Starbulls Rosenheim

Sieg gegen Riessersee nach Penaltyschießen ‒ Sicinski: „Ich bin unheimlich stolz“

Das Tor zum 3:3-Ausgleich: Tobias Meier traf in Unterzahl und sorgte später auch noch für die 5:4-Führung der Starbulls Rosenheim.
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Das Tor zum 3:3-Ausgleich: Tobias Meier traf in Unterzahl und sorgte später auch noch für die 5:4-Führung der Starbulls Rosenheim.
  • Thomas Neumeier
    vonThomas Neumeier
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Es ging hin und her im Oberbayern-Derby der Starbulls Rosenheim gegen den SC Riessersee und am Ende siegten die Hausherren trotz mehrfachem Rückstand nach Penaltyschießen mit 6:5 Toren.

Rosenheim – Zehn Tore in der regulären Spielzeit, mehrere Aluminiumtreffer, eine Aufholjagd der Gastgeber und schließlich die Entscheidung im Penaltyschießen – das Duell der Eishockey-Oberliga Süd zwischen den Starbulls Rosenheim und dem SC Riessersee hatte alles, was das Eishockey-Herz begehrte, nur eines nicht: Zuschauer. Die hätten ihre wahre Freude an dem intensiven, temporeichen und spannenden Spiel gehabt.

„Ich könnte einen ganzen Roman über das Spiel schreiben“

Der 4:4-Ausgleich für Rosenheim durch Verteidiger Maxi Vollmayer. Der Puck rutschte Riessersees Torhüter Daniel Allavena unter der rechten Schulter durch.

Das Oberbayern-Derby hatte aber noch wesentlich mehr zu bieten. Starbulls-Trainer John Sicinski verkündete nicht umsonst auf der Pressekonferenz, er könne „einen ganzen Roman über das Spiel schreiben“. Da wäre ein großes Kapitel schon mal die Rosenheimer Personalsituation: Simon Heidenreich, Kevin Slezak und Michael Baindl fehlten wie schon am Freitag in Regensburg. Neu hinzu kamen Alexander Höller und Dominik Daxlberger – Letzterer wurde noch kurz vor dem Spiel aus der Aufstellung genommen. „Eine Entscheidung unserer medizinischen Abteilung“, erklärte Sicinski.

Paradereihe der vergangenen Saison fiel aus

Weil mit Slezak, Baindl und Höller die Paradereihe der vergangenen Saison ausfiel, musste Dominik Kolb im Sturm ran. Der Neuzugang stürmte früher schon, ehe er zum Verteidiger umfunktioniert wurde. Er hat es nicht verlernt, wie er gleich nach Beginn des zweiten Drittels unter Beweis stellte. Mit seinem Treffer leitete er die Starbulls-Aufholjagd nach einem 0:2-Rückstand ein. Kleines Bonmot: Als Kolb einmal zum Wechseln vom Eis fuhr, rief er zunächst „Defense – seinen Fauxpas merkte der neben Kyle Gibbons und Curtis Leinweber angreifende Kolb aber umgehend und aktivierte die nachfolgende Sturmreihe.

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Mit einer Schulterverletzung zur Untersuchung ins Krankenhaus

Die personelle Lage der Starbulls verschlechterte sich auch noch während des Spiels: Zunächst musste Förderlizenzspieler Samuel Soramies nach einem Zweikampf mit einem Cut über dem Ohr raus, danach erwischte es Philipp Lode, der von Riessersees Uli Maurer an die Bande gecheckt und wohl mit einer Schulterverletzung zur Untersuchung ins Krankenhaus gebracht wurde.

Sicinski über Pruden und Soramies: „Jederzeit wieder“

Und dann wäre da noch die Heimpremiere der Förderlizenzspieler Soramies und Garret Pruden. Beide lieferten ordentlich ab und taten den Starbulls gut – auch wenn Pruden zum 0:2 ein kapitaler Fehler unterlief, den er mit einem hervorragenden Zuspiel zum 5:4 wieder wettmachte. „Sie haben uns mehr Tiefe gegeben“, lobte Sicinski, erklärte aber, dass der Einsatz erst einmal nur für dieses Wochenende abgesprochen war. „Jederzeit wieder“, meinte Sicinski jedenfalls.

Der 2:2-Ausgleich durch Maxi Vollmayer, der Riessersees Keeper keine Chance ließ.

