2. VOLLEYBALL-BUNDESLIGA

Trotz deutlicher Leistungssteigerung: Mühldorf verliert gegen Karlsruhe 0:3

Spielte eine passable Partie: Mühldorfs Zuspieler Tim Aust kam ins Spiel und übernahm sofort Verantwortung.
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Spielte eine passable Partie: Mühldorfs Zuspieler Tim Aust kam ins Spiel und übernahm sofort Verantwortung.

Die Baden Volleys des SSC Karlsruhe sind neben dem TSV Grafing die beste Zweitligamannschaft der Südstaffel. Mühldorf warf im Heimspiel alles dagegen, was es aufzubieten hatte – und hielt beim 0:3 (18:25/25:27/17:25) erstaunlich gut mit.

Mühldorf – Fünf Verletzte im Team der Mühldorfer, und das ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, als die schwierigste Aufgabe auf die Innstädter in der 2. Volleyball-Bundesliga wartete. Denn mit den Baden Volleys des SSC Karlsruhe, gastierte am Samstag die neben dem TSV Grafing beste Zweitligamannschaft der Südstaffel am Inn. Mühldorf warf alles dagegen, was es aufzubieten hatte – und hielt erstaunlich gut mit beim 0:3 (18:25/25:27/17:25).

Tom Brandstetter fiel wegen einer Bänderverletzung aus

Vor allem Tom Brandstetter hatte hart daran zu knabbern, dass er nur vom Spielfeldrand zusehen konnte. Er hatte sich im Training eine Bänderverletzung im linken Sprunggelenk zugezogen. Erst war von zwei Außenbändern die Rede, am Samstag dann immerhin die Entwarnung, dass nur eines betroffen ist. Brandstetter kommt ohne Operation aus, wie er am Spieltag verkündete. Der Ausfall des „Capitano“ forderte das Mühldorfer Trainergespann Michi Mayer und Sepp Wolf, die mit Fritz Vähning auf einen weiteren Außenangreifer zu verzichten hatten.

Vähning befand sich als Kapitän der U17-Nationalmannschaft am Wochenende in Italien, um die Qualifikationsrunde für die Europameisterschaft zu spielen. Und Zied Chalgmi laboriert immer nch an einer Knieverletzung. Mayer und Wolf entschieden sich dann, den etatmäßigen Libero Kilian Nennhuber als Außenannahmespieler einzusetzen, Hauke Ferch rückte an seiner Stelle auf die Libe roposition. Außerdem setzte Trainer Mayer von Beginn an auf Luis Großmann, der für Mittelblocker Flo Gschwendtner ins Team gerückt war.

SSC Karlsruhe machte ordentlich Druck

Der SSC Karlsruhe schöpfte gleich aus dem Vollem, machte ordentlich Druck mit den Aufschlägen, wobei Hauke Ferch und Kilian Nennhuber mit ihen Annahmen gut dagegen hielten. Doch zu schnell lag Karlsruhe mit 8:5 in Front, ein Vorsprung, den eine Mannschaft mit der Qualität der Baden Volleys nicht so leichtfertig wieder hergibt. Alex Brandstetter brachte mit seinen brachialen Aufschlägen die Mühldorfer wieder in die Spur (12:13).

Doch Karlsruhe erhöhte sofort den Druck, ließ den Besten im Team, Jens Sandmeier, schalten und walten und stellte damit den ursprünglichen Vorsprung wieder her. Trainer Mayer reagierte beim 16:18, brachte Zuspieler Tim Aust für den an diesem Tag schwach angreifenenden Tobi Besenböck und ließ den etatmäßigen Zuspieler Alex Brandstetter als Diagonalspieler ran. In diesem Satz ging die Rechnung noch nicht auf, Karlsruhe sicherte sich den Durchgang mit 25:18.

