2. Volleyball-Bundesliga

Einen Abend lang sogar auf Platz drei - TSV Mühldorf schlägt SV Schwaig überraschend 3:0

Architekten des Erfolges: Mittelblocker Flo Gschwendtner (Nummer 8) punktete zweistellig, Zied Chalghmi (2) brachte die Routine mit, Kilian Nennhuber (6) nahm konsequent solide an und Alex Brandstetter (10) spielte so raffiniert zu, dass der SV Schwaig Probleme hatte, sich auf das Angriffsspiel der Mühldorfer einzustellen.
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Architekten des Erfolges: Mittelblocker Flo Gschwendtner (Nummer 8) punktete zweistellig, Zied Chalghmi (2) brachte die Routine mit, Kilian Nennhuber (6) nahm konsequent solide an und Alex Brandstetter (10) spielte so raffiniert zu, dass der SV Schwaig Probleme hatte, sich auf das Angriffsspiel der Mühldorfer einzustellen.
  • Josef Enzinger
    vonJosef Enzinger
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Sechs Punkte an einem Tag: Für Michi Mayer war der Samstag ein voller Erfolg. Erst punktete der Trainer der Zweitliga-Volleyballer vom TSV Mühldorf als aktiver Spieler mit den Landesliga-Herren des TSV in Eiting (3:1). Und am Abend freute er sich über einen weiteren Dreier.

Mühldorf – In einem sensationellen Spiel bezwangen die Volleball-Zweiligisten des TSV Mühldorf überraschend klar den SV Schwaig mit 3:0 (25:23/25:21/25:22). „Wir waren bissig bis zum Schluss und Schwaig nicht so dominant, wie ich gerechnet hatte“, jubelte auch Abteilungsleiter Stefan Bartsch über die drei Punkte, die Mühldorf am Samstagabend bis auf Platz drei vorstoßen ließen.

Schwaig kommt von Beginn an nicht mit dem Druck de Mühldoer zuecht

Mühldorf war als Sechstplatzierter angetreten, die Franken rangierten vor dieser Partie auf Platz fünf, in vier Spielen hatten sie bislang drei Siege eingefahren. „Ich denke, Schwaig hat uns unterschätzt“, meint Trainer Mayer nach dem Sieg gegen den Tabellennachbarn. Das habe sich schon in der Aufstellung der Schwaiger abgezeichnet. Denn während die Profis auf der Bank saßen, waren es der zweite Zuspieler Moritz Gärtner und deren dritter Annahmespieler Max Bibrack, die im Aufgebot standen. „Alles Super-Spieler, aber Mühldorf hat von Anfang an Druck gemacht. Mit dem ist Schwaig nicht klar gekommen.“

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Fabian Bartsch benötigt Zeit bis er auf Betriebstemperatur kommt

Ehe man es sich versah, führten die Mühldorfer mit 5:1, was dem SV Schwaig bereits die erste Auszeit abnötigte. Durchatmen war angesagt und tatsächlich fingen sich die Franken, verkürzten zunächst auf 8:9 und übernahmen zwischenzeitlich sogar eine Drei-Punkte-Führung (16:13), die bis zum 21:18 halten sollte. Diagonalspieler Fabian Bartsch benötigte Zeit, bis er Betriebstemperatur erreicht hatte. „Er war Donnerstag krank, fehlte im Freitagstraining. Das macht sich dann auch bemerkbar“, sagt Mayer. Doch wenn es darauf ankommt, ist er da. Erst glich Mühldorf auf 21:21 aus, holte sich dann auch die Führung zurück (23:21), bevor wiederum Schwaig konterte (23:23). Den Punkt zur 24:23-Führung besorgte dann aber Bartsch mit einem geschickten Angriff gegen den Block der Gastgeber. Die Basis für den 25:23-Erfolg.

