Starbulls-Stürmer trifft vor allem auswärts: Kevin Slezak schießt seine Tore eher „anonym“

Tor Nummer vier für die Starbulls Rosenheim:Matthias Bergmann (nicht auf dem Bild) traf hoch ins Memminger Tor. Hinten Dimitri Litesov und links Kevin Slezak, die ebenfalls unter den Torschützen waren. Ziegler

Wenig Grund zum Optimismus. hab es auf Starbulls-Seite vor dem Wochenende: Als Gegner standen die beiden Spitzenclubs Deggendorf und Memmingen auf dem Spielplan und rund ein Drittel der Mannschaft war nicht einsatzfähig. Umso bemerkenswerter die Leistungen der Rosenheimer Eishockeyspieler.

Rosenheim – Vor dem Eishockey-Wochenende drohte den Starbulls Rosenheim wegen der vielen verletzten Spieler und der starken Gegner sogar das Aus im Kampf um Rang zwei oder gar ein Abrutschen auf den vierten Platz. Drei Tage später steht das Sicinski-Team nach wie vor auf dem „Bronzerang“, der Abstand nach oben hat sich weder auf den Ersten noch auf den Zweiten vergrößert, lediglich die Verfolger Regensburg (jetzt drei Punkte Rückstand) und Füssen (fünf Punkte) sind durch ein perfektes Wochenende näher herangerückt.

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Zehnter Starbulls-Heimsieg in Folge

Dass am Tabellenende die bisherigen Schlusslichter Peiting (Sieg gegen Riessersee) und Weiden (Sieg gegen Deggendorf) Punkte machten, hat den Starbulls nicht geschadet, im Gegenteil, es waren wertvolle Schützenhilfen im Hinblick auf die beiden Verlierer der Spiele.

Ausnahmsweise wenige Tore beim Duell gegen Deggendorf

Wie in den beiden Meisterrunden-Wochenenden zuvor blieben die Starbulls bei ihrem Muster: Niederlage auswärts (die vierte in Folge), gefolgt von einem Sieg daheim (bereits dem zehnten am Stück). Am Freitag in Deggendorf wurde sogar trotz sechs fehlender Stammspieler (Draxinger, Krumpe, Kumeliauskas, Fröhlich, Baindl und Wellhausen) ein Sieg oder wenigstens ein Punktgewinn nur knapp verpasst. Dabei wich das Match vollkommen von den vier Vorrunden-Begegnungen dieser beiden Teams ab. Dort waren nicht weniger als elf Treffer pro Spiel gefallen (21 für, 23 gegen Rosenheim), diesmal waren es nur deren drei. Die Deggendorfer schafften bis zur 37. Spielminute keinen erfolgreichen Torschuss, die Starbulls blieben von der 18. Minute an erfolglos. Ein Riesenkompliment an den neuen Torhüter Andreas Mechel, der zwischen dem Deggendorfer 2:1 und dem Memminger Ehrentreffer am Sonntag seinen Kasten genau 68 Minuten sauber halten konnte! Dann aber erwies sich zum wiederholten Mal Andrew Schembri als Starbull-Nemesis (Rachegottheit) mit heuer bereits sechs Toren gegen alle drei Rosenheimer Torhüter.

Saisonhöhepunkt gegen Spitzenreiter Memmingen

Einer der bisherigen Saisonhöhepunkte war aber zweifellos der Sieg gegen Memmingen am Sonntag. Immer noch ohne vier Stammspieler, darunter mit Fröhlich und Kumeliauskas zwei der wichtigsten Offensivkräfte, wurde der überlegene Tabellenführer (allerdings auch ohne drei Stammspieler) in den ersten beiden Dritteln förmlich zerlegt, wobei die Gäste noch froh sein mussten, dass es nach 40 Minuten nur 4:0 stand! Erst in der elften Spielminute (!) ging der erste Memminger Schuss aufs Tor (und landete am Pfosten), und während ihres ersten Powerplays brachten die Indians ebenfalls keinen einzigen Torschuss zustande. Nun sind zwar hohe Rosenheimer Siege gegen Memmingen durchaus nichts Außergewöhnliches (in den vergangenen beiden Saisons hieß es unter anderem 5:2, 7:1 und 7:0 für die Starbulls, doch die Indians der vergangenen Jahre sind mit der Version 2019/20 überhaupt nicht zu vergleichen. Vor zwei Jahren in der Abstiegsrunde zur Bayernliga, im Vorjahr kurz und erfolglos im Play-off, haben sie sich heuer zum absoluten Überflieger der Liga gemausert. An die Mangfall kamen sie mit einer Serie von neun Siegen in Folge, und nur eine einzige der letzten 21 Partien (1:2 in Lindau) hatten sie verloren. Aktuell haben sie trotz der Sonntags-Niederlage immer noch acht Punkte Vorsprung auf Verfolger Deggendorf.

Bergmann und Litesov mit Scorer-Qualitäten

Diesmal stimmte aber eigentlich alles im Rosenheimer Spiel. Selbst der obligatorische Gestänge-Knaller konnte diesmal keinen Schaden anrichten, weil die Defensive über 60 Minuten absolut konsequent arbeitete, weil man wieder einmal vier Strafzeiten gegen das drittbeste Powerplay der Liga schadlos überstand (und dabei sogar noch zwei gute Unterzahl-Konter fuhr) und weil man auf der anderen Seite gegen das Team mit der besten Unterzahl-Bilanz auch zu einem Powerplay-Tor (und einem weiteren bei angezeigter Strafzeit) kam.

Dazu trugen auch zwei Spieler maßgeblich bei, die sonst nicht so für ihre Scorer-Qualitäten bekannt sind. Matthias Bergmann erzielte besagtes Powerplay-Tor in kaltschnäuziger Stürmermanier und sorgte mit einem weiteren Assist für sein erstes Mehr-Punkte-Spiel der Saison, und Dimitri Litesov war mit zwei Toren (darunter einem absoluten Traumtor zum 5:0) und einem Assist erfolgreichster Scorer des Abends.

Traumvorlagen von Joshua Mitchell

Einer, dem man offensive Auffälligkeit derzeit nicht vorwerfen kann, ist dagegen Youngster Enrico Henriquez-Morales. In Tadas Kumeliauskas‘ Abwesenheit haben sich er und Joshua Mitchell zu einem absoluten Traum-Duo entwickelt. Eine Augenweide waren die beiden Henriquez-Tore an diesem Wochenende nach jeweils grandioser Mitchell-Vorarbeit! Und nicht zu vergessen auch der zweite „Sturm-Teenie“ Kevin Slezak, der in seiner 14 Spiele dauernden Verletzungspause nichts von seiner Torgefährlichkeit eingebüßt hat. Allerdings geschieht dies eher „anonym“, denn Slezak hat zwei Drittel seiner Tore (acht von zwölf) in fremden Hallen erzielt.

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