Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Speerwerfer glänzte in Portugal

Trotz Schulter-OP und Corona: Reinhold Paul vom VfL Waldkraiburg ist Europameister

Reinhold Paul vom VfL Waldkraiburg wurde Winterwurf-Europameister im Speerwurf der Senioren M65.
+
Reinhold Paul vom VfL Waldkraiburg wurde Winterwurf-Europameister im Speerwurf der Senioren M65.
  • VonLudwig Stuffer
    schließen

Erst eine Schulter-Operation und dann auch noch Corona: Die Vorbereitung von Speerwerfer Reinhold Paul vom VfL Waldkraiburg für die Europameisterschaft war nicht gerade optimal. Im Wettkampf wählt er dann aber genau die richtige Taktik.

Waldkraiburg – Er kam, sah und siegte schon wieder: Der Leichtathlet Reinhold Paul vom VfL Waldkraiburg eroberte bei den Senioren-Winterwurf-Europameisterschaften in Braga/Portugal souverän die Goldmedaille.

Schwere letzte Monate

Zweifelsohne hatte es der 65-jährige Reinhold Paul in den letzten vielen Monaten sehr schwer, denn nach seiner Schulter-Operation war „es für mich ein wirklich sehr schwerer Weg, um zum Speerwurf zurückzufinden“, erklärte der erfahrene Athlet der zuvor bereits fünf Mal Weltmeister und drei Mal den EM-Titel für sich im Speerwurf entschied. Ganze zwei Jahre benötigte es nun nämlich, um mit sehr viel harter Arbeit, enormen Trainingsfleiß und zugleich wieder ohne Schmerzen zu werfen. „Wer schon mal als Athlet so eine Schulter-OP hatte, weiß genau wie schwer es ist, wieder in den Sport zu kommen“, so der Heldensteiner.

„Das war mein Ziel und da wollte ich dabei sein“

Aber der Routinier ließ sich nicht aus dem Konzept bringen, blieb geduldig und richtete seine volle Konzentration auf die Winterwurf-Europameisterschaften im portugiesischen Braga. „Das war mein Ziel und da wollte ich unbedingt dabei sein“, erzählte der VfL-Athlet. Noch oben drauf war es eine große Chance, denn heuer kam er „altersbedingt“ erstmals in die Klasse der Senioren M65.

Damit war er praktisch der „Jüngste“ in dieser Klasse der 65- bis 69-jährigen Athleten. In seiner Vorbereitung und Motivation lief dann eigentlich alles perfekt – und dennoch kam ein großer Rückschlag: Zehn Tage vor seinem Abflug bekam er Corona – allerdings symptomfrei. „Ich hatte mich deshalb geschont und absolvierte kein Training mehr“, sagte Paul, der sich zugleich dachte: „Jetzt ist alles vorbei und damit zwei Jahre Vorbereitung völlig umsonst“.

Nach kurzer Zeit extrem erschöpft

„Doch manchmal hat man im Leben aber auch ein riesiges Glück“, betonte der ehrgeizige Sportler, denn zwei Tage vor seinem Abflug konnte er sich „frei testen“, konnte seinen Blick wieder nach vorne richten und eher unvorbereitet wollte er seine guten Chancen nun dennoch wahren. Allerdings war nicht klar, was die optimal vorbereitete Konkurrenz machen würde. In Braga hatte Reinhold Paul zweifelsohne gemischte Gefühle: Bei knapp 10 Grad Kälte versuchte ich sich warm zu machen und merkte zum ersten mal, dass Corona doch nicht ganz an ihm vorbeigegangen war, denn „ich war nach kurzer Zeit extrem erschöpft beim Einlaufen und Werfen“.

Große Erfahrung ein riesiger Vorteil

Einen riesigen Vorteil brachte Paul dennoch in seinen Speerwurf-Wettkampf bei den Senioren M65 mit: Seine große Erfahrung bei internationalen Meisterschaften konnte er perfekt ausspielen und legte seine volle Kraft und Konzentration in den allerersten Versuch. Und der 500 Gramm-Speer flog perfekt: Mit ausgezeichneten 42,81 Meter legte er eine unerreichbare Marke für seine sieben Gegner vor.

„Diese Taktik ist mir perfekt gelungen und ich war überglücklich, dass es funktioniert hat“. Deutlich war aber auch, dass er mit seinen weiteren drei gültigen Versuchen ebenfalls gewonnen hätte. Am Ende stand Reinhold Paul als strahlender neuer Europameister fest. Dabei feierte er sogar einen sehr überlegenen Gold-Triumph gegen den Franzosen Jean Michel Prime mit 37,97 Meter und Ribeiro Fernando aus Portugal mit 36,32 Meter (3.).

Völlig von den Socken, dass es Gold wurde

„Ich war froh, dass ich überhaupt dabei sein konnte und natürlich völlig von den Socken, dass es Gold wurde“, beschreibt Paul seine Gefühle nach dem Wettkampf.

Zugleich war es für ihn eine enorme Bestätigung, dass ein Sportler trotz Rückschlägen niemals aufgeben sollte. Seine perfekte Medaillenstatistik polierte er nun mächtig auf, zumal seine Goldmedaille in Braga der bislang vierte EM-Titel seiner Karriere ist.

Mehr zum Thema