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Souveräne Leistung

Funk lässt Konkurrenz alt aussehen – Unterwössener Profi-Triathlet siegt in St. Pölten

Die Freude rausgeschrieen: Frederic Funk gewann die Challenge St. Pölten.
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Die Freude rausgeschrieen: Frederic Funk gewann die Challenge St. Pölten.

Was für eine Leistung von Frederic Funk! Der junge Profi-Triathlet des Teams Erdinger Alkolholfrei hat die top-besetzte Challenge St. Pölten in beeindruckender Art und Weise gewonnen.

von Stephanie Brenninger

St. Pölten – Auch Tage nach seinem grandiosen Erfolg über die Mitteldistanz in St. Pölten konnte der 23 Jahre alte Frederic Funk sein Glück noch nicht richtig in Worte fassen: „Es ist immer noch schwierig zu realisieren, was da abging.“ Funk erzählt: „Meine Taktik war in der Tat, keine Taktik zu haben. Ich wollte einfach mein Ding auf dem Rad durchziehen.“

Auf dem Rad konnte keiner mehr mithalten

Das klappte – und wie! Funk setzte sich nach dem Schwimmen über 1,9 Kilometer auf dem Rad schnell vom Spitzenfeld ab – und ließ dabei namhafte Triathleten auf der 90-Kilometer-Radstrecke einfach mal alt aussehen. „Dass am Ende niemand mit mir mithalten konnte, hat mich schon ein wenig überrascht“, gestand Funk. Er selbst sei von der Situation beflügelt gewesen. „Über mir der Helikopter, vor mir das Führungsfahrzeug und in dem Wissen, dass es einen Livestream vom Rennen gibt – da konnte ich dann noch mehr drücken“, sagte er stolz.

Erster Verfolger lag gut einen Kilometer hinter ihm

Doch erst am zweiten Anstieg der Radrunde wusste er erstmals, dass sein Vorsprung schon deutlich war und er brachte diesen bis in die Wechselzone. „Ich war mir trotzdem nicht sicher, ob es reichen wird“, betonte er. Am Wendepunkt der Laufstrecke – es war ein Halbmarathon zu absolvieren – sah Funk dann aber, dass sein erster Verfolger gut einen Kilometer hinter ihm lag.

Zudem bekam er auf der Laufstrecke nun regelmäßig von seinen Eltern und seiner Freundin die Zwischenzeiten zugerufen. „Aber ich habe erst zwei Kilometer vor dem Ende realisiert, dass ich das Rennen gewinnen werde“, sagte er. Und so brüllte Frederic Funk im Ziel, das er nach 3.44:49 Stunden erreichte, seine ganze Freude heraus. „Nach den ersten zwei verkorksten Rennen in dieser Saison war’s dann umso emotionaler.“

Ob’s das perfekte Rennen war, mochte der Triathlet nicht sagen. „Es gibt immer ein paar kleine Sachen, die man noch besser machen kann“, betonte er. Fakt ist: Jan Stratmann (3.49:25) und Maurice Clavel (3.49:56), die den deutschen Dreifach-Triumph in Niederösterreich komplettierten, hatten am Ende einen deutlichen Rückstand auf Funk.

Ironman-Hawaii-Sieger: „Er hat uns hier echt deklassiert

Sebastian Kienle, der Ironman-Hawaii-Sieger von 2014, adelte Funk im Ziel. „Es war schon ein verdammt gut besetztes Feld und er hat uns hier echt deklassiert“, betonte Kienle, der am Ende Neunter (3.52:41) wurde. „Man muss halt auch sehen, dass dahinter das Tour-de-France-Peleton gefahren ist, da ist jeder mal im Wind gefahren und er ist halt allein vorne komplett durcheskaliert.“ Kienle ist sich sicher, dass Funk eine große Karriere bevorstehen wird. Er habe ja schon einmal gesagt, „dass ich die Aktie gerne zeichnen würde“, ergänzt er., „und die ist diesmal natürlich durch die Decke gegangen“.

Ein Heimspiel für den Unterwössener

Für Funk sind Kienles Worte „motivierend“. Der junge Athlet ergänzt: „Sebi ist ein großes Vorbild für mich.“ Er selber bereitet sich jetzt auf sein nächstes Rennen vor. Er wird bei der Challenge Walchsee am Sonntag, 27. Juni, an den Start gehen – ein Heimspiel also für den Unterwössener, bei dem er in der Vergangenheit schon zweimal Zweiter geworden ist. Natürlich würde er dieses Rennen auch gerne mal gewinnen, sagt Funk. Aus St. Pölten nimmt er jedenfalls eines mit: „Ein Mega-Selbstbewusstsein für das Training.“

Julian Erhardt „mit allen drei Disziplinen zufrieden“

Julian Erhardt war mit seinem Rennen zufrieden, mit der Platzierung allerdings nicht.

Für Funks Teamkollegen von Triathlon Grassau, Julian Erhardt, lief es in St. Pölten ebenfalls besser. „Ich bin tatsächlich mit allen drei Disziplinen zufrieden“, sagt er. „Aber so, wie das Endergebnis da steht, ist es natürlich katastrophal.“ Der Überseer ging nach 4.06:40 Stunden über die Ziellinie und belegte damit Platz 39. Beim Schwimmen lief im ersten See noch alles nach Plan. „Beim zweiten See habe ich mich dann in der Tat etwas schwergetan“, betonte er. Beim Radfahren war er dann meist auf sich allein gestellt, war aber auf Tuchfühlung. „Beim Laufen war dann alles sehr eng.“

Und da Erhardt ein hervorragender Läufer ist, machte er sich durchaus Hoffnungen, dass er noch einige Plätze nach vorne kommen könnte. Doch er bekam schon auf der ersten der beiden Laufrunden Probleme mit dem Magen. Die Folge: Erhardt musste zweimal einen Stopp auf der Toilette einlegen. Woran es gelegen hat? „Ich habe am Vortag nicht selber gekocht, sondern mir etwas geholt. Das dürfte einen Tick zu viel gewesen sein.“

Jetzt hofft Erhardt für das nächste Rennen, endlich mal „alle Puzzleteile zusammenfügen zu können“. Er wird am Sonntag, 20. Juni, beim Apfelland-Triathlon in Stubenberg am See über die Mitteldistanz starten, bevor es für ihn dann ebenfalls zur Challenge Walchsee (27. Juni) geht.bst

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