Trotz vorzeitigem Saisonende: An Langeweile ist bei Kristin Lang nicht zu denken

Kolbermoors Spitzenspielerin Kristin Langhofft, dass im Oktober wieder normal gespielt werden kann. Erlich

Seit Wochen hält das Coronavirus die Welt in Atem. In vielen Sportarten kam es deshalb zu Saisonunterbrechungen, die zumeist zur Folge hatten, dass es sogar zur Beendigung der Spielzeiten kam. Die Tischtennisszene machte dabei keine Ausnahme. Kristin Lang hat „damit gerechnet, dass nach der Unterbrechung auch die Saison abgebrochen wird. „Aber für eine Sportlerin ist es frustrierend, wenn man die Saison nicht gewohnt beenden kann“, meinte die 35-Jährige, die seit 2015 für den Bundesligisten SV-DJK Kolbermoor an der Platte steht.

Kolbermoor– Da der zum Zeitpunkt des Abbruchs Tabellendritte nur noch vier Spiele zu absolvieren gehabt hätte, war die Lösung für sie auch in Ordnung. „In anderen Ligen sah das schon anders aus. Aber eine einheitliche Lösung zu finden, mit der alle Vereine zufrieden sind, ist eigentlich nicht möglich“, sagt Lang, die auch damit einverstanden ist, dass Spitzenreiter Berlin zum Meister gekürt wurde.

Kristin Lang fällt trotz der Corona-Krise die Decke nicht auf den Kopf. Das Leben hat sich für sie und ihre Familie nicht großartig verändert. Ihre zweijährige Tochter hat fünf Wochen vor Corona einen Kita-Platz bekommen, ist aber nun zuhause und wird in den eigenen vier Wänden betreut. Dass die sozialen Kontakte zu anderen Kindern in ihrem Alter fehlen, macht Lang etwas zu schaffen.

Eine Zeit lang im Keller trainiert

So ganz ohne Tischtennis geht es bei ihr aber nicht. „Zu Beginn der Corona-Krise habe ich privat in einem Keller mit einem Tischtennistisch trainiert und zwei Mal pro Woche in meinem Beruf als Physiotherapeutin gearbeitet. Ansonsten habe ich unsere Tochter wie gewohnt betreut“, gab die mehrmalige deutsche Meisterin, die mit dem ehemaligen Bundesligaspieler Jochen Lang verheiratet ist, zu Protokoll. Die jüngsten Lockerungen wirken sich im kleinen Rahmen auch auf den Tischtennissport aus. Nun hat das Tischtenniszentrum in Düsseldorf wieder geöffnet. Nationalspieler dürfen unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen mit einer Sondergenehmigung trainieren. Diese Möglichkeit nutzt die Spitzenspielerin den SV-DJK Kolbermoor natürlich aus.

Intensiver Spanisch gelernt

Lang gibt sich damit aber noch lange nicht zufrieden. „Ich mache noch etwas mehr Sport und habe uns zuhause ein kleines Fitnessstudio eingerichtet“, erzählt die Düsseldorferin. Ihrem Hobby, nämlich dem Golf spielen, würde sie gerne auch noch nachgehen. Dies ist allerdings im Moment nicht möglich. Dafür lernt sie derzeit etwas intensiver Spanisch als sonst. Trotz aller Aktivitäten fehlt ihr aber etwas: „Ich vermisse den Austausch mit meinen Kolleginnen. Ich finde es besonders schade, dass wir keinen Saisonabschluss feiern konnten. Denn der Verein und das gesamte Umfeld sind mir sehr ans Herz gewachsen. Umso mehr freue ich mich auf die nächste Saison.“ An einen Beginn im September glaubt sie nicht wirklich. „Ich denke eher, dass wir uns freuen können, wenn es im Oktober wieder losgeht“, meinte Lang. eg

Kommentare