STARBULLS

Vor dem Spitzenspiel: Wird Gibbons für den Showdown der Rosenheim Starbulls fit?

So frei darf man Regensburgs Topspieler Nikola Gajovsky eigentlich nicht vor dem Tor an die Scheibe kommen lassen. Der Einsatz von Dominik Kolb hatte damals im ersten Aufeinandertreffen aber geholfen, denn Gajovsky setzte den Puck hoch am langen Kreuzeck vorbei.
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So frei darf man Regensburgs Topspieler Nikola Gajovsky eigentlich nicht vor dem Tor an die Scheibe kommen lassen. Der Einsatz von Dominik Kolb hatte damals im ersten Aufeinandertreffen aber geholfen, denn Gajovsky setzte den Puck hoch am langen Kreuzeck vorbei.
  • Thomas Neumeier
    vonThomas Neumeier
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Die Starbulls Rosenheim können in der laufenden Spielzeit der Eishockey-Oberliga Süd große Schritte unternehmen. Sie treffen in zwei Spielen auf die Eisbären Regensburg, die nach dem Punkteqoutient momentan an der Spitze stehen. Davor steht das Heimspiel gegen Schlusslicht Landsberg auf dem Plan.

Rosenheim– Mit vier Mannschaften in der Eishockey-Oberliga Süd sind die Starbulls Rosenheim schon durch für die Hauptrunde: Gegen Selb, Füssen, Lindau und Memmingen haben sie bereits ihre drei angesetzten Begegnungen erledigt. In den nächsten fünf Tagen gesellen sich nun auch der HC Landsberg Riverkings und die Eisbären Regensburg zu dieser Liste hinzu.

Gegen Landsberg (Freitag, 19.30 Uhr) und Regensburg (Sonntag, 17 Uhr) gibt es ein Heimspiel-Doppel am Wochenende, ehe dann am Dienstag die ausgefallene Begegnung vom Dezember in Regensburg nachgeholt wird.

Landsberg-Spiel gegen Regensburg als Warnung

Der Blick auf die Tabelle offenbart völlig unterschiedliche Aufgaben für die Starbulls: Und so wird das Duell gegen den abgeschlagenen Tabellenletzten vom Lech eigentlich nur zum Aufgalopp für die beiden Spitzenspiele gegen die Mannen von der Donau, die vom Punktequotienten her das Klassement der Oberliga Süd anführen.

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Wer Starbulls-Trainer John Sicinski kennt, der weiß, dass ihm solche Gedanken völlig fremd sind. Und der kann sich auch vorstellen, wie sehr der Rosenheimer Coach in die Köpfe seiner Spieler hineinkriechen möchte, um diese auch schon im Keim zu ersticken. Gut für Sicinski, dass es zumindest einen Punkt gibt, wo er ansetzen kann: „Wir haben Warnung genug“, sagt er, und meint damit das Spiel der Riverkings am letzten Freitag gegen Regensburg, als die Landsberger bis kurz vor dem letzten Drittel mit 2:0 in Front lagen und am Ende mit 2:3 verloren.

„Da hätten sie fast die große Überraschung geschafft“, weiß Sicinski – und er hofft, dass seine Mannschaft dieses Resultat verinnerlicht, und nicht das 10:0 der Starbulls über den Tabellenletzten vor einigen Wochen.

Sicinski: „Wir sind nicht berechenbar“

Allerdings hat es der Starbulls-Coach auch lieber, wenn er sich auf seine eigene Mannschaft konzentrieren kann: „Wir schauen auf uns und unsere Leistung.“ Und da kann er ja aktuell sehr zufrieden sein, denn die Rosenheimer können auf Serien mit sechs Siegen in Folge und fünf Heimerfolgen en suite verweisen.

„Wir sind in der längsten Siegesserie der Saison“, weiß der Chefanweiser, dem vor allem die Leistungen bei gleicher Spieleranzahl gefallen. Sicinski gerät fast schon ins Schwärmen, wenn man ihn auf die aktuellen Stärken seiner Truppe anspricht: „Wir lassen hinten wenig Chancen zu, kreieren offensiv gut, unser Forechecking passt, wir setzen uns lange im gegnerischen Drittel fest und erzielen mit allen Reihen Tore. Damit sind wir nicht berechenbar.“

Offenbart ein Blick auf die Skorerliste einen Vorteil?

Und mit Letzerem hat man einen Vorteil gegenüber den Eisbären Regensburg. Denn die Oberpfälzer scheinen berechenbarer, wenn man den Blick auf die Skorerliste der Oberliga Süd richtet. Da stehen die Regensburger Nikola Gajovsky (49 Punkte) und Richard Divis (41) auf den Plätzen zwei und sechs der Liga, die Rosenheimer Kyle Gibbons und Curtis Leinweber (je 36) folgen auf den Rängen 13 und 17.

Aber dann: Regensburgs Peter Flache (35) auf Platz 19 und Lukas Heger (29) auf Rang 28 – und danach lange Zeit nichts. Bei den Starbulls hingegen: Tobias Meier (34) auf Platz 22, Maxi Vollmayer und Dominik Daxlberger (je 27) auf den Plätzen 30 und 31, Enrico Henriquez (26) und Alex Höller (25) auf den Rängen 38 und 39 sowie Michael Baindl (22) auf dem 49. Platz – wobei vor allem Henriquez und Baindl eine satte Anzahl an Spielen bislang verpasst hat. „Von der Statistik her kann man schon sagen, dass Regensburg von Gajovsky, Divis, Flache und dem Überzahlspiel abhängig ist“, merkt Sicinski an.

Er sagt aber auch: „Das ist eine unglaubliche Qualität in der Spitze.“ Dennoch könnte das „secondary scoring“ hinter den besten Punktesammlern vielleicht entscheidend für den Ausgang der Spitzenduelle sein.

Fällt Gibbons aus, dann spielt Slavicek

Ob es zum großen Duell der Kontingentspieler kommt, steht noch nicht fest, denn bei den Starbulls ist noch nicht klar, ob Kyle Gibbons nach seinem verletzungsbedingten Ausscheiden vom vergangenen Sonntag mitwirken kann. „Er war zum Testen kurz auf dem Eis“, informiert Sicinski, die endgültige Entscheidung sollte aber das Abschlusstraining liefern – ebenso wie bei Verteidiger Tobias Draxinger, während Kevin Slezak und Benedikt Dietrich noch nicht mitwirken können.

Sollte Gibbons ausfallen, dann schlägt die Stunde von Bohumil Slovacek. Den Tschechen, der ansonsten für Bayernligist TEV Miesbach aufläuft, hatten sich die Starbulls ja als Absicherung für eben so einen Fall geangelt. Kommt er zum Einsatz, dann wird Slovacek direkt den Gibbons-Posten an der Seite von Daxlberger und Leinweber einnehmen. „Das wird nicht einfach, weil er ja seit drei Monaten nicht mehr im Spielbetrieb war.

Aber er kommt im Training immer besser rein, ist läuferisch gut, spielt körperbetont und hat einen guten Schuss“, erklärt Sicinski. Sein Schluss: „Sein Eishockey-Verständnis kann den Ausschlag geben, dass es auf Anhieb mit den neuen Teamkollegen klappt.“

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