Starbulls: Die Spieler sangen: „Diebald, schmeiß den Trainer raus“

Richard Diebald am 18. April 2010 nach dem 5:4-Sieg in Peiting. Neumeier
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Richard Diebald am 18. April 2010 nach dem 5:4-Sieg in Peiting.
  • Hans-Jürgen Ziegler
    vonHans-Jürgen Ziegler
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Der Rosenheimer Unternehmer Richard Diebald war 14 Jahre nicht nur Dritter Vorstand bei den Rosenheimer Eishockeyspielern, sondern auch Sponsor und einer der größten Starbulls-Fans. Er erinnert sich gerne an die erfolgreichen Jahre und an den Aufstieg 2010 zurück.

Rosenheim

Herr Diebald, was fällt Ihnen ein, wenn Sie an die Saison 2009/2010 denken?

Abgesehen vom Sportlichen sind wir aus einer ähnlichen Situation wie heute herausgekommen, also gerade ich als Unternehmer. Wir hatten 2009 Kurzarbeit, einen Umsatzeinbruch von 80 Prozent – die Situation war katastrophal. Im Frühjahr 2010 hat man gemerkt, es geht wieder aufwärts – und dann kam natürlich dieser grandiose sportliche Erfolg mit dem Aufstieg in die 2. Bundesliga. Kurz darauf war auch noch die Landesgartenschau in Rosenheim, was für unsere Stadt einen enormen Aufschwung gebracht hat. Um es auf einen Nenner zu bringen: 2010 war ein geiles Jahr.

Obwohl es bei den Starbulls nicht leicht war und es während der Saison Probleme gab.

Wir waren nicht nur wirtschaftlich in einer Rezession, sondern auch bei den Starbulls war es sportlich schwierig. Aber wir haben an unser Konzept und an unseren Trainer geglaubt. Ich als Unternehmer suche mir die Angestellten, denen ich etwas zutraue, die einen Masterplan haben – und da hatten wir mit Franz Steer genau den richtigen Mann. Wir haben an ihm festgehalten und der Erfolg hat uns recht gegeben.

Was war das Besondere an Trainer, Mannschaft und Zusammenarbeit in der Vorstandschaft?

Wir haben im Aufstiegsjahr eine tolle Mannschaft gehabt, mit vielen hungrigen, jungen Spielern. Die haben genau gewusst: Die Chance, 2. Liga zu spielen, habe ich nur in Rosenheim. Wir haben zusammen mit Franz und mit den Vorstandskollegen Willi Graue und Karl Aicher ganz erfolgreiche Jahre gehabt, und da sind auch Männerfreundschaften entstanden, die sicher ein Leben lang halten. Ich bin heute noch jede Woche bei Franz in Landshut.

Und da reden Sie auch über alte Zeiten und über den Aufstieg 2010. Wie haben Sie das Spiel in Peiting und das Tor von Mitch Stephens erlebt.

Für mich war die wahnsinnigste Partie das Spiel sieben in Bad Nauheim, das wir mit 2:1 gewonnen haben. Danach habe ich dann das erste Mal vom Aufstieg gesprochen, weil ich wusste, dass Herne Probleme hat. Bei denen gab es Auflösungserscheinungen, denn sonst hätten wir uns gegen die auch nicht so leicht getan. Gegen Peiting waren wir einfach die bessere Mannschaft. Die Gefühle, als Mitch Stephens das 5:4 durch die Hosenträger des Peitinger Torhüters machte, kann ich auch heute noch nicht mit Worten erklären. Das war unglaublich.

Stephens hat aber nach dem Spiel noch eine Ansage von Ihnen bekommen. Stimmt das?

(lacht) Ja. Ich habe ihn geschimpft. Ich habe ihm mit einem Augenzwinkern gesagt, dass er mich gerade 50 000 Euro gekostet hat, weil wir ja noch ein Heimspiel gehabt hätten. Ich war natürlich heilfroh, dass wir die Serie schon in Peiting zugemacht haben.

Und danach wurde gefeiert. Was haben die Spieler im Bus gesungen?

Erst wurde natürlich in Peiting gefeiert und auf der Heimfahrt im Bus haben die Spieler gesungen: „Diebald, schmeiß den Trainer raus.“ Das haben nämlich die Fans skandiert, als es nicht so gut lief. Als wir dann in Rosenheim angekommen sind, wollten wir noch Party machen, aber das Stadion war dunkel. Kein Fan da – dachten wir. Im Stadion ging plötzlich das Licht an und die Mangfallkurve war voll. Die Fans haben uns und wir anschließend mit ihnen auf dem Eis und in der Kabine gefeiert. Für mich persönlich war der Tag und der Aufstieg eine Genugtuung – vor allen Dingen, weil wir die richtigen Entscheidungen getroffen haben.

Welche Verbindungen haben Sie heute noch zum Eishockey?

Ich schau mir Spiele an, kaufe mir meine Karte und mein Bier am Stand und bin froh, dass es Eishockey in Rosenheim gibt. Mir persönlich ist es eigentlich egal, ob es in der Oberliga oder in der DEL 2 ist, aber grundsätzlich gehört Rosenheim in die 2. Liga. Mir ist vor allem der Nachwuchs wichtig.

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