100 Starter über 100 Kilometer: Ultraläufer trotzen Hitze und Sturmböen beim Chiemgauer 100

Sylvie Geißler vom SC Ainring unterwegs zum Sieg auf der 100 Kilometer Strecke.
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Sylvie Geißler vom SC Ainring unterwegs zum Sieg auf der 100 Kilometer Strecke.

Bei hochsommerlichen Bedingungen stellten sich 150 Ultrabergläufer den verschiedenen Strecken beim Chiemgauer 100. Die 16. Auflage war dabei das erste Ultra-Trailevent, das im deutschsprachigen Raum nach dem Beginn der Coronakrise durchgeführt wurde.

Möglich gemacht hat dieses Lauferlebnis Organisator Giselher Schneider. Neben der Beachtung sämtlicher Umweltschutzauflagen, wurde ein perfekt abgestimmtes Hygienekonzept entworfen und mit den zahlreichen freiwilligen Helfern umgesetzt. Zudem waren die Startplätze begrenzt.

Überfüllte Warteliste beim Laufklassiker

Die Beliebtheit diesesLaufklassikers zeigte die überfüllte Warteliste. Und so starteten 50 Läufer auf der 100 Meilen Strecke im „fliegenden Start“. 100 Aspiranten auf der 100 Kilometer-Stecke wurden in sogenannten „Startwellen“ ab fünf Uhr auf die Reise geschickt. Startpunkt war die Eislaufhalle in Ruhpolding.

Den familiären Charakter des Laufes zeigt, dass der ehemalige Sieger und bisher zweitschnellster über 100 Meilen, Rudi Döhnert seine Teilnahme gesundheitsbedingt zurückziehen musste, aber als Helfer zusammen mit seiner Frau zwei Verpflegungsstationen besetzte. Auch andere ehemalige Teilnehmer reisten teilweise mehrere 100 km an, um als Helfer dabei zu sein. Diese ergänzten das Helferteam, das Wind und Wetter trotzt, auf etwa 75 Personen, um die Läufer zu verpflegen, die Strecke zu markieren, die Infrastruktur aufzubauen oder die Teilnehmerverwaltung und Zeitnahme zu übernehmen. Ohne diese engagierten freiwilligen Helfer wäre der Lauf 16 Jahre lang nicht durchführbar gewesen.

Traumhaften Kulisse der Chiemgauer Berge

Natürlich wurde auf den vorderen Plätzen sportlich um den Sieg gekämpft, allerdings stand bei allen Teilnehmern das gemeinsame Bezwingen der Strecken in der traumhaften Kulisse der Chiemgauer Berge im Vordergrund. Selbstverständlich forderten die sehr heißen Temperaturen ihren Tribut, nicht alle Läufer erreichten das Ziel. Sorgen bereitete zwischenzeitlich eine angekündigte Unwetterfront. Glücklicherweise waren die Auswirkungen aber nicht so dramatisch. Die Teilnehmer konnten in Hütten und Unterständen Schutz suchen oder befanden sich bereits im Ziel.

So zum Beispiel Matthias Krah (LAZ Oldenburg Miltenberg), der die 100 Kilometer Distanz nach 12:06 Stunden als Erster erreichte. Die Gewinnerin bei den Damen, Sylvie Geißler (SC Ainring) benötige rund fünf Stunden länger und verwies Kathi Hallweger von der Bergwacht in Bergen auf Platz zwei (16:49).

Der Sieger war über 28 Stunden unterwegs

Deutlich geringer waren die Zeitabstände auf der 146 Kilometer Distanz. Sieger Frank Aust war 28:24 Stunden unterwegs. Quasi zeitgleich erreichte Lokalmatador Ulli von Großmann (SC Eisenärzt) das Ziel.

Auf der 100 Meilen Distanz lief Thomas Wagner erneut in einer eigenen Liga. Mit über zwei Stunden Vorsprung auf den Zweitplatzierten Florian Probst, zeigte der Österreicher erneut seine Klasse. Auf Platz Fünf ein alter Bekannter: Armin Tollkühn (DAV Traunstein) war 31:43 Stunden unterwegs und ließ fünf weitere Läufer hinter sich.

Schlusspunkt für Giselher Schneider

Mit der 16. Auflage hat sich Giselher Schneider einen besonderen Schlusspunkt gesetzt. Der ehemalige Ultraläufer hatte diese Art von Rennen in Amerika kennengelernt und in Deutschland etabliert. Neben den vielen positiven Erinnerungen, weiß Schneider aber auch von den vielen bürokratischen Hindernissen bei der Durchführung solcher Veranstaltungen zu berichten. Trotz eines selbst beauftragten Fachgutachtens, das keine negativen Umweltbeeinflussung feststellen konnte, zeigte die Naturschutzbehörde kein Entgegenkommen bei den starren Auflagen. Der Forst blockierte Streckenänderungen und die teilweise mangelnde Unterstützung der öffentlichen Stellen, erschwerte es zu dem den Lauf weiterhin in ehrenamtlicher Weise fortzuführen. Die Organisation übergibt Schneider jetzt an ein Team aus Bergen, das gewillt ist, den Teilnehmern auch zukünftig ein besonderes Lauferlebnis, das seinesgleichen sucht, in der Chiemgauer Bergwelt zu ermöglichen.

Alle Ergebnisse unter www.chiemgauer100.de pf

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