RADSPORT

Der Titel als „persönliches Anliegen“

Das neue Team Auto Eder Bayernmit Teamchef Ralph Denk und Trainer Christian Schrot (rechts).
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Das neue Team Auto Eder Bayernmit Teamchef Ralph Denk und Trainer Christian Schrot (rechts).

„Wir haben wieder eine Mannschaft mit gutem Charakter und guten Aussichten beisammen.“ Die Vorfreude war Teamchef Ralph Denk auf die neue Saison mit dem Team Auto Eder Bayern bei der Mannschaftspräsentation im Turbinenhaus in der Alten Spinnerei in Kolbermoor deutlich anzumerken.

Kolbermoor–Denk konnte im edlen Ambiente viele Unterstützer, Sponsoren und Ehrengäste begrüßen. Allen voran Geschäftsführer Willi Bonke als Top-Sponsor des Team Auto Eder Bayern. „Radsport ist eine Passion von mir. Es ist wichtig, dass Unternehmen etwas für die Jugend machen“, befand Bonke, der den Radsportlern von Denk mit dem Profirennstall Bora-hansgrohe und dem bayerischen U19-Team eine Flotte von 21 Autos zur Verfügung stellt. „Man kann stolz sein, dass Leute aus der Region wie Ralph Denk gemeinsam mit Willi Bruckbauer so etwas geschafft haben“, lobte Bonke, der dann vom amtierenden deutschen Straßenmeister Marcus Burghardt mit einem Trikot beschenkt wurde. „Die U19 ist eine schwierige Altersklasse, weil es kaum Förderung gibt. Deshalb sind Sponsoren so wichtig“, meinte der Samerberger Burghardt, das lokale Radsport-Aushängeschild des Raublinger Profirennstalls.

Er gehörte zu den vier Profis, die der Teampräsentation beiwohnten. Emanuel Buchmann hat sich als 15. der vergangenen Tour de France bereits einen Namen gemacht. Lukas Pöstlberger ist auf dem besten Weg dazu, fuhr er doch im Vorjahr beim Giro d‘Italia einen Tag im rosa Trikot des Führenden. „Das habe ich immer noch nicht ganz realisiert, was ich da geschafft habe“, bekannte der Österreicher, der neugierig war, „was der Nachwuchs so macht“.

Die aktuelle Truppe vom Team Auto Eder Bayern, die in der Rad-Bundesliga fährt, soll einiges schaffen. „Es ist ein persönliches Anliegen von mir, dass wir den deutschen Meistertitel holen. Wir haben zwar immer wieder internationale Erfolge errungen, aber der fehlt uns noch“, steckt Trainer Christian Schrot die Ziele fest. Mit den Kemptenern Felix Engelhardt und Kilian Rietzler sowie dem Ansbacher Kilian Steigner (alle Jahrgang 2000) gehören drei Fahrer aus dem Vorjahr der Mannschaft weiter an. Hinzu kommen die Neuzugänge Leslie Lührs (Irschenberg), Michael Peter (Passau), Linus Rosner (Regensburg) Sven Zurawski (Herzogenaurach, alle Jahrgang 2001) sowie Bastian Frick (Irschenberg, Jahrgang 2000). Letzterer, auch schon deutscher Meister im Nachwuchs, gab den Gästen seine Lieblingsstrecken zum Training preis: „Wenn ich eine flache Strecke trainieren möchte, dann geht es Richtung Kreuzstraße zum Hofoldinger Forst, bei den Bergen ist das Sudelfeld einer meiner Favoriten.“

Der vierte Bora-hansgrohe-Profi im Bunde, Michael Schwarzmann, ist das Paradebeispiel der Entwicklung, die ein junger Radsportler unter Ralph Denk nehmen kann. Seit zehn Jahren arbeiten beide zusammen, auch Schwarzmann war im Team Auto Eder Bayern und ist jetzt ein fester Bestandteil des Raublinger Profirennstalls. Zuletzt wirkte er bei einer Rundfahrt sogar als verlängerter Arm des Trainers. „Ich war zur richtigen Zeit am richtigen Ort“, beschrieb Schwarzmann seine Entwicklung – und gab seine Erfahrungen direkt an die Nachwuchsfahrer weiter: „Nicht aufgeben und auf die richtigen Leute hören – dann wird jeder seine Chance bekommen.“

Erster Renneinsatz des Team Auto Eder Bayern wird Ende März in Österreich sein, doch zuvor absolviert die bayerische U19-Auswahl ein zehntägiges Trainingslager in der Toskana. tn

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