Zwei Tore innerhalb von 12 Sekunden

Und als hätten die Rosenheimer Personalgeschichten noch nicht gereicht, lieferte das Spiel selbst noch jede Menge Höhepunkte. Das erste Drittel gehörte den Gästen, die durch DEL-Leihgabe Marcus Weber in Führung gingen und diese durch Florian Vollmer ausbauten. Dazwischen lag noch ein Pfostentreffer von Benjamin Kronawitter. „Wir haben nicht schlecht gespielt, aber leichtsinnige Fehler gemacht“, befand Sicinski, der das auch auf die kurzfristigen Umstellungen zurückführte: „Da war die Mannschaft wohl noch etwas verwirrt. Wir haben dann ein paar Sachen korrigiert“, so der Rosenheimer Coach – und schon klappte es: Binnen einer Minute – wobei die Treffer von Kolb und Maxi Vollmayer innerhalb von zwölf Sekunden fielen – egalisierten die Starbulls. Und auch als die Werdenfelser durch Eetu-Ville Arkiomaa und Vollmer zwei weitere Male in Führung gingen, schlugen die Rosenheimer zurück: Tobias Meier traf in Unterzahl, Vollmayer nur 52 Sekunden nach dem 3:4 zum neuerlichen Ausgleich. Und auch nach Alu-Treffern hieß es unentschieden: Arkiomaa traf den Pfosten, auf der anderen Seite klingelte es bei Versuchen von Sebastian Stanik und Enrico Henriquez.

Tolle Abwehraktion von Verteidiger Garret Pruden, der hier den Garmischen Kronawitter die Scheibe vom Schläger nahm.

Kurz vor der Drittelpause die erste Führung

Und kurz vor der zweiten Drittelpause gingen die Hausherren dann erstmals in Führung, als Meier erfolgreich war. „Wir haben im zweiten Drittel schlecht verteidigt“, wusste Riessersee-Coach George Kink, „danach aber einen Kraftakt hingelegt, um den Ausgleich zu erzielen“. Der quirlige Kronawitter erzielte im letzten Drittel das 5:5, nachdem die Starbulls zuvor durch Meier die Latte trafen. „Wir haben den sechsten Treffer nicht gemacht, das war das einzige Manko“, kritisierte Sicinski. Allerdings musste sein Goalie Jonas Stettmer auch einige Male in höchster Not eingreifen.

Dass die Starbulls dann auch eine Unterzahlsituation kurz vor Ende der regulären Spielzeit gut rüberbrachten und auch in der Verlängerung ein Riesserseer Powerplay überstanden, sorgte für besondere Zufriedenheit beim Rosenheimer Trainer: „Die Jungs haben einen super Job gemacht. Ich bin unheimlich stolz!“ Natürlich noch mehr, als auch noch der Zusatzpunkt im Penaltyschießen ergattert wurde: Den sicherte Henriquez im zwölften Versuch. Starbulls-Goalie Stettmer hatte zuvor vier der sechs Riesserseer Schüsse pariert.

Dominik Kolb erzielte gegen Riessersee das erste Rosenheimer Tor zum 1:2-Anschluss.

Spielstatistik: Starbulls Rosenheim – SC Riessersee 6:5 nach Penaltyschießen (0:2, 5:2, 0:1, 0:0, 1:0).

Starbulls: Stettmer (Mechel) – Schütt, Pruden; Krumpe, Vollmayer; Draxinger, Gottwald; Dietrich – Gibbons, Kolb, Leinweber; Meier, Henriquez, Soramies; Stanik, Steinmann, Maierhofer; Lode, März.

Tore: 0:1 (5.) Weber/Arkiomaa, Vollmer, 0:2 (19.) Vollmer, 1:2 (21.) Kolb/Schütt, 2:2 (21.) Vollmayer/Meier, 2:3 (27.) Arkiomaa/Weber, Maurer – PP1, 3:3 (30.) Meier – SH1, 3:4 (33.) Vollmer/Arkiomaa/Weber, 4:4 (34.) Vollmayer/Gibbons, Leinweber, 5:4 (40.) Meier/Pruden, Henriquez, 5:5 (52.) Kronawitter/Chyzowski, Soudek; Penaltyschießen: 6:5 Henriquez.

Schiedsrichter: Aumüller; Strafminuten: Rosenheim 10, Riessersee 12.

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