BIATHLON

Starke Leistung beim „Heimspiel“

Dominic Reiter vom SC Schlechinggewann durch eine starke Schießleistung das Super-Einzel.
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Dominic Reiter vom SC Schlechinggewann durch eine starke Schießleistung das Super-Einzel.

Mit drei Siegen und mehreren Spitzenplätzen beim Deutschlandpokal zeigten die Biathleten aus dem Inn- und Chiemgau auch bei ihrem „Heimspiel“ in der Ruhpoldinger Chiemgau-Arena ihre Stärke.

„Das war eine starke Leistung, wobei wir im Massenstart fast noch stärker waren als im Super-Einzel“, so Stützpunkttrainer Kristian Mehringer.

Bei besten Loipenbedingungen waren die Verhältnisse an beiden Tagen auch am Schießstand – bei je vier Schießeinlagen – gut, aber eben auch nicht zu unterschätzen. „Man muss hier früh zum Anschießen, aber so gegen 10 bis 11 Uhr kommt dann doch etwa Wind rein. Wenn man hier trainiert, weiß man das und kann darauf reagieren“, erläutert er.

Erschwert wurde das Schießen am zweiten Tag aber besonders durch das Wettkampfformat: Im Super-Einzel hatten alle Teilnehmerinnen 5x1 Kilometer zu laufen, alle Teilnehmer je 5x1,5 Kilometer. Durch die kurzen Runden ist das Tempo insgesamt höher, „und gerade für die jungen Athleten ist das schwieriger, weil man mit einem höheren Puls an den Schießstand kommt, oder früher das Tempo rausnehmen muss“, so der Trainer.

So erging es hier auch Johan Werner (SC Aising-Pang), der den Massenstart der Jugend 16 gewonnen hatte. Beim ersten Stehendschießen verfehlte er alle fünf Scheiben. Auch wenn es im Super-Einzel „nur“ 15 Sekunden Zeitaufschlag gab, warf ihn das doch deutlich zurück. Tags zuvor hatte er sich über seinen ersten Fehler (von insgesamt drei) noch etwas geärgert, „aber als ich beim ersten Stehendschießen alles getroffen habe, hat mich das voll motiviert. Ich wollte es einfach durchziehen.“ Das gelang, und Werner setzte sich vor dem starken Florian Arsan (SC Vachendorf) durch. In der kommenden Saison wird Werner ans CJD wechseln, „weil ich dort optimale Möglichkeiten habe, um Schule und Sport vereinbaren zu können“.

Zufrieden war auch Arsan, nur beim zweiten Stehendschießen (zwei Fehler) habe ihn der Wind etwas erwischt. Der Vachendorfer bestätigte tags darauf mit einem dritten Platz seine gute Form – nur 7,7 Sekunden fehlten auf Sieger Hans Köllner (Clausthal-Zellerfeld).

Für den zweiten Sieg aus heimischer Sicht sorgte Dominic Reiter, der dank besseren Schießens das Super-Einzel vor Marco Groß (beide SC Ruhpolding) gewann. Groß hatte auch am ersten Tag Rang zwei belegt, nur 4,7 Sekunden fehlten ihm im Massenstart auf Sieger Maximilian Janke.

Gerade im Massenstart verbuchten einige heimische Sportler ihre besten Saisonleistungen: In der J17 kam Johannes Hallweger (SC Ruhpolding) als Dritter erstmals aufs Podest und ließ dabei unter anderem seien Vereinskollegen Marc Hoheisel (6.) hinter sich. Auch der zweite Platz von Lucas Lechner (SC Ruhpolding) in der Jugend II (18/19 Jahre) bedeutete die beste Vorstellung dieses Winters.

Diese gelang in der weiblichen Jugend 16 auch Lisa Moser vom TSV Siegsdorf, die im Massenstart Dritte wurde. Eher erwartet kam dagegen der dritte Rang in der J17 von Lisa Spark (SC Traunstein), die im Massenstart nur um 3,4 Sekunden den zweiten Rang verfehlte. Tags darauf wurde sie nach einigen Fehlschüssen mit knappem Rückstand Achte.

Noch besser lief es in der Jugend II für Franziska Pfnür (SK Ramsau): „Ich habe gleich im ersten Liegendschießen mit zwei Fehlern angefangen, aber dafür lief es vor allem beim zweiten Stehendschießen mit dem Nuller sehr gut“, freute sich die 17-Jährige nach ihrem dritten Platz im Massenstart. Pfnür, die derzeit am CJD die Fachoberschule absolviert, war „anfangs schwer reingekommen“ in die Saison, steigerte sich jedoch und ist im Moment „sehr zufrieden“ mit Platz zwei in der Gesamtwertung. Dies umso mehr, als ihr tags darauf im Super-Einzel schon der dritte Saisonsieg gelang.

Ihren zweiten und dritten Saisonsieg verbuchte auch bei den Frauen Luise Kummer (SVE Frankenhain) – und war entsprechend erleichtert. Die 23-Jährige hatte erstmals Ende Januar ins Wettkampfgeschehen des Winters eingegriffen. Denn Anfang Dezember war sie umgeknickt und hatte sich das Außenband angerissen, „dann war ich erst Anfang Januar wieder auf Skiern. Das war dann schon ein schwerer Einstieg in die Saison, aber jetzt kommt die Form allmählich“, freute sie sich.

Sie hatte im Massenstart ein Kuriosum erlebt: Sie war vor der Österreicherin Julia Schwaiger ins Ziel gekommen, die aber dennoch die Bestzeit verbuchte. Schwaiger bekam eine Zeitgutschrift, weil an Schießstand 1 eine Scheibe trotz Treffers nicht umgeklappt war. Der Schießstand war schon beim folgenden Rennen wieder repariert.

In der männlichen Jugend II fehlte übrigens Simon Groß (SC Ruhpolding), der sich heuer noch vor den anstehenden Abiturprüfungen operieren lassen und dann den Fokus auf den schulischen Endspurt legen wird. „In der nächsten Saison kann er dann voll angreifen“, so Kristian Mehringer. who

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