Starbulls Rosenheim mit sechs verletzten Stammspielern: Es fehlten 42 Tore und 44 Assists

Kapitän Michael Baindl jubelt über sein Tor zum 1:1-Ausgleich gegen Garmisch. Ziegler

Zu Hause läuft es wie geschmiert, auswärts dagegen gehören die Starbulls Rosenheim zu den schlechtesten Teams in der Meisterrunde. Vor dem Heimsieg gegen Riessersee verloren die Starbulls in Weiden mit 2:5 - das half auch das zweitschnellste Saisontor von Fabian Zick nichts.

Rosenheim – Nach den beiden Spitzenteams waren diesmal zwei Mannschaften die Gegner, die in der Tabelle ein Stück hinter den Starbulls rangieren. Und wie am Wochenende zuvor gab es auch diesmal wieder drei Punkte auf der Habenseite; einer Niederlage beim Vorletzten in Weiden folgte in eigener Halle ein Sieg gegen Riessersee, einen der unmittelbaren Verfolger.

Enttäuschung? Nur auf den ersten Blick

Nur drei Punkte gegen zwei laut Tabelle schwächere Teams – eine Enttäuschung? Wenn, dann nur auf den ersten Blick! Denn man muss berücksichtigen, unter welchen Umständen John Sicinskis Team – beziehungsweise sein letztes Aufgebot – diese drei Punkte erkämpft hat. So fehlten mit den sechs verletzten Stammspielern Krumpe, Fröhlich, Henriquez, Kumeliauskas, Wellhausen und Schütt in Weiden insgesamt 42 Tore und 44 Assists, dazu das Potenzial von Neuzugang Dennis Schütt (zwei Tore und 24 Vorlagen für die Hannover Scorpions vor seinem Wechsel). Und nicht zu vergessen: Neben „Tormaschine“ Kumeliauskas fiel mit Youngster Enrico Henriquez der absolut heißeste Scorer der letzten Wochen aus.

Das Wochenende begann eigentlich hervorragend: Als Fabian Zick in Weiden bereits mit dem ersten Schuss des Spieles nach 26 Sekunden ins Schwarze traf, wurden Erinnerungen wach an das 8:4 beim „Teddy-Toss“-Spiel gegen Deggendorf am Weihnachtsfeiertag. Dort war derselbe Spieler schon nach elf Sekunden erfolgreich gewesen – die beiden schnellsten Torerfolge der laufenden Saison. Das Spiel in Weiden ging aber letztlich auch dadurch verloren, weil dem Starbulls-Minikader im letzten Drittel ein bisschen die Kraft fehlte, einen 2:3-Rückstand noch zu drehen.

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Im Schlussdrittel nicht erfolgreich

Überhaupt konnten sie in den letzten sieben Spielen kein einziges Schlussdrittel mehr gewinnen, wobei zuhause aber stets der Vorsprung aus den ersten vierzig Spielminuten reichte. Gegen Riessersee musste man den seltenen Fall erleben, dass der Gegner das erste Tor erzielte (erst zweimal in 20 Heimspielen). In diesem Fall ist dann der Kapitän gefordert! Wie schon gegen Sonthofen glich Michael Baindl das 0:1 aus und sorgte für den Umschwung (2:1 gegen Sonthofen, 3:2 gegen Riessersee).

Typisches Ergebnis gegen Riessersee

Vor einer Woche in Deggendorf konnte man noch von einem untypischen, weil sehr torarmen Match sprechen. Das gegen den SC Riessersee war dagegen überaus typisch. Nicht nur, weil in sechs der bisher sieben Treffen mit dem Traditions-Rivalen drei Tore zum Sieg reichten, nein, vor allem weil es wieder einmal furchtbar knapp ausging. Die Bilanz der sieben Spiele: zweimal Penalty-Schießen, zweimal Overtime, zweimal ein Tor Differenz: knapper geht es kaum.

Nur 13 Torschüsse von Riessersee zugelassen

Und wenn die offensive Firepower derzeit eingeschränkt ist, muss es eben die Defensive richten. Und die klappte gegen Riessersee hervorragend. Ganze 13 Torschüsse gestattete man nach offizieller Zählung dem Gegner (eigentlich waren es wohl ein paar mehr), und das Paradestück war zweifellos die Phase in der Mitte des Spiels, als Bergmann & Co. während einer zweieinhalbminütigen Unterzahl (davon neunzig Sekunden doppelt) nur einen einzigen (!) Schuss aufs Tor von Andreas Mechel zuließen. Da sah man allerdings auch deutlich, wieso die Garmischer die erfolgloseste Powerplay-Bilanz der zehn Meisterrunden-Teams schreiben. In den drei bisherigen Spielen gegen die Starbulls konnten sie nur eins von neunzehn Powerplays (Gesamtdauer fast 32 Minuten) verwerten. Die Starbulls dagegen waren bisher in jedem der vier Meisterrunden-Heimspiele in Überzahl einmal erfolgreich, mit ein Grund für die nach wie vor makellose Heimbilanz. Allzu viel Powerplay war allerdings am Sonntag nicht geboten, denn in einer Hinsicht war die Partie gegen Garmisch doch untypisch. Sechs Strafminuten gegen die Starbulls, acht gegen den SCR – da hatte es in den anderen beiden Duellen der beiden Rivalen wesentlich heftiger „gefunkt“. 73 Strafminuten gegen Riessersee, 84 gegen Rosenheim – allein diese beiden Begegnungen trugen maßgeblich dazu bei, dass die beiden bayerischen Teams mit 12 (Garmisch) bzw. 12,9 (Rosenheim) pro Spiel zu den vier meistbestraften der Liga zählen.

Jedes Wochenende werden neue „Helden“ geboren

Die Defensive ist ja bekanntlich eine Angelegenheit aller Spieler auf dem Eis, offensiv dagegen werden derzeit jedes Wochenende bei den Starbulls neue Helden „geboren“. Letzte Woche wurde da Enrico Henriquez erwähnt, der zusehends in die Fußstapfen von Torjäger Kumeliauskas getreten war. Und als dieses Wochenende auch Henriquez verletzt passen musste, tat sich ein weiterer Spieler hervor, der zuvor offensiv meist weniger aufgefallen war: Dimitri Litesov. Sonntag vor einer Woche drei Scorerpunkte gegen Memmingen, diesmal ein Tor und die Vorlage zum Gamewinner durch Dominik Daxlberger: Litesov konnte in den letzten beiden Heimspielen fast halb so viele Scorerpunkte sammeln wie in den 34 Begegnungen davor.

Wäre jetzt Play-off-Start: Der Gegner wären die Hannover Scorpions

Noch ein Blick auf die Meisterrunde: Auf eigenem Eis sind die Starbulls neben Memmingen die einzigen, die noch keinen Punkt abgegeben haben. Auswärts sind sie sind neben Lindau und Peiting die einzigen Teams ohne Auswärtssieg. Die Nummer Eins der Meisterrunde sind derzeit die Regensburger, die die Starbulls vom dritten Platz verdrängen konnten. Und ein Blick über den Tellerrand zeigt: Wäre jetzt Schluss, hieße der Gegner im Play-off mit dem Norden… na, wer wohl? Hannover Scorpions!

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