Starbulls seit knapp zwei Spielen ohne Torerfolg – Längste Sturmflaute seit dem Abstieg

Vorteil Henriquez: Beim Fight mit dem Garmischer Ehliz setzte der Rosenheimer die besseren Treffer. Ziegler

Es bleibt dabei: In der Eishockey-Oberliga Süd kann in dieser Saison wirklich, wie die Phrase lautet, Jeder Jeden schlagen, was auch an diesem Wochenende die Schlusslichter Lindau und Höchstadt erneut bewiesen haben. Die Starbulls sind nach drei Niederlagen in Folge auf Platz sieben abgerutscht.

Weil die Tabelle in der Eishockey-Oberliga Süd so dicht gedrängt ist, dass auch nach 13 Spieltagen zwischen zweitem und neuntem Platz nur sechs Punkte (sprich: zwei Siege) Differenz liegen, kann es nicht überraschen, dass fast jeder Klub für die eine oder andere Berg- und Talfahrt in Frage kommt. So auch die Starbulls: Vor zwei Wochen kletterten sie durch drei Siege in Folge von Rang neun auf Rang zwei, inzwischen sind sie durch drei sieglose Partien, allerdings mit zwei Punkten Teilerfolg, wieder auf den siebten Platz abgerutscht.

Bildergalerie vom Spiel Starbulls Rosenheim - SC Riessersee Endstand 2:3 n. V.

Rosenheimer Offensive fehlt es an Durchschlagskraft

Was sind die Ursachen dafür, abgesehen von der erwähnten Ausgeglichenheit der Liga? Eine Ursache ist sicher, dass es in der Offensive einfach an Durchschlagskraft mangelt. So haben nur der EV Füssen und die erwähnten Schlusslichter Lindau und Höchstadt weniger Tore erzielt als die Starbulls. Und wenn es dem Gegner gelingt, die Paradereihe Höller/Baindl/Slezak auszuschalten, wie es Memmingen letztes Wochenende und Weiden diesen Freitag praktizierten, ist das bereits die halbe Miete. Dass vor Josh Mitchells Überzahltor gegen Riessersee auch das bis dahin so erfolgreiche Powerplay schwächelte (kein Tor in 16 Minuten Überzahl in drei Spielen), kam da erschwerend hinzu.

Was ebenfalls einen dauerhaften Erfolg des Sicinski-Teams verhindert, ist eine gewisse Unbeständigkeit. Einerseits blieb man in Memmingen und Weiden fast 47 Minuten lang ohne Gegentreffer, schaffte aber während der längsten Sturmflaute seit dem Abstieg (119:15 Minuten, also praktisch zwei volle Spiele) und der viertlängsten der Oberliga-Historie überhaupt kein einziges Törchen, um dann wieder fast 55 Minuten lang keins zu kassieren (in Weiden und gegen Riessersee). Die eigene Flaute seit der 2:0-Führung gegen den SCR dauert inzwischen auch schon wieder gut 53 Minuten.

In beiden Spielen mussten die Starbulls „Überstunden“ machen

Dazu gab es auch noch „Überstunden“. Beide Spiele des Wochenendes gingen in die Overtime, das in Weiden sogar bis zum finalen Penalty-Schießen. Ihre bisherigen Shootouts hatten Kevin Slezak und Co. ja gewonnen, diesmal aber waren weder die Schützen noch Torhüter Endres dabei sonderlich inspiriert. In der kürzestmöglichen Dauer (zwei erfolgreiche Weidener Schützen, zwei erfolglose Rosenheimer) war der Zusatzpunkt weg. Was für ein Gegensatz zum Penalty-Sieg in Füssen vor drei Wochen! Da hatte Luca Endres nicht weniger als zehn von zwölf Versuchen vereitelt, ehe Slezak mit dem 24. Penalty des Spiels den Sieg sicherte. Und gegen Riessersee, wo man nach dem Penalty-Sieg zum Auftakt auf eine Wiederholung hätte hoffen können, fehlten wegen des Tores von Emil Quaas 77 Sekunden.

Das erste Tor hat so gut wie keine Bedeutung

Dabei hatte alles so gut angefangen. Erst zum dritten Mal in den ersten sechs Heimspielen hatten die Starbulls 2:0 in Führung gelegen, beide Male davor (gegen Weiden und Lindau) hatte es auch zum Sieg gereicht. Wer das erste Tor eines Matches erzielt, hat dagegen so gut wie keine Bedeutung. In sieben der bisherigen 13 Begegnungen schossen die Starbulls den ersten Treffer, drei davon verloren sie noch. Ging der Gegner 1:0 in Führung, was sechsmal der Fall war, blieben aber die Starbulls dreimal Sieger.

Max Vollmayer und Henry Wellhausen mit ihren ersten Saisontoren

Ein Hauptgrund dafür, dass trotz der beiden Niederlagen zwei Punkte auf der Plusseite landeten (ohne die die Starbulls wieder nur auf Rang neun rangieren würden), war zum einen, dass in Vertretung des Paradesturms in Weiden Henry Wellhausen und Max Vollmayer ihre ersten Saisontore gelangen, und zum anderen, dass das Unterzahlspiel absolut klasse funktionierte. Und Gelegenheit, in Unterzahl zu glänzen, hatten die Rosenheimer wirklich zur Genüge! Fast 26 Minuten lang standen sie mit einem oder zwei Mann (2:20 Minuten) weniger auf dem Eis und ließen dabei keinen einzigen Treffer zu! Natürlich kam es ihnen zugute, dass es gegen die beiden Teams mit den schwächsten Powerplay-Bilanzen ging.

Man fühlte sich manchmal schon ein bisschen an die Leistung des in Rosenheim so „beliebten“ Cori Müns erinnert, als Schiedsrichter Artur Votler den Garmischern fast achteinhalb Minuten mehr Powerplay bescherte als den Starbulls. Dabei erzürnten weniger die Strafen gegen Rosenheim (die waren großteils berechtigt), mehr aber die Ungleichbehandlung bei ähnlichen Aktionen der Riesserseer, unter anderem dreimaliges nicht ganz so unabsichtliches Verschieben des Tores bei Starbulls-Chancen.

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