Die Suche nach den letzten Prozentpunkten

Jonas Doblertüftelt, um an die Weltspitze heranzukommen. re

Ruka/Traunstein – Gespannt auf den Saisonauftakt im Weltcup war Skilangläufer Jonas Dobler (SC Traunstein).

Der Traunsteiner war im finnischen Ruka im Einsatz und musste sich als bestes Resultat mit Rang 33 zufriedengeben.

Er – und auch ein Teil seiner Teamkollegen – hätten „ein gewisses Level erreicht, aber keiner von uns ist direkt in der Weltspitze, höchstens in der erweiterten. Die letzten zwei bis drei Prozent zur absoluten Spitze fehlen einfach.“ Und das seien eben die schwierigsten Prozente. Er habe es in der vergangenen Saison zwar „mal in die Top 15 geschafft, aber das Ziel ist es, da regelmäßig reinzulaufen – dann sind auch die Top Ten zu erreichen.“

Das Problem dabei: Auf der Suche nach möglichen Verbesserungen „gibt es 1000 Stellschrauben – und man weiß nie, was funktioniert oder was nicht. Das ist eine Tüftelei“ – aber auch eine reizvolle Aufgabe. „Es gibt viele Kleinigkeiten, und es macht auch Spaß, etwas auszuprobieren.“ Insgesamt gehe es darum, die Belastungssteuerung zu verbessern.

Auch der in diesem Jahr neue Stützpunkttrainer Falk Göpfert suche gemeinsam mit den Athleten nach Möglichkeiten, deren Leistungen zu steigern, „zudem hat jeder Trainer ohnehin seinen eigenen Stil. Aber man braucht das Rad auch nicht neu zu erfinden“, weiß Dobler. Denn die Trainingsbasis sei nun schon seit vielen Jahren immer ähnlich: „Wichtig ist, dass die Grundlagenausdauer stimmt“, weiß der 28-Jährige, der pro Jahr ungefähr 800 bis 900 Stunden im Training verbringt – dabei sind Physio-Termine und Ähnliches aber noch nicht einmal mit eingerechnet.

Etwas Neues versuchen unter anderem seine Stützpunktkollegen Andy Katz (SV Baiersbronn), Lucas Bögl (SC Gaißach.) und Thomas Wick (SCM Zella-Mehlis), die heuer mehr Höhentraining im Programm haben. Dobler entschied sich dagegen: „Ich wollte lieber einen Tick mehr auf Intensität setzen.“

Da heuer keine WM ansteht, ist in dieser Saison die Tour de Ski nochmals aufgewertet. Eine ganze Saison voll durchziehen könne man ohnehin nicht, weiß Dobler. Daher will er vor dem Heim-Weltcup in Oberstdorf (24. bis 26. Januar) „voraussichtlich eine längere Trainingsphase einbauen“, statt Wettkämpfe zu bestreiten. who

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