Schade für den TC 1860 Rosenheim: Corona-Krise führt zur Absage der Tennis-Bundesligasaison

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Schweren Herzens gaben die beiden Verantwortlichen des TC 1860 Rosenheim Thomas Detterbeck (links) und Wolf-Dieter Dörfler die Entscheidung des Deutschen Tennis-Bundes bekannt.
  • Hans-Jürgen Ziegler
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Aufgrund der anhaltenden Ausbreitung der weltweiten COVID 19-Pandemie sagt der Deutsche Tennis Bund (DTB) die 1. Tennis-Point Bundesliga und die 2. Bundesliga für 2020 ab. Von der Absage der Spiele aus der 1. Bundesliga sind insgesamt zehn Mannschaften betroffen, darunter Aufsteiger TC 1860 Rosenheim. 

Rosenheim -   Schade für den TC 1860 Rosenheim und seine vielen fleißigen Helfer: Aufgrund der anhaltenden Ausbreitung der weltweiten COVID 19-Pandemie sagt der Deutsche Tennis Bund (DTB) die 1. Tennis-Point Bundesliga und die 2. Tennis Bundesliga für 2020 ab. Von der Absage der Spiele aus der 1. Bundesliga sind insgesamt zehn Mannschaften betroffen.

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Die Absage war alternativlos

„Das ist natürlich sehr bitter für uns aber es sind ja viele Großveranstaltungen wie die Olympischen Spiele und auch Wimbledon abgesagt worden, da kam die Absage natürlich auch nicht überraschend für uns“ erklärte Thomas Detterbeck, der für die Finanzen bei den Rosenheimern zuständig ist. „Die Absage war unserer Meinung nach alternativlos. Wir stehen voll hinter der Entscheidung und greifen eben nächstes Jahr voll an“, so Detterbeck weiter. Der 1. Vorstand Wolf-Dieter Dörfler fügte an: „Wir hatten uns natürlich riesig auf die Saison gefreut, vor allem weil wir einen starken Kader zusammengestellt haben.“ Die Sechziger standen mit den anderen Erstliga-Teams und mit dem DTB ständig in Kontakt und wussten, dass acht von zehn Mannschaften für eine Absage der Bundesliga Saison gestimmt hatten. „Düsseldorf das seit 30 Jahren in der Liga dabei sind, hat sogar mit einem Boykott gedroht und einen kompletten Rückzug angedroht, falls die Liga gespielt wird“, sagt Dörfler.

Ein Jahr länger für die Vorbereitung

Thomas Detterbeck betont noch einmal, dass alle Beteiligten des TC 1860 Rosenheim, die sehr viel Zeit und Herzblut in die Vorbereitungen gesteckt haben, voll hinter der Absage stehen. „Jetzt haben wir ein Jahr länger Zeit um uns auf diese große Aufgabe vorzubereiten. Auf alle Fälle können wir jetzt schon mal sagen, dass wir schon ein Jahr in der ersten Bundesliga waren, auch wenn wir kein Spiel gespielt haben“, sagte Detterbeck mit einem Augenzwinkern.

Sechziger haben mit 1500 Tennisfans gerechnet

Didi Dörfler sah überhaupt keine Möglichkeit die Saison zu spielen, „weil gerade bei Mannschaften wie Düsseldorf oder Mannheim 3000 bis 5000 Zuschauerkommen. Auch wir haben mit 1000 bis 1500 Tennisfans gerechnet und da kann keiner sagen, dass das im Juli machbar gewesen wäre.“ Bei TC 1860 Rosenheim haben schon zwei 70er-Mannschaften zurückgezogen, weil ihnen Punktspiele zu gefährlich wären. Ob andere, unterklassige Teams spielen, entscheidet sich erst noch.

„Die Arbeit war ja nicht umsonst, denn das was wir heuer schon auf die Beine gestellt haben bleibt und wir haben jetzt eben ein Jahr länger Zeit um das eine oder andere noch besser vorzubereiten. Wichtig sind natürlich jetzt auch die Gespräche mit den Sponsoren, von denen ich bereits die meisten informiert habe, erklärte Detterbeck.

Erste positive Sponsoren-Gespräche

Nach Gesprächen, die er bereits geführt hat, geht er davon aus, „das die breite Masse der Sponsoren auch weiter dabei bleibt. Der Vertrag für 2020 fängt eben erst 2021 zu laufen an. Natürlich muss man auch abwarten, wie ist die Firmen diese Krise verkraften.“

Mit den Spielern haben die Sechziger bislang noch nicht gesprochen. „Außer mit Lukas Jastraunig der natürlich jetzt auch in den nächsten Tagen zusammen mit Bernhard Gleissner die Spieler informieren wird,“ sagt Dörfler, der sich mit der zusammengestellten Mannschaft gute Chancen ausgerechnet hatte „zumindest im Mittelfeld oder auch ganz vorne mitspielen zu können.“ Jetzt wollen die Sechziger natürlich diese Mannschaft zusammenhalten beziehungsweise die eine oder andere Verstärkung noch zu bekommen. „Damit wir nächstes Jahr ganz vorne dabei sind“, blickt der 1. Vorstand optimistisch in die Zukunft.

Nach dem Interview zur Platzpflege

Wolf Dieter Dörfler war bei dem Video-Interview gerade mit der Pflege der Tennisplätze an der Pürstlingstraße beschäftigt, denn bei den Sechzigern hofft man, dass man schnellstmöglich den normalen Trainingsbetrieb wieder aufnehmen kann. „Und dazu braucht man gute und gepflegte Plätze“, sagte Dörfler und drehte die Bewässerungsanlage auf.

Keinen Beifall für die Bundesliga-Spieler des TC 1860 Rosenheim wird d es im Sommer auf der Anlage an der Pürstlingstraße geben. Die Saison wurde komplett abgesagt.

Spielstart wäre der 5. Juli gewesen

In der 2. Bundesliga werden insgesamt 18 Mannschaften nicht spielen – neun in der 2. Bundesliga Nord und neun in der 2. Bundesliga Süd. Offizieller Spielstart in der höchsten deutschen Spielklasse wäre der 5. Juli 2020 gewesen. Für die 2. Bundesliga Nord und Süd war der erste Spieltag für den 12. Juli terminiert.

"Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen"

„Die Entscheidung, sämtliche Spiele der ersten und zweiten Tennis-Bundesliga abzusagen, ist uns nicht leichtgefallen. Wir haben dies in enger Abstimmung mit allen betroffenen Vereinen entschieden und sind letztlich zu dem Schluss gekommen, dass die Gesundheit aller Beteiligten und die weitere Eindämmung einer Ausbreitung des COVID-19-Erregers derzeit oberste Priorität haben“, so DTB-Präsident Ulrich Klaus.

Auch Herren30-Bundesliga abgesagt

Aus der Absage folgert, dass es in diesem Jahr keine Auf- bzw. Absteiger in der 1. und 2. Bundesliga geben wird. Zudem findet auch die Bundesliga der Herren 30, in der in Nord und Süd jeweils sieben Mannschaften antreten, in diesem Jahr nicht statt. Die Spiele bei den Damen (1. und 2. Bundesliga) wurden aufgrund der Corona-Krise bereits am 23. März abgesagt.

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