Top-Rookie Leon Decker: „Ich will der Auszeichnung gerecht werden“

„Es ist noch Luft nach oben“:Leon Decker im Einsatz für den EHC Waldkraiburg. Del Grosso

Leon Decker ist ein echtes Eishockey-Eigengewächs im EHC Waldkraiburg. Der 18-Jährige ist kürzlich zum „Rookie des Jahres“ in der abgelaufenen Saison der Eishockey-Bayernliga gewählt worden. Als „Rookie“ wird ein Spieler bezeichnet, der seine erste komplette Spielzeit im Herrenbereich bestreitet.

Waldkraiburg– Decker, der demnächst seine Ausbildung zum Verfahrensmechaniker in der Produktion abschließt und dann auf die Berufsoberschule gehen will, hat beim EHC überzeugt. Im Interview mit der Sportredaktion spricht der Flügelstürmer über die Auszeichnung, seine Erfahrungen im Herrenbereich und die Zukunft.

Leon Decker ist Rookie des Jahres in der Eishockey-Bayernliga – wie hört sich das an?

Schön. Aber für mich kam das ziemlich überraschend. Damit hatte ich gar nicht gerechnet. Aber die Freude darüber war bei mir riesig.

„Für die erste richtige Saison kann ich zufrieden sein“ Wie bewerten Sie die Saison für sich und das Team in der Rückschau?

Für die erste richtige Saison im Herrenbereich kann ich schon sehr zufrieden sein. Die Mannschaft hat mich sehr gut aufgenommen, die Trainer haben mir vertraut. Es ist aber auch noch Luft nach oben. Als Mannschaft haben wir es auch – bis auf eine kurze Strecke – sehr gut gemacht.

Sie haben bereits mit 17 Jahren in der Oberliga rangedurft. Welche Erfahrungen haben Sie gemacht?

Das war unbeschreiblich. Mein erstes Spiel war in Höchstadt, da waren dann natürlich viel mehr Zuschauer als im Nachwuchs. Für mich war alles neu, das hat mich schon etwas zittern lassen. Ich war das ja nicht gewohnt. Mit Nico Vogl und Lukas Wagner hatte ich aber zwei schon erfahrenere Spieler in der Reihe, die haben mich gut geleitet und zwischen den Wechseln auch immer viel erklärt. Vom Tempo her war das natürlich schon ganz anders.

Wie schnell legt man den Respekt ab?

Das hat sich schon fast die gesamte Oberliga-Saison gezogen. Meinen ersten Scorerpunkt habe ich gegen Rosenheim gemacht, das hat mir dann schon Selbstvertrauen gegeben.

Vorbild Auston Matthews Haben Sie ein Vorbild?

Ja, das ist Auston Matthews von den Toronto Maple Leafs. Der ist schnell, hat einen ziemlich guten Schuss und unglaubliche Hände – er beherrscht einfach alles.

Beurteilen Sie mal Ihre Stärken und Schwächen!

Eine meiner Schwächen ist sicherlich noch die Verspieltheit. Da könnte ich einen guten Pass spielen, bin dann aber viel zu lange an der Scheibe geblieben. Das ist im Nachwuchs noch gegangen, bei den Herren aber nicht. Auch bei der Spielübersicht kann ich mich noch verbessern. Mit dem Tempo und Körperspiel komme ich gut zurecht. Und auch die Chancenverwertung hat gepasst – wenn die Chance da war, dann habe ich getroffen, oder ein Tor aufgelegt.

Wie lauten Ihre Ziele?

Das erste Ziel ist, aus der nächsten Saison das Bestmögliche zu machen und meiner Auszeichnung auch gerecht zu werden. Das ist nicht so einfach. Ich möchte mich von Spiel zu Spiel steigern und eine gute Saison spielen. Irgendwann möchte ich es auch in die Oberliga schaffen. Interview: Neumeier

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