Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Nach Niederlage bei Europameisterschaft

Traunreut: Boxer Serge Michel schmiedet wieder große Pläne

Auch 2021 motiviert: Serge Michel.
+
Auch 2021 motiviert: Serge Michel.

Der Kopf ist wieder frei: Serge Michel hat die Niederlage vom Dezember im Finale des Golden-Contract-Turniers in Wakefield (England) gegen den Letten Ricards Bolotniks abgehakt und schmiedet bereits wieder große Pläne.

Traunreut - Der 32-jährige Profiboxer aus Traunreut und sein Team um Manager Johann Wilhelm (Trostberg) geben sich sehr zuversichtlich: „Den Europameisterschafts-Kampf gegen Bolotniks habe ich verloren, aber nicht mein Ziel“, betont Michel.

Es war pikanterweise das 13. Profi-Duell seiner Laufbahn, das er doch etwas „verschenkt“ hatte, sodass am Ende die zweite Niederlage in seiner Bilanz stand. Acht seiner bisherigen elf Siege hat der „Bavarian Sniper“ aus dem Chiemgau durch K.o. gefeiert. Nun gilt es, die nötigen Lehren aus dem Finale zu ziehen. Wilhelm macht sich jedenfalls um die Zukunft seines Schützlings keine Sorgen: „Das Interesse an Serge und möglichen künftigen Kämpfen ist groß. Es gibt genügend Leute, die gemeinsam mit ihm den Erfolg teilen möchten – und fest an ihn glauben. Wir haben neue Ansätze und sehr gute Optionen für Serges Werdegang.“

Zudem sei laut Wilhelm nicht alles schlecht gewesen im Corona-Jahr 2020: „Er hat zwar den EM-Kampf der World Boxing Organization verloren, doch innerhalb eines Jahres konnte er drei internationale Kämpfe im Ausland bestreiten und dabei zwei starke britische Lokalmatadore besiegen. Es war ja nicht Platz zwei bei einer Gaudi-Veranstaltung, sondern in einem absolut hochkarätigen Turnier“, so der Manager. Trotzdem räumt Michel selbst ein, dass er die Aufgabe etwas unterschätzt hat.

Ihre Niederlage gegen Bolotniks war eine große Enttäuschung, oder?

Serge Michel: Klar. So hatte ich mir das ganz sicher nicht vorgestellt. Ich dachte, dass ich den Golden Contract so gut wie sicher in der Tasche habe. Das war einer der Gründe, weshalb ich verloren habe. Wir haben diesen Kampf auf die leichte Schulter genommen, waren sicher, dass ich der bessere Boxer bin. Dafür haben wir eine krasse Quittung kassiert.

Wie sehr nagte diese Niederlage an Ihrem Ego?

Michel: Die Narbe in meinem Herzen war groß. Doch aus jeder Niederlage lernt man viel mehr als aus einem Sieg. Ich bin natürlich auch froh, dass dieser Tag vorbei ist und ich mit frischer Motivation neue Ziele in Angriff nehmen kann.

Ganz so einfach konnten Sie nach dem Bolotniks-Kampf nicht zur Tagesordnung übergehen...

Michel: Das ist absolut richtig. Wir hatten jetzt Ruhe und Zeit, um den Kampf sowie die letzte Vorbereitungsphase zu analysieren. Es gibt sicher einige Dinge, an denen wir schrauben müssen. Zum Beispiel gilt es, unsere Stärken auszubauen und besser zu nutzen – und andererseits die Schwächen zu minimieren.

Am Potenzial und am Material, mit dem gearbeitet wird, liegt es nicht. Aber man lernt nie aus, und man lernt aus Fehlern, die man in Zukunft so nicht mehr machen wird.

Zum Beispiel?

Michel: Einer der Ansatzpunkte wird die Gewichtsabnahme in der Kampfvorbereitung sein. Ich habe das bisher übers Weight Cutting gemacht, übers Wasser – vier, fünf Kilo mussten zwei Tage vor dem Kampf runter. Grundsätzlich kann man das schon ein- oder zweimal pro Jahr so hinkriegen, da jedoch Halbfinale und Finale in Wakefield innerhalb von zwei Monaten anstanden, hat das viel Substanz gekostet.

Im Klartext heißt das für mich: Ich werde künftig nicht mehr mit über 90 Kilo rumlaufen, sondern mit 85, dann wird es einfacher, auf die im Halbschwergewicht zugelassenen 79,3 Kilo zu kommen. Es soll jetzt wirklich keine Ausrede sein, dass Bolotniks eine längere Vorbereitung hatte, weil sein Halbfinale vier Tage vor meinem ausgetragen wurde. Doch bei dieser insgesamt sehr kurzen Final-Vorbereitung hat das sicher auch etwas ausgemacht.

Wie würden Sie Ihr Ziel aktuell formulieren?

Michel: Ich will zu den Besten der Welt gehören und an die Spitze kommen. Wer denkt, dass dieses Golden-Contract-Finale das Ende war, der täuscht sich gewaltig.

Wann könnte denn der nächste Fight überhaupt anstehen?

Michel: Es hat schon die ersten Gespräche gegeben, die nun vertieft werden. Man darf ja nicht vergessen, dass die Niederlage gegen Bolotniks, also der Fünf-Kämpfe-Vertrag bei Top Rank, den ich dadurch verpasst habe, schon auch finanzielle Auswirkungen hatte. Andererseits war es super, dass ich mir durch die Siege im Viertel- und Halbfinale ein kleines Polster verschaffen konnte. Interview: Settele

Mehr zum Thema

Kommentare