SBC Traunstein entlässt Trainer - Ludwig Trifellner übernimmt

Trennung von Gawron

Adam Gawron hat am Samstag zum letzten Mal Anweisungen im Traunsteiner Trainingsanzug gegeben. Foto Weitz
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Adam Gawron hat am Samstag zum letzten Mal Anweisungen im Traunsteiner Trainingsanzug gegeben. Foto Weitz

Der SB Chiemgau Traunstein hat nach dem schwachen Abschneiden in den letzten Wochen - nur ein Sieg in sieben Spielen - die Reißleine gezogen und sich von Trainer Adam Gawron getrennt. Am gestrigen Dienstag leitete erstmals Interimscoach Ludwig Trifellner (57) das Training, der auch am kommenden Samstag (15 Uhr) im eminent wichtigen Auswärtsspiel beim Aufsteigerkollegen der Fußball-Landesliga Südost, TSV Velden, auf der Bank sitzen wird.

"Ernüchternde"

Entwicklung

"Ernüchternd" sei die Entwicklung in den vergangenen Wochen gewesen, sagte SBC-Abteilungsleiter Rainer Hörgl, "nach dem Sieg bei Türkgücü-Ataspor haben wir gehofft, die Trendwende sei da. Dann kam dieser Offenbarungseid in allen Belangen gegen Manching (2:3-Niederlage am vergangenen Samstag, d. Red.)". Danach hatte die SBC-Führung nicht mehr das Gefühl, "dass Trainer und Mannschaft das hinkriegen", erklärte Hörgl. Er informierte gemeinsam mit dem Zweiten Abteilungsleiter Manfred Wudy Adam Gawron und die Mannschaft vor dem Montagstraining über die Trennung und schickte das Team sogleich zu einem Regenerationslauf.

Bei der Suche nach einem neuen Coach werde man auf keinen Fall einen Schnellschuss machen, so der Traunsteiner Fußball-Chef. Trifellner, der nicht nur wegen seiner Tätigkeit als SBC-Torwarttrainer (seit gut einem Jahr) die Mannschaft "einigermaßen kennt" (Hörgl), sei ein erfahrener Coach, der unter Umständen auch bis zum Winter die Verantwortung übernehmen wird. "Er ist ein Trainer von hoher Qualität und somit ideal für unsere Mannschaft, die jetzt eine andere Ansprache braucht", behauptet Hörgl.

Aus seiner Zeit beim FC Bayern München (sieben Jahre) darf sich der frühere Klasse-Torwart "Lu" Trifellner deutscher Meister 1980/81 nennen. Außerdem fungierte er unter anderem als Abteilungsleiter und Torwarttrainer des TSV 1860 München, wobei er unter Werner Lorant den Aufstieg in die 1. Bundesliga feierte sowie als Scout des Hamburger SV und der SpVgg Greuther Fürth. Als Cheftrainer stieg er mit dem SV Lohhof 1999 als Bayernliga-Meister in die Regionalliga auf. Auch in Österreich war Trifellner schon als Cheftrainer tätig - genauer gesagt beim drittklassigen FC Kufstein.

Ausdrücklich betonte Hörgl, dass Gawron "Dank gebührt, nachdem er mit der Mannschaft das Ziel Landesliga-Aufstieg geschafft hat - das hat er gut hingekriegt." Die Entwicklung in den jüngsten drei Monaten sei jedoch "nicht so gewesen, wie wir uns das vorgestellt hatten", redet Hörgl Klartext. Die Trennung hätte Gawron "sehr gefasst, nüchtern und sachlich" aufgenommen, so der Traunsteiner Abteilungsleiter, "ich habe ihm auch gesagt, dass ich Parallelen zu meiner eigenen Laufbahn sehe - als junger Trainer muss man eben lernen".

Tabellarisch hat sich Gawron übrigens nicht allzu viel vorzuwerfen. Das öffentlich angegebene Ziel des Aufsteigers lautet ja "nur" Klassenerhalt, und er übergab das Team zu Beginn dieser Woche auf dem gesicherten zwölften Rang mit einem Vier-Punkte-Vorsprung auf einen Direktabstiegsplatz. Allerdings liegen die Traunsteiner nur einen Zähler vor der Relegation, was Hörgl und Co. offenbar zum Handeln animiert hat. cs

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