„Die Trainingsleistungen gut rüberbringen“

Er freut sich auf die kommende Saison: Biathlet Dominic Schmuck. Hohler

Ruhpolding – Ein Teil seiner Teamkollegen vom Stützpunkt Ruhpolding darf bereits in dieser Woche am IBU-Cup in Sjusjoen (Norwegen) teilnehmen – für Dominic Schmuck (SC Schleching) beginnt die Wettkampf-Saison im Winter mit dem Alpencup (mit Deutschlandpokal) in Obertilliach (Österreich) am Wochenende 7./8. Dezember.

Der junge Biathlet hatte sich bei den deutschen Meisterschaften auf Skirollern am Arber und in Ruhpolding gegen die namhafte nationale Konkurrenz noch keinen Platz für die internationalen Wettkämpfe ergattern können. Er habe die Qualifikation am Arber „verschossen“, bekennt der 23-Jährige.

Denn da hatte er nach vier Schießfehlern im Sprint nur Rang 19 und im Verfolgungslauf (Nettowertung) nach fünf „Fahrkarten“ nur Rang 22 belegt. „In Ruhpolding lief es dann wesentlich besser“, freut er sich. Mit einem 7. Platz im Speziallanglauf und dem neunten Platz im Massenstart bewies er sein Potenzial.

„In Ruhpolding war es dann aber schon eine große Herausforderung, im Massenstart sogar einmal auf Stand eins zu schießen.“ Er meisterte diese ordentlich, sieht aber dennoch im Schießen noch den größeren Verbesserungsbedarf bei seinen Leistungen. „Derzeit liegt meine Stärke eher im läuferischen Bereich, obwohl ich im Schießen im Training auch schon ein hohes Niveau habe und auch schon viel an der Technik gearbeitet habe.“ Doch das Schießen sei eben auch „Kopfsache“, weiß Schmuck.

Und da hilft dann auch häufig einfach die Erfahrung: Die meisten Biathleten, die auf höherer Wettkampfebene dabei sind, sind eben auch schon länger in ihrer Disziplin dabei als der 23-Jährige.

Dieser bestritt übrigens einen ganz eigenen Weg: Er stieg ganz bewusst erst in der Altersklasse der Jugend im Biathlon ein. Der Grund: Da beginnt dann das Schießen mit dem KK-Gewehr, in der Schülerklasse wird mit dem Luftgewehr geschossen. „Ich habe mich dafür entschieden, gleich mit dieser Waffe das Schießen zu lernen, um nicht wieder umlernen zu müssen. Dafür habe ich versucht, in dieser Zeit schon viel im Langlauf zu arbeiten und auch meine Lauftechnik zu verbessern.“

Günstig ist auch für ihn: Nach vier Jahren Ausbildung zum Polizeimeister bei der Bundespolizei konnte er diese Ausbildung im August 2017 erfolgreich abschließen. „Seitdem kann ich mich voll auf meinen Sport konzentrieren – und das spürt man auch“, freut er sich darüber, dass er schon deutliche Fortschritte gemacht hat. Schmuck wohnt inzwischen in Inzell und ist neben dem Biathlon „allgemein sportbegeistert, besonders mag ich Triathlon.“ Dabei und bei Unternehmungen mit Freunden, Familie und seiner Freundin könne er den Kopf freibekommen, „und vor Wettkämpfen helfen mir Gespräche mit Trainern oder auch Videos von früher, auch von Olympischen Spielen.“

Solche sportlichen Höhepunkte sind noch weit entfernt für ihn. Sein Nahziel ist es erst einmal, sich bei den Wettkämpfen im Alpencup beziehungsweise Deutschlandpokal gut zu präsentieren, um sich „hochzuqualifizieren“ – das heißt, sich für einen Platz im IBU-Cup zu empfehlen. „Da wird meist um die Weihnachtszeit ausgewechselt“, hofft er auf einen guten Saisonstart.

Die höheren Ziele für die Zukunft müsse man zwar im Auge behalten, „aber erst einmal muss ich meine Trainingsleistungen gut rüberbringen.“ Dann sei der erste Schritt, sich einen Platz im IBU-Cup zu sichern, „und dann eventuell auch mal im Weltcup oder sogar bei einer WM.“ who

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