Strenge Blicke und deftige Sprüche auf dem Golfplatz: Härtetest mit Eisen sieben in Höslwang

Auf dem Höslwanger Golfplatz: Leon Simeth macht erste Erfahrungen mit dem Eisen in der Hand.
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Auf dem Höslwanger Golfplatz: Leon Simeth macht erste Erfahrungen mit dem Eisen in der Hand.

Mein Volontariat in der OVB-Sportredaktion ist erst wenige Wochen alt, da wartet schon der erste Härtetest auf mich. Im Gegensatz zu den Kollegen bin ich, Leon Simeth, erstmals auf dem Grün beim Golfclub Höslwang – und damit den strengen Blicken und deftigen Sprüchen ausgesetzt!

Höslwang – Schon Tage zuvor spitzt mich mein Kollege Thomas Neumeier während der Arbeit immer wieder an, ob ich denn schon einmal Golf gespielt hätte. Nach meinen zahlreichen Erfolgen im Mini- und Fußballgolf sage ich „Ja, klar!“ Zu diesem Zeitpunkt war mir noch nicht bewusst, dass ich mich am Tag X auf dem herrlichen Platz in Höslwang über neun Löcher beweisen musste.

„Vielleicht probierst du das Putten erst einmal mit dem Fuß“

Wir treffen uns früh zur gemeinsamen Abfahrt nach Höslwang. Thomas fragt mich: „Und? Bereit?“ Um mich zu blamieren? „Ja!“ Als wir aus dem Auto den Schriftzug „Golfclub Höslwang“ und das Grün mit einem kleinen Teich sehen, befürchte ich: „Der wird höchstwahrscheinlich einen Ball von mir abbekommen.“ Auf dem Parkplatz treffen wir Sportchef Hans-Jürgen Ziegler, der mir sofort den ersten Spruch drückt. „Vielleicht probierst du das Putten erst einmal mit dem Fuß.“ Mit zwei Kameras bewaffnet hat auch er sich bestens vorbereitet, um mein Scheitern festzuhalten.

Handicap war für mich bisher nur mein linkes Bein auf dem Fußballplatz.

Am Clubheim treffen wir den Präsident Giorgio Dander und den langjährigen Pressewart Bernd Pusch. Nachdem die beiden darüber informiert wurden, dass ich meine ersten Golfversuche machen werde, erzählen sie mir von ihren Handicaps, 9 und 11. Handicap? Das war für mich bisher nur mein linkes Bein auf dem Fußballplatz.

Auf der Driving Range eine Einführung von Golftrainer Frank Schefer

Zum Start bekommen wir auf der Driving Range eine Einführung von Golftrainer Frank Schefer. Ich mache meine ersten Erfahrungen mit dem Siebener-Eisen. Ich habe den Ball gut unter Kontrolle und er fliegt auch ein paar Meter, weshalb ich mit meiner Leistung mehr als zufrieden bin. Dander und Pusch loben mich sogar. Dann sind die Kollegen an der Reihe und ich merke, dass meine Schläge höchstens durchschnittlich sind. Anschließend zeigt Trainer „Fränky“ seine Künste und lässt mich jegliche meiner Physikkenntnisse infrage stellen. Ohne jede Anstrengung schlägt er die Kugel Richtung 200 Meter und lässt sie im Flug verschiedene Kurven machen. Davon sind auch die erfahreneren Kollegen meilenweit entfernt!

Mit Dander und Pusch geht es auf die Runde. Es wird – damit wir auch aufs Grün kommen – abwechselnd geschlagen. Die wichtigsten Tipps: „Volle Konzentration. Golf findet zu 80 Prozent zwischen den Ohren statt“, sagt Pusch. Die Experten führen uns zum Loch, wir putten – meiner Meinung nach – wie die Weltmeister. Ab und zu gelingt auch mir ein guter Schlag. „Den hätte ich nicht besser schlagen können“, sagt Giorgio Dander, nachdem ich den Ball mit dem Driver über die 100-Meter-Marke befördere. Dieser Satz bleibt mir im Kopf. Dafür gehen aber viele Schläge daneben. „Man muss jeden Schlag einzeln angehen. Wenn einer daneben geht, abhaken und weitermachen. Du kannst den Schlag nicht rückgängig machen“, versucht mich Pusch aufzubauen. „Das ist die Schwierigkeit am Golf. Wenn du unruhig bist, machst du Fehler“, fügt Dander hinzu.

„Ich spüre den Druck. Ich atme tief durch“

Meine Stärke sehe ich jedoch als „Golfwagerlfahrer“. Unfallfrei kutschiere ich Schläger, Bälle und auch den Chef von Loch zu Loch. Nach dem nächsten erfolgreichen Putt, ist der „Boss“ dran – Kollege Ziegler beim Abschlag: Er bleibt eiskalt und schlägt das Spielgerät aus meiner Sichtweite. Schließlich hat er nicht umsonst die Platzreife.

„Driving is for Show, Putting is for the Money“

Der nächste Schlag ist wieder meiner. Dabei muss der Ball über einen Teich aufs Grün gespielt werden. Es ist die Bahn, die ich bei der Hinfahrt aus dem Auto gesehen habe. Ich spüre den Druck. Ich atme tief durch, konzentriere mich – und schlage den Ball gekonnt ins Wasser. „Wenigstens habe ich mein Wort gehalten“, meine ich scherzhaft. „Das hilft dir aber leider auch nichts“, lacht Dander und chippt den Ball vom selben Fleck mustergültig in hohem Bogen über das Wasser in Richtung Fahne. Neumeier lässt sich den Putt natürlich nicht nehmen und locht ein. „Driving is for Show, Putting is for the Money“, lässt er einen zuvor schon mal gehörten Satz triumphierend wieder aufleben.

Abschließend geht es in das sogenannte „19. Loch“. Wir lassen meine ersten Eindrücke Revue passieren und genießen die wundervolle Aussicht vom Höslwanger Clubheim. Für mich war es ein tolles Erlebnis und ich denke, dass es den Teilnehmern der vielen Schnupperangebote in Höslwang genauso geht.

Jeder Golfer hat seinen Caddy – stimmt aber nur bedingt: In erster Linie hatte die OVB-Sportredaktion Spaß.
Die ersten Versuche auf der Driving Range.
Auch beim Putten schaut Sportredakteur Thomas Neumeier (rechts) bei Volontär Leon Simeth genau hin.
Präsident Giorgio Dander zeigt, wie es geht.
Golftrainer Frank Schefer (zweiter von links) nimmt die OVB-Sportredakteure Hans-Jürgen Ziegler, Volontär Leon Simeth und Thomas Neumeier (von links) genau unter die Lupe.
Bernd Pusch nach einem gelungenen Schlag.

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