandsoberligisten SV-DJK Kolbermoor an der Platte steht. Der Koreaner, der erst zum fünften Spiel seines Teams nach Deutschland reisen durfte, war nach der Partie gegen den TV Dillingen schon wieder zum Nichtstun verurteilt. Allerdings fand er im Tischtennis-Center in Bad Aibling die Möglichkeit, sich mit Training fit zu halten. Dann reiste er nach Seoul ab und nahm im Dezember an einem Turnier in China teil.

Für SBR-Spieler Miha Grampovcnic bedeutet die Pandemie, auf Tischtennis verzichten zu müssen.Erlich

Auch die Turnhalle ist geschlossen

Auch der SB DJK Rosenheim bedient sich mit Miha Grampovcnic – der Slowene kam zu Saisonbeginn neu – und Crt-Lovra Grm Urbancic zweier ausländischer Spieler. Urbancic hatte zuletzt beklagt, dass die Situation sehr schwer für ihn sei. Er verbringt seinen Tag fast ausschließlich daheim, denn in seinem Heimatort ist alles geschlossen, auch die Turnhalle. Um zumindest ein wenig in Form zu bleiben, hat er einen Tisch für das Spiel mit dem kleinen weißen Ball umfunktioniert. „Wir müssen weiterhin stark sein und positiv denken“, sagt er. Auch für Grampovcnic ist die derzeitige Situation sehr schwer. Er hält sich in seinem Heimatort auf und betreibt Cardiotraining. Tischtennis kann er derzeit überhaupt nicht spielen, weil auch hier sämtliche Turnhallen geschlossen sind. Er findet es zumindest positiv, dass er sich viel um seine Familie kümmern kann.

Am schlimmsten dürfte der Lockdown Ebrahim Abdulhakim Gubran getroffen haben. Der aus dem Yemen stammende 14-Jährige konnte bislang noch gar nicht nach Deutschland kommen. Bad Aiblings Abteilungsleiter Hans Wiesböck hofft, dass er ab der Rückrunde die Kleeblatt-Herren in der Verbandsoberliga unterstützen kann. eg

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