Traumduo vereint: Gibbons kommt zu den Starbulls – und will den Titel!

Dale Derkatch und Gordon Sherven, Mark Teevens und Doug Derraugh oder Jim Hiller und Scott Beattie in den 90ern – in der Rosenheimer Eishockeygeschichte hat es immer wieder nordamerikanische Traumduos unter den Kontingentspielern gegeben. Die Starbulls-Historie reiht sich da mit Cory Quirk und Patrick Asselin oder Shawn Weller und Tyler McNeely in den 2010ern nahtlos ein.

  • Nach Curtis Leinweber kommt Kyle Gibbons als zweiter Kontingentspieler zu den Starbulls
  • Gibbons, 29-jähriger US-Amerikaner, gilt als Tormaschine.
  • Der Außenstürmer kommt nach Rosenheim und hat mit der Mannschaft große Ziele.

Rosenheim– Nun hat sich ein ehemals kongeniales Duo beim Oberligisten in Rosenheim wiedervereint: Nach Curtis Leinweber haben die Starbulls nun auch Kyle Gibbons als neuen Kontingentspieler bestätigt – und damit auch den Bericht des Oberbayerischen Volksblatts vom 4. Mai, als sich die Sportredaktion bereits mit einer Neuauflage der einstigen Deggendorfer Aufstiegsgaranten beschäftigt hatte.

Fast zwei Punkte pro Spiel in der Oberliga

Das neue Starbulls-Duo auf einem Bild: Ganz links Curtis Leinweber und rechts Kyle Gibbons. Das Spiel am 1. November 2017 bei den Starbulls endete 4:2 für Deggendorf. Dreifacher Torschütze war Curtis Leinweber.

Rund zwei Monate später ist der Wunsch vieler Rosenheimer Fans nun Wirklichkeit: Während der Kanadier Leinweber (32) technische Fertigkeiten und Spielübersicht vereint, gilt der 29-jährige US-Amerikaner Gibbons als Tormaschine. Seit vier Spielzeiten ist der in Westlake im US-Bundesstaat Ohio geborene Gibbons in Deutschland aktiv und kann dabei auf 133 Oberliga-Spiele mit 121 Toren und 108 Vorlagen verweisen.

Auch die Bilanz in der DEL2 liest sich mit 34 Toren und 42 Vorlagen nicht so schlecht. Mit Deggendorf schaffte er den Aufstieg aus der Oberliga in die DEL2, musste aber nach einem Jahr wieder runter. In der vergangenen Saison war Gibbons zunächst mit einem Try-out-Vertrag in der DEL2 für den EC Bad Nauheim ausgestattet, ehe er die Saison in der Oberliga Nord bei den Füchsen Duisburg beendete.

„Gemeinsam können wir als Team alles erreichen“

„Ich freue mich riesig darauf, zukünftig für die Starbulls zu spielen. Es ist ein Verein mit großer Historie und ich komme hierher, um dieser eine weitere Erfolgsgeschichte hinzuzufügen“, sagt der Flügelstürmer, der klar bekennt: „Für Rosenheim hat zusätzlich gesprochen, dass ich John Sicinski bereits aus Deggendorf kenne und ich mich mit ihm als Trainer sehr wohl fühle.“ Gibbons kommt zu den Starbulls – und will den Titel: „Gemeinsam können wir als Team alles erreichen. Mein oberstes Ziel ist es, am Ende der Saison den Pokal gemeinsam mit meinen neuen Teamkollegen in die Höhe zu heben.

Kyle Gibbons in der Saison 2017/2018 gegen die Starbulls und Ex-Verteidiger Manuel Neumann.

Lesen Sie auch:

Starbulls Rosenheim erhalten die Oberliga-Lizenz

Kyle Gibbons versuchte die Scheibe vor Lukas Steinhauer abzufälschen.

Neben dem DEL2-Aufstieg mit Deggendorf hat Gibbons auch schon im College-Bereich reüssiert: Mit dem Canisius College sicherte er sich den Titel in der Atlantic Hockey Association (AHA). In seinen vier College-Jahren war er stets einer der besten Scorer seines Teams – und brauchte sich auch vor namhafter Konkurrenz in der Liga nicht zu verstecken: 2012/13, in seiner dritten College-Saison, kam er auf 43 Punkte in 42 Spielen.

„Ein eingebautes Torjäger-Gen“

Zum Vergleich: Ingolstadts DEL-Topscorer Wayne Simpson war damals im vierten Jahr und kam auf 36 Punkte in 39 Spielen. Augsburgs DEL-Topspieler Drew LeBlanc war im fünften Jahr und erzielte 50 Punkte in 42 Begegnungen. Der in der DEL2 recht beständige Branden Gracel vom ESV Kaufbeuren war damals im dritten Jahr und kam auf 34 Punkte in 34 Partien.

Lesen Sie auch:

Starbulls Rosenheim: Erst ein Corona-Hygienekonzept, dann Dauerkarten für die neue Saison

2017 Gegner und in der neuen Saison in einem Team. Florian Krumpe und Kyle Gibbons.

„Kyle hat ein eingebautes Torjäger-Gen, strahlt in der Offensivzone stets viel Gefahr aus und verfügt über einen enorm starken Schuss. Er ist einer der besten Torjäger aller beiden deutschen Oberligen, bringt aber auch viele andere starke Qualitäten mit in unser Team“, freut sich Starbulls-Coach John Sicinski. Und er sagt: „Zusammen mit Curtis Leinweber haben wir jetzt ein sehr starkes Kontingentduo, welches sich auf der Eisfläche einfach blind versteht.“

Kooperation mit DEL-Club Ingolstadt?

Kyle Gibbons steht für Torgefahr, was auch die Starbulls Rosenheim schon zu spüren bekamen.

Mit dem Rechtsschützen Gibbons haben die Starbulls aktuell zwei Torhüter, acht Verteidiger und elf Stürmer im Aufgebot. Nachdem Coach Sicinski vor einigen Wochen im OVB-Interview von drei Torhütern, acht bis zehn Verteidigern und 13 Stürmern als neuem Kader gesprochen hatte, ist noch Platz. Zum Beispiel für einen deutschen Stürmer, den die Rosenheimer noch suchen. Gerüchten zufolge waren auch Marc Schmidpeter (ehemals Landshut) und Christoph Kabitzky (vorher Selb, künftig Hannover Scorpions) im Kandidatenkreis, entschieden sich aber anders.

Zur Kadererweiterung könnte hingegen eine Kooperation mit DEL-Club ERC Ingolstadt Panther beitragen. Spekulationen darüber geistern schon länger in der Eishockey-Szene herum. Bei den Donaustädtern sind unter anderem der junge Torwart Jonas Stettmer (Jahrgang 2001), Verteidiger Garret Pruden (Jahrgang 1998) sowie einige Nachwuchsspieler aus dem DNL2-Team Kandidaten für eine Oberliga-Förderlizenz.

Rubriklistenbild: © Hans-Jürgen Ziegler

Mehr zum Thema

Kommentare