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Erste „richtige“ Saison steht an

Skiverband Inngau-Cheftrainer Dominik Homsek: „Wir sind auf einem guten Weg“

„Wichtig ist, dass die Kinder Spaß haben“ – den gab es auch im Gespräch zwischen Dominik Homsek, Pressesprecherin des SV Inngau Anica Thalmeier, OVB-Sportvolontär Leon Simethund Redakteur Thomas Neumeier (nicht auf dem Bild).Thomas Neumeier
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„Wichtig ist, dass die Kinder Spaß haben“ – den gab es auch im Gespräch zwischen Dominik Homsek, Pressesprecherin des SV Inngau Anica Thalmeier, OVB-Sportvolontär Leon Simethund Redakteur Thomas Neumeier (nicht auf dem Bild).Thomas Neumeier
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Dominik Homseks Einstieg in den Cheftrainer-Job beim Skiverband Inngau war begleitet von der Corona-Pandemie. Jetzt freut sich der 29-Jährige auf die erste „normale“ Saison beim SV.

Rosenheim – Die neue, große Herausforderung, der Tritt in große Fußstapfen von Günther Gerhard – und das auch noch geplagt von der Corona-Situation. Der Einstieg von Dominik Homsek als Cheftrainer und U16-Trainer beim SV Inngau war alles andere als einfach. In einem langen, offenen und netten Gespräch über Schwierigkeiten als Jugendtrainer, den Spaß am Skifahren und die Entwicklung des Leistungssports in der Gesellschaft, gibt der 29-jährige Inntaler Einblicke in seinen Arbeitsalltag.

Der Einstieg während der Corona-Zeit war sicher nicht leicht. Wie haben Sie es erlebt?

Dominik Homsek: Seit der Pandemie ist es sicher nicht leichter. Das macht es aber auch interessanter. Der Tagesablauf hat sich verändert. Vor allem zu Lockdown-Zeiten darfst du deutlich flexibler werden. Ein bisschen schwieriger ist es schon, aber man passt sich an.

Wie passt man sich an?

Homsek: Indem man flexibler wird und probiert, sich mehr Optionen offen zu lassen. Das Hauptproblem bei uns war die Planung. Rein vom Training her hat es keinen Unterschied gemacht, da war es sogar besser, weil keine Touristen fahren durften. Wir hatten die Pisten also komplett für uns alleine.

Dann liefen die Trainingseinheiten wie gewohnt?

Homsek: Eigentlich war ab Mai für uns wieder alles offen. Das Sommertraining sind wir gefahren wie zuvor.

Haben Sie das Gefühl, dass Sie seit Sommer richtig im Job angekommen sind?

Homsek: Jein, davor war alles bisserl mehr Aufwand, aber so würd ich es nicht sagen.

Sie arbeiten sehr nah mit den Sportlern zusammen – sehr empathisch. Konnten Sie das nach dem Lockdown besser umsetzen?

Homsek: Wieder Jein (lacht). Ich glaube, es war vorher schon so. Für mich hat das wenig mit dem Lockdown zu tun gehabt. Ich habe schon immer probiert, einen guten Kontakt mit den Athleten zu haben, dass wir sehr ehrlich untereinander sind und das gegenseitige Vertrauen aufzubauen. Und das war vorher wie jetzt.

Schauen wir nach vorne. Wie zufrieden sind Sie mit dem Kader?

Homsek: Wir sind sicher gut beinander, haben aber auch noch viel Arbeit vor uns. Wir haben den Trainingsblock im Oktober mit 14 Trainingstagen – da hatten wir super Wetter und super Pisten – gut nutzen können und sind auf einem guten Weg.

Lesen Sie auch: Inngauer Skinachwuchs in der DSV-Schülerrangliste vorne mit dabei

Wie beziehungsweise wo haben Sie den Sommer verbracht?

Homsek: Angefangen haben wir im Stilfser Joch in Italien, wo wir mit der Pistenraupe hochgezogen wurden. Das fing um 5 Uhr morgens an. Das ist im Sommer aus meiner Sicht besser als die Gebirge, wo um 8 Uhr der Lift anschaltet und ab 9 oder halb 10 Uhr die Pisten weich werden. Wir waren dort für zwei Blöcke, einen im Juni und einen Ende Juli mit jeweils fünf Tagen. Im August sind wir eine Woche zum Slalomfahren in die Skihalle nach Holland und danach hatten wir eine siebenwöchige Skipause eingelegt. Seit 1. Oktober in Sölden haben wir viele Skitage zusammengebracht.

Felix Neureuther meinte letztens, dass die Gletscher geschont werden müssen. Wie stehen Sie dazu?

Homsek: Ich mag den Felix brutal gerne, das ist ein super Kerl. Aber das ist ganz schwierig zu kontrollieren, weil jede Nation selbst entscheidet. Ich sehe es etwas anders, weil du im Sommer gut trainieren kannst, weil die Gletscher leer sind und es sich gut anbietet.

Der Skisport soll ja attraktiv gestaltet werden. Was kann man als SV Inngau dazu tun?

Homsek: Wir haben letztes Jahr damit angefangen, dass du grundsätzlich so viele Kinder wie möglich auf die Ski bringst und der Spaß im Vordergrund steht. Wir haben dazu in der U12 angefangen, Camps zu veranstalten. So probieren wir zusätzlich, die Kleinen zu fördern.

