Starbulls unterliegen Deggendorf mit 5:6 nach Verlängerung: Zu viele Fehler kosten den Sieg

Rosenheim am Bodenund Deggendorfs Andrew Schembri auch, doch der hatte vorher im Flug den Siegtreffer für die Gäste erzielt. Ruprecht

Die Starbulls Rosenheim waren nahe dran, in der Eishockey-Oberliga Süd mit dem Spitzenreiter gleich zu ziehen – am Ende verloren die Mannen von Trainer John Sicinski das Top-Spiel gegen den Deggendorfer SC mit 5:6 in der Verlängerung

Rosenheim – Der Rückstand der Starbulls auf die Niederbayern hat sich nach der 5:6-Niederlage auf vier Zähler vergrößert.

Sicinski froh über den einen Punkt

Dabei standen die Vorzeichen für die Gastgeber nicht schlecht: Sie kamen selbstbewusst aufgrund des starken Sieges in Selb aufs Eis, dazu fehlten bei Deggendorf mit Andreas Gawlik, Thomas Greilinger und Rene Röthke entscheidende Akteure. „Sicher haben sie uns gefehlt, die anderen Spieler haben sie aber gut vertreten“, meinte Deggendorfs Coach Dave Allison nach der Partie, die engagiert und temporeich geführt wurde, für zwei mögliche Top-Mannschaften aber viele einfache Fehler enthielt. Letztlich waren es die Rosenheimer, die mehr von diesen Fehler machten und deshalb auch mit 5:6 in der Overtime als Verlierer vom Eis gingen. „Ich bin froh über den einen Punkt, ich bin aber der Meinung, dass wir zwei Punkte verloren haben“, zeigte sich Starbulls-Coach Sicinski dann auch enttäuscht.

Slezak fällt bis zu sechs Wochen aus

Auch der Rosenheimer Trainer hatte nicht alle Mann an Bord, denn mit dem erkrankten Daniel Bucheli und dem an der Hand verletzten Kevin Slezak (Sicinski: „Er wird vier bis sechs Wochen ausfallen“) fehlten ihm zwei Angreifer. Was ihm aber noch mehr fehlte, waren „die letzten fünf Prozent“. Seine Mannschaft hätte Deggendorf etwas auf die leichte Schulter genommen, nachdem Greilinger und Röthke nicht in der Aufstellung standen, tadelte Sicinski. „Aber Deggendorf hat auch so noch genügend Qualität.“

Das war zu sehen, denn mit Curtis Leinweber und dem sehr auffälligen Kyle Osterberg spielten zwei starke Kontingentspieler in den Reihen der Gäste, zudem präsentierten sich Ex-DEL-Spieler Christoph Gawlik und der unverwüstliche Andrew Schembri spritzig und torgefährlich. Sie schafften es immer wieder, die Fehler in der Rosenheimer Mannschaft aufzudecken. Beim 1:1 ließ die Abwehr Schembri aus den Augen, beim 2:2 schlüpfte Lukas Steinhauer der Schuss von Filip Reisnecker durch die Schoner, das 3:3 durfte Gawlik ungehindert erzielen, beim 4:4 leistete sich Felix Linden einen mächtigen Bock, den Leinweber nutzte. Vier Mal waren die Starbulls in diesem Spiel durch Maxi Vollmayer, Enrico Henriquez Morales, Alexander Höller und Marinus Reiter in Führung gegangen, vier Mal konnte Deggendorf egalisieren.

Die Rosenheimer verpassten es mehrfach, eine Zwei-Tore-Führung zu erzielen und Deggendorf damit in die Knie zu zwingen. Vor allem nach dem 3:2 waren mehrere Chancen da. „Das Spiel war für uns da“, stellte Sicinski fest, seine Mannen brachten es aber nicht auf ihre Seite. Und als sich die Rosenheimer Defensive zum wiederholten Male in dieser Spielzeit von einem Pass aus dem gegnerischen Drittel düpieren ließ und Gawlik den Alleingang zur erstmaligen Gäste-Führung verwertete, schien die Partie gänzlich verloren. Steinhauer rettete danach zwei Mal und Sicinski haderte: „Ich weiß nicht, wie viele Alleingänge wir im letzten Drittel gegen uns hatten.“ Als die Hausherren alles versuchten, Steinhauer durch einen zusätzlichen Feldspieler ersetzten und Gawlik den Sack nicht zumachte, keimte nochmals Hoffnung auf. Berechtigt, denn Rosenheim machte mächtig Druck und verdiente sich den Punkt, als Dimitrij Litesov 20 Sekunden vor dem Ende das 5:5 markierte.

In der Verlängerung hatte Deggendorf dann die besseren Chancen und verdiente sich den Zusatzpunkt: Steinhauer hatte noch zweimal spektakulär gerettet, ehe Schembri sich an der Bande durchsetzte, vors Tor zog und das 6:5 für die Gäste markierte. „Es war ein Mannschaftserfolg“, freute sich Gäste-Coach Allison danach.

Statistik: Starbulls Rosenheim - Deggendorfer SC 5:6 n.V. (2:2, 2:2, 1:1, 0:1).Starbulls: Steinhauer (Endres) - Draxinger, Krumpe; Linden, Reiter; Vollmayer, Bergmann (Enk) - Henriquez Morales, Daxlberger, Litesov; Wellhausen, Kumeliauskas, Mitchell; Zick, Baindl, Höller (Heidenreich, Stanik).

Tore: 1:0 (3.) Vollmayer/Höller, 1:1 (5.) Schembri/Gawlik, Leinweber, 2:1 (16.) Henriquez Morales/Draxinger, Daxlberger, 2:2 (18.) Reisnecker/Seidl, Stern, 3:2 (24.) Höller/Baindl, Zick, 3:3 (34.) Gawlik/Osterberg, 4:3 (

37.) Reiter/Draxinger, Daxlberger - PP1, 4:4 (40.) Leinweber - PP1, 4:5 (50.) Gawlik/Pietsch, Schmid, 5:5 (60.) Litesov/Kumeliauskas, Mitchell, 5:6 (65.) Schembri/Leinweber; Schiedsrichter: Haupt; Strafminuten: Rosenheim 8, Deggendorf 8; Zuschauer: 2713.

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