6:4-Führung im zweiten Satz und fragwürdige Schiedsrichter-Entscheidung

Mayer vertraute im zweiten Abschnitt wieder der „Starting Six“ des ersten Satzes und tatsächlich waren es die Mühldorfer, die diesmal effektiver am Netz zu Werke gingen. 6:4 lagen sie in Führung, als Karlsruhe den Spieß umdrehte (6:7) und sich vor allem durch die Blocks von Leon Zimmermann Vorteile erspielten (11:13). Mit Luis Großmann am Aufschlag und mit einem am Netz beherzt agierenden Kilian Nennhuber eroberten sich die Mühldorfer die Führung zurück (14:13), doch es blieb ein offener Schlagabtausch.

Vor allem, weil Jens Sandmeier jetzt Punkte sammelte, eilte der SSC mit 19:14 davon, die Aufschläge von Laurin Derr auf SSC-Seite trugen ebenso einen Teil dazu bei. Bei 15:19 setzte Mayer erneut auf Tim Aust als Zuspieler, um mit Alex Brandstetter einen zusätzlichen Angreifer am Netz zu haben. Brandstetter machte Druck, was ihm durch die beiden Kommentatoren im Livestream den Beinamen „Diagonalex“ einbrachte, und Mühldorf verkürzte auf 20:21.

Dann ein fragwürdige Schiedsrichter-Entscheidung von Jan Opitz, der nach einer kleinen Serie von Kilian Nennhuber im Aufschlag Übertritt gesehen haben wollte. Statt Gleichstand hieß es nun 20:22. Mühldorf gab nicht auf, egalisierte auch noch ein 22:24 zum 24:24. Doch den vierten Satzball verwandelten dann die Gäste aus Baden-Württemberg zum 27:25.

David Fecko von der Mittelblockposition auf Diagona

Im dritten Durchgang ging dann Cheftrainer Michi Mayer ein großes Wagnis ein, indem er David Fecko von der Mittelblockposition auf Diagonal anstelle von Tobi Besenböck brachte. Flo Gschwendtner und Luis Großmann sollten es über die Mitte richten. Bis zum 5:8 hielt Mühldorf auch noch mit. Doch mit Sebastian Sent am Aufschlag eilte Karlsruhe dann davon (13:7). Jonathan-Leon Finkbeiner machte es mit seinen 2,11 Metern den Mühldorfern nicht gerade leicht im Angriff. Alex Brandstetters Zuspiel war nicht präzise genug.

Und dann zog auch noch Karlsruhes Lukas Jaeger, der später MVP werden sollte, äußerst clever sein Spiel durch, im Aufschlag wie am Netz. „Die Aufschläge waren lästig“, musste nach dem Spiel auch Mühldorfs Fabian Bartsch zugeben. Mühldorfs Trainer Michi Mayer probierte es zwischendurch noch einmal mit Tim Aust als Zuspieler für Fecko (5:7), brachte auch Charles Kahn als Alternative über die Mitte für Luis Großmann (10:19). Aber Karlsruhe ließ sich die Butter nicht mehr vom Brot nehmen (17:25).

Selbstkritik bei Mühldorfs Coach Michi Mayer

Nach dem Spiel erst einmal Selbstkritik bei Mühldorfs Coach Michi Mayer: „Zwei Sätze lang haben wir einigermaßen mitgehalten können, dann habe ich aber zu viel Kuddelmuddel reingebracht. Das hab ich verbockt!“ Man habe allerdings viele neue Erkenntnisse gewonnen, spricht Mayer die positiven Eindrücke an, die Tim Aust und Luis Großmann, der zum zweiten Mal überhaupt als Mittelblocker eingesetzt war, hinterlassen hätten. „Hauke Ferch hat mir sehr gut gefallen als Libero“, lobt Mayer, der auch von der Leistung Nennhubers angetan war, auch im Hinblick auf die Planung der nächsten Saison.

Mühldorf bleibt mit 33 Punkten auf Rang acht, fünf Zähler beträgt der Vorsprung gegenüber Freiburg auf Rang neun. Auch wenn der Klassenerhalt gesichert ist, wünscht sich Mayer wieder Mal einen Erfolg, nachdem die Mühldorfer in den neun zurückliegenden Partien nur einmal als Sieger das Spielfeld verlassen hat. „Wir sollten wieder Mal ein Spiel gewinnen!“, meint er im Hinblick auf die nächste Partie am Samstag gegen den Tabellenzehnten aus Dresden. (enk)

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