Starbulls mit Sorgen: Top-Spiele ohne einen kompletten Block?

Gute Rosenheimer Defensivarbeitist in den Top-Spielen gefragt: Hier fängt Goalie Luca Endres die Scheibe vor Deggendorfs Angreifer Curtis Leinweber ab, der auch noch von Maxi Vollmayer in Schach gehalten wird. Rappel

Top-Spiel-Wochenende für die Starbulls Rosenheim in der Meisterrunde der Eishockey-Oberliga Süd: Der Tabellendritte ist am Freitag (20 Uhr) beim Zweiten Deggendorfer SC zu Gast und erwartet am Sonntag ab 17 Uhr den Spitzenreiter Memmingen Indians im heimischen Rofa-Stadion.

Rosenheim– „Natürlich freue ich mich auf die Top-Spiele“, sagt Starbulls-Trainer John Sicinski, „sie sind eine Chance, um in der Tabelle nach oben zu gehen – es kann aber auch nach hinten losgehen“.

Daxlberger wieder fit, Mechel erstmals dabei

Der Rosenheimer Coach sieht Dinge stets sachlich und realistisch, vor anstehenden Aufgaben aber ehe die Chancen als die Risiken. Vor den beiden Spitzenspielen ist die Stimmung bei Sicinski aber eher gedämpft. Der Grund: Eine immer länger werdende Liste mit sicheren und potenziellen Ausfällen. Möglicherweise fehlt dem Starbulls-Trainer gleich ein kompletter Block, wenn es gegen die direkten Konkurrenten geht. Sicher fehlen werden Torwart Lukas Steinhauer, Verteidiger Florian Krumpe und Stürmer Michael Fröhlich. Auch bei Verteidiger Tobias Draxinger sieht es nicht gut aus, Stürmer Tadas Kumeliauskas hat ebenfalls kaum geregelt trainiert. „Er wird es aber noch einmal versuchen“, meinte Sicinski vor dem Abschlusstraining am Donnerstag. Und der junge Angreifer Henry Wellhausen verletzte sich im Training am Mittwoch – seine Ausfallzeit ist noch nicht absehbar. Da trifft es sich gut, dass Stürmer Dominik Daxlberger nach mehrwöchiger Pause wieder dabei ist und Kapitän Michael Baindl auf die Zähne beißen wird. „Wir werden genügend Leute haben“, sagt Sicinski, der mit Sebastian Stanik, Kilian Steinmann und Florian Maierhofer eine komplette Junioren-Sturmreihe aufbieten wird. „Sie trainieren ständig mit uns, wir wissen, was sie können“, sagt der Rosenheimer Trainer, der deshalb auch etwas von den Youngstern erwartet: „Sie werden sicherlich nicht gegen Greilinger spielen, aber gegen die dritte und vierte Reihe werde ich sie schon aufs Eis schicken.“ Und im Tor ist neben Luca Endres mit Neuzugang Andreas Mechel eine neue Alternative mit an Bord.

Deggendorf mit dem besten Sturm der Liga

In Deggendorf will Sicinski aus einer sicheren Defensive heraus zum Erfolg kommen. „Wir müssen defensiv sicherlich besser agieren“, fordert er – und präzisiert: „Keine Geschenke verteilen, konzentriert und diszipliniert spielen, von der Strafbank wegbleiben – wenn wir das machen, dann haben wir eine Chance.“ Die Aufgabe ist aber alles andere als einfach: „Wir wissen um Deggendorfs Qualität. Sie haben zuletzt fünf Heimspiele hintereinander gewonnen.“ Mit 170 geschossenen Toren weist der DEL2-Absteiger die beste Offensive der Liga auf. Allerdings ist bei den Niederbayern auch nicht alles Gold, was glänzt: Stürmer Christoph Gawlik meldete sich völlig überraschend ab und spielt künftig für Oberliga-Aufstiegsanwärter Passau. In Deggendorf spricht man von „nicht nachvollziehbaren Beweggründen“ des Ex-Nationalspielers, der mit bislang 40 Punkten zu den besten Skorern im Kader von Trainer Dave Allison gehörte. Die Niederbayern, die gegen Rosenheim wieder auf den zuletzt angeschlagenen David Seidl zurückgreifen können, suchen nun nach einer Verstärkung.

Memmingen „hat einen Lauf“

Diese hat Spitzenreiter Memmingen Indians nicht notwendig. Die Allgäuer haben zehn Punkte mehr als die Starbulls – alleine in den bislang vier Spielen der Meisterrunde haben sie vier Zähler gegenüber den Rosenheimern gutgemacht. „Die haben einen Lauf“, sagt Sicinski. Zuletzt haben die Indians, die mit 97 Gegentoren die beste Abwehr der Liga stellen, sechs Siege in Folge errungen. Erstaunlich sind vor allem die Nervenstärke und die im Laufe der Saison erlangte Selbstsicherheit der Memminger, die immer wieder Rückstände drehen und am Ende als Sieger hervorgehen: „Die finden eigentlich immer Wege, um zu punkten“, weiß der Rosenheimer Coach. Die Bilanz nach Verlängerungen oder Penaltyschießen lautet in dieser Saison 10:2 für die Allgäuer. „Das war auch bei unserem Heimspiel im Herbst so: Da waren sie 0:2 hinten und haben dann im Penaltyschießen noch gewonnen“, erinnert sich Sicinski.

Starbulls haben etwas gutzumachen

Die Overtime-Stärke haben die Memminger den Starbulls voraus. Die Rosenheimer haben zudem in den direkten Duellen Nachholbedarf: In zwei Spielen gegen Memmingen gab es nur einen Punkt, in vier Partien gegen Deggendorf gab es für die Starbulls vier Zähler. Es gilt also, etwas zu verbessern. Und da ist dann auch Sicinskis Kampfgeist – verletzte Spieler hin oder her – erwacht: „Wir denken zunächst nur an das Spiel in Deggendorf. Aber wir wissen auch, dass wir die stärkste Heimmannschaft der Liga sind – und das wollen wir am Sonntag auch wieder beweisen!“

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