Wie schaut es allgemein im Nachwuchs aus?

Homsek: Es ist schwierig. Von der Region her wohnen wir ja nicht schlecht, fast direkt in den Bergen. Wir als Inngau haben aber kaum noch Schüler, die Skifahren. Regionen wie witzigerweise München oder Oberland haben da knapp das Dreifache. Das liegt natürlich auch daran, dass die allgemein mehr Kinder haben, aber da bin ich trotzdem ein wenig baff.

Was ist das Problem?

Homsek: Die Leute werden bequemer. Es ist schon viel Aufwand, auch finanziell, das muss man sagen. Trotzdem war es zu meiner Schulzeit anders, da ist über die Hälfte meiner Klasse auch Ski gefahren.

Dominik Homsek ist seit Winter 2019 Cheftrainer beim SV Inngau.

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Hat sich der Stellenwert vom Leistungssport vielleicht verändert?

Homsek: Allein vom Skifahren würde ich nicht sagen aber allgemein ab und zu schon. Ich glaube schon, dass viele Eltern immer nur die negativen Seiten vom Leistungssport sehen: „Du bist viel unterwegs, du hast wenig Zeit für Freunde, es kostet was, es ist ein Aufwand, du versaust dir deine Jugend.“ Aber das stimmt ja nicht. Zudem überwiegen auch die positiven Seiten: Besondere Erlebnisse, Rennen mit internationaler Beteiligung und es ist ja nicht so, dass sie nur auf den Skiern stehen. Die haben den ganzen Tag Spaß am Berg im Schnee. Für uns ist es schwieriger. Wenn du wie Oberland oder München die dreifache Menge zum Auswählen hast, ist es leichter, dass du die besseren findest und diese weiterentwickelst. Bei uns musst du viel konsequenter arbeiten – aber das funktioniert schon auch. Ich denke, wir sind gut vertreten in den deutschen Nachwuchsmannschaften und mittlerweile auch im Europacup.

Jetzt war wieder ein jahrgangsbedingter Wechsel. Wen hat man in die DSV-Kader gebracht?

Homsek: Dieses Jahr haben wir den Simon Widmesser, der im Winter die Deutschland-Serie gewonnen hat, und die Lisa Seebacher mitgenommen. Simon in den NK2-Kader und Lisa im NK3. Mit dem Tobias Reichert hätten wir noch einen gehabt, aber der hat sich für seine berufliche Ausbildung entschieden, was auch in Ordnung ist.

Welche Talente gibt es in der U16?

Homsek: Talente haben wir gewiss. Es ist Ende Oktober, ich will da jetzt keinen hochloben – und abgerechnet wird schließlich im Winter. Aber wir haben sicher gutes Talent. Hanna Thalmeier aus dem Jahrgang 2006, dem älteren U16-Jahrgang, ist auf jeden Fall nennenswert und im jungen Jahrgang haben wir drei starke Fahrer. Jedes Jahr werden pro Geschlecht acht bis neun aus Deutschland genommen, wenn wir da ein bis zwei, maximal drei – mehr ist einfach nicht realistisch – reinbringen, dann ist das sehr gut. Und das haben wir in den letzten Jahren geschafft.

Wie ist es mit denen weitergegangen?

Homsek: Das war der Matthias Kagleder, der ist mittlerweile in den C-Kader geschlüpft, der Jonas Witte ist noch im Nachwuchskader, der Sebastian Weiß ist letztes Jahr schon reingerutscht, genauso wie die Carolin Rettenwender, die von NK3 auf NK2 gewechselt ist, und Linus Witte, der mittlerweile in der Europacup-Mannschaft gelandet ist.

Was sind die Ziele für diesen Winter?

Homsek: Grundsätzlich pro Jahr ein, zwei oder drei Athleten bestens vorbereitet in den nächsten Kader zu schicken. Dazu von unten raus einfach so viele Kinder wie möglich herrichten und dass die Kinder Spaß dabei haben. In der U14 wollen wir auch ein paar Stockerlplätze einfahren.

Mit welchem Trainerteam geht es in die Saison?

Homsek: Mein Bruder Andi wird nicht mehr dabei sein, der hat beruflich in der Bank seinen Spaß gefunden. Mit mir in der U16 ist Benedikt Pfob, der auch beim Günter noch gefahren ist. Lina Müller ist im zweiten Jahr Trainerin der U14. Sie jongliert da mit dem Severin Ring, der macht mit dem Tobias Reichert die U12-Camps. Als Trainer – da rede ich jetzt gar nicht von mir, ich bin ja hauptamtlich angestellt und habe genügend Zeit – wird es immer schwieriger. Als Nachwuchstrainer bist du nicht nur Trainer, sondern auch Vorbild, Psychologe oder Erzieher. Man muss oft ein Ohr für Kinder und Eltern haben, das strapaziert manchmal schon. Da kann ich meine Trainer, die das alle nebenbei machen, nur loben. Da muss man schon mit viel Herzblut dabei sein. Aber wenn du dann bei Sonnenschein am Berg bist und strahlende Kinder siehst, dann vergisst du alles. Darum machen wir diesen Job auch so gerne.

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