Das Eishockey-Wochenende: Starbulls-Rekord für die Ewigkeit und 50 Prozent Powerplay-Quote

Erst 18 Jahre und sehr treffsicher:Kevin Slezak erzielte in Garmisch zwei Tore und verwandelte den entscheidenden Penalty. Rabuser
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Erst 18 Jahre und sehr treffsicher:Kevin Slezak erzielte in Garmisch zwei Tore und verwandelte den entscheidenden Penalty. Rabuser

Der Start in die Saison 2019/20 in der Eishockey-Oberliga Süd ist erfolgt, und wie schon in den beiden Spielzeiten davor sind die Starbulls Rosenheim flott von den Startblöcken losgekommen.Sehr treffsicher dabei: Die erste Sturmreihe mit acht von zehn Toren.

Rosenheim – Wieder gab es für die Starbulls-Eishockeyspieler am ersten Wochenende der neuen Oberlkiga-Saison zwei Siege, auch wenn dabei im Gegensatz zu 2017 und 2018 ein Punkt liegengelassen wurde. Aber ein Penalty-Sieg in Garmisch, beim Mitfavoriten und „Angstgegner“ der vergangenen Saison, ist nichts, worüber man traurig sein könnte.

Früh in der Saison ein Penaltyschießen

Einen Riesenunterschied gab es bei diesem Spiel im Vergleich zur vergangenen Spielzeit. 2018/19 waren alle vier Partien gegen die Werdenfelser äußerst torarme Angelegenheiten (nur 15 Treffer insgesamt, sechs für, neun gegen die Starbulls). Diesmal fielen gleich in der ersten Begegnung acht Tore im Spiel plus der „Game Winnig Shot“, der den Rosenheimern den Zusatzpunkt brachte. Ebenso untypisch ist, dass Lukas Steinhauer, der sich am Sonntag mit vier gehaltenen Penaltys (von fünf) besonders auszeichnete, und seine Kameraden gleich am ersten Wochenende diese Nervenprobe absolvieren mussten. Letzte Saison hatte es bis zum 23. Spieltag gedauert, bis ein Penalty-Schießen für die Starbulls fällig wurde (und in Lindau verloren ging).

Weiden ist ein gern gesehener Gegner

Keine Überraschung war dagegen (auch in dieser Höhe) der Auftaktsieg gegen Weiden, gaben doch die Blue Devils zum fünften Mal im fünften Gastspiel brav die Punkte ab, und dies mit einer einzigen Ausnahme (1:3) stets recht deutlich und torreich (5:8, 2:7, 1:6 und jetzt 0:5). Und zum zweiten Mal in den letzten drei Jahren (nach einem 6:0 in Waldkraiburg 2017) konnte Lukas Steinhauer zu Saisonbeginn seinen Kasten sauberhalten. Damals fiel bis der erste Gegentreffer sogar erst in der 56. Minute der zweiten Partie, diesmal war es am Sonntag schon in der siebten Minute so weit.

Nicht nur Steinhauer konnte am Sonntag besonders glänzen, die Partie hatte auf Rosenheimer Seite noch einen zweiten Helden. Neuzugang Kevin Slezak, schon in der Vorbereitung die ideale Ergänzung zum letztjährigen Traum-Duo Baindl/Höller, schoss nicht nur den ersten und den letzten Treffer im Spiel, sondern verwandelte auch noch den entscheidenden Penalty! Und das, obwohl er zeitweise ohne seine beiden Sturmpartner Baindl (ab der 14. Minute) und Höller (14 Minuten im letzten Drittel) auskommen musste!

Verteidiger erzielte dreimal das erste Tor

Die „Gnade des frühen Starts“, sprich erstes Saisontor, war diesmal Daniel Bucheli vorbehalten. Bucheli ist dabei in den 17 Jahren, seit die Starbulls 2004 in der Oberliga (und seit 2010 in der Zweiten Liga) antreten, der 15. verschiedene Spieler, der zu Saisonbeginn den Torereigen einläutet. In der Oberliga waren dies vor ihm Mondi Hilger, Jeremy Stasiuk, John Snowden, Ryan Fairbarn, Thomas Reichel und Viteszlav Bilek, eine Klasse höher gelang dies Corey Quirk, Nico Senger, Norman Hauner, Leo Tausch, David Vallorani und Greg Gibson. Ein Name fehlt noch, denn einem Spieler gelang es sogar dreimal, den jeweils ersten Saisontreffer für die Starbulls zu erzielen, und es ist… Verteidiger Andy Paderhuber, der diesen Auftakt 2005, 2009 und bei der Rückkehr in die Zweite Liga 2010 schaffte! Es könnte ein Rekord für die Ewigkeit sein. Bucheli war mit seinem Tor in der vierten Minute sehr flott dran. Schneller waren nur Bilek letztes Jahr (um elf Sekunden) und Reichel, der 2017 schon in der zweiten Spielminute traf. Am längsten brauchte Greg Gibson in der Abstiegssaison 2016/17, der erst in der 23. Minute des zweiten Spieles den Bann brach, nachdem es zum Auftakt eine 0:1-Niederlage auf eigenem Eis gegen Riessersee gegeben hatte.

Josh Mitchell mit einem Tor und vier Assists

Während der zweite Legionär Josh Mitchell mit einem Tor und vier Assists am ersten Wochenende ganz gut unterwegs ist, ist bei Bilek, Torjäger der letzten eineinhalb Jahre, der Knoten noch nicht geplatzt. Schon in der Testphase gelangen ihm lediglich zwei Treffer gegen Bayernligist Waldkraiburg, jetzt ist er einer von nur vier Stürmern, bei denen noch die Null in der Scorerliste steht. Letztes Jahr erschoss er Memmingen zum Auftakt mit vier Treffern fast im Alleingang, und in der Spielzeit davor feierte er in seinem ersten Spiel mit sechs Scorerpunkten gegen Regensburg einen geradezu sensationellen Einstand.

Und noch ein kurzer Blick über den grün-weißen Tellerrand: Zwei Teams liegen derzeit vor den Starbulls: neben Favorit Deggendorf überraschenderweise Aufsteiger EV Füssen! Die Allgäuer verdanken ihre Siege gegen Selb und Lindau vor allem der überragenden Powerplay-Quote von 62,5 Prozent (fünf Tore aus acht Powerplays)! Damit sind die noch besser als – die Starbulls, die in den ersten beiden Partien vier ihrer acht Powerplays (50 Prozent) verwerten konnten.

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