Flo Gschwendtner spielt wie im Rausch

Überhaupt präsentierten sich die Mühldorfer in bester Spiellaune: „Flo Gschwendtner spielte sich in einen Rausch“, attestierte ihm Trainer Mayer eine großartige Leistung. Und auch Abteilungsleiter Stefan Bartsch rechnet vor: „Er hat zweistellig Punkte gesammelt, darunter mindestens sechs Blocks. Eine sehr gute Quote für einen Mittelblocker!“ Zuspieler Alex Brandstetter wusste seine Teamkollegen geschickt einzusetzen, wobei er sicherlich auch die gute Quote seines Bruders Tom aus dem Kriftelspiel im Hinterkopf hatte. Er bediente den Kapitän über Außen, belieferte ihn mit Hinterfeldbällen - und Tom Brandstetter wuchtete die Kugel in das Feld der Schwaiger. Das funktionierte aber auch deswegen so gut, weil sich die Mühldorfer auf die gute Annahme von Zied Chlaghmi und Kilian Nennhuber verlassen konnte. Letzterer hatte bereits ein Spiel in den Knochen, nachmittags zusammen mit Trainer Mayer und Fritz Vähning als Außenangreifer in der zweiten Mannschaft gespielt. Doch von Müdigkeit keine Spur. „Er hat eine erstaunlich konstante Leistung gebracht“, würdigte auch Stefan Bartsch die Leistung des 16-jährigen Liberos.

TSV-Zug war nicht mehr aufzuhalten

Schnell hatten die Mühldorfer im zweiten Satz eine Führung herausgespielt (8:5 und 13:9), sie leisteten sich allerdings bei einer 17:11-Führung einen kleinen Durchhänger, der Schwaig aufkommen ließ (17:14), aber die Drei-Punkte-Distanz halten konnte. Bei 16:19 brachte Schwaig Perica Stanic für Bibrack. Das half aber nicht, um die Dominanz der Mühldorfer zu brechen. Der TSV-Zug rollte weiter unaufhaltsam in Richtung Satzgewinn zu (21:16). Den dritten Satzball verwandelten sie zum 25:21.

Mühldorf zieht sein konsequentes Spiel durch

Wer nun dachte, Mühldorf würde sich ob der Freude über den Punktgewinn zufrieden zurücklehnen, sollte sich täuschen. Der TSV hielt die Spannung aufrecht, Mayer vertraute dabei weiterhin seiner Startformation und erfreute sich an den Hammeraufschlägen von Zied Chalghmi und David Fecko. Wieder führte Mühldorf (8:6), diesmal aber ließ Schwaig nicht locker, auf deren Seite Nikola Scerbakov das Zuspiel übernommen hatte. Erst nach der technischen Auszeit bei 16:15 für Mühldorf setzten sich die Oberbayern etwas ab (18:15) und verwalteten schließlich einen Zwei-Punkte-Vorsprung bis zum Schluss (25:22).

Vor drei Jahren gegen Schwaig II noch mit 0:3 verloren

Ein glattes 3:0 - das nötigte dann auch Trainer Michi Mayer Respekt ab. „Vor drei Jahren spielten wir mit fast identischer Mannschaft gegen die zweite Mannschaft von Schwaig - und verloren mit 0:3. Jetzt treten wir gegen Schwaig I an und gewinnen 3:0. Das ist schon überragend!“ Am Samstagabend durften sich die Mühldorfer auf Platz drei in der 2. Bundesliga sonnen. Nach den Sonntagsspielen rangieren sie nun auf Platz fünf, mit nur einem Punkt Rückstand auf den Zweiten aus Karlsruhe. „Drei Siege in fünf Spielen ist natürlich gigantisch. Doch wir bleiben auf dem Teppich, schielen nicht nach oben, sondern freuen uns erst einmal darüber, dass wir sieben Punkte Vorsprung auf den Drittletzten haben! Das lässt uns ruhig schlafen!“

Heimspiel mit oder ohne Zuschauer? Wenn ja, dann mit Maske

Allerdings nur eine Woche. Dann nämlich, am Samstag, 24. Oktober, kommt es zum nächsten Spitzenspiel. In der Mittelschulturnhalle ist der Tabellendritte vom TSV Grafing im Oberbayern-Derby zu Gast. Spielbeginn ist um 19 Uhr. Nach aktuellem Stand kann das Spiel vor Zuschauern stattfinden, jedoch sind die Zuschauer angehalten, aufgrund der angestiegenen Infektionszahlen von Corona auch während des Spiels eine Maske zu tragen.

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