Zwei Rekordserien der Rosenheimer Eishockeyspieler– einmal positiv und einmal negativ

Drei Tore am Peiting-Wochenende: Alex Höller, der hier an Keeper Hechenrieder scheiterte. Ziegler
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Drei Tore am Peiting-Wochenende: Alex Höller, der hier an Keeper Hechenrieder scheiterte.

Woran liegt es, dass die Starbulls-Eishockeyspieler seit nunmehr sechs Wochen (inklusive die bisherige Meisterrunde) an jedem Wochenende zwei Gesichter zeigen: zuhause hui, auswärts (zumindest, was die Ergebnisse angeht) pfui? Die Bilanzen sind in beiden Fällen rekordverdächtig.

Von Manfred Eder

Rosenheim – Die Starbulls Rosenheim sind in der Meisterrunde das schwächste Auswärtsteam der Liga. Liegt es daran, dass sie es einfach nicht schaffen, ihre defensive Dominanz und die Kreativität in der Offensive, die zuletzt immer wieder zu herrlichen Toren führte, dem jeweiligen Gastgeber aufzudrängen? Oder ist es so, dass, wie in den großen Rosenheimer Eishockey-Zeiten der Achtzigerjahre die Devise lautete, dass der Gegner bei den Anfahrten nach Rosenheim „schon am Irschenberg die Hose voll hat“?

In 48 Stunden gegen den selben Gegner zwei Gesichter

Wahrscheinlich ist etwas von beidem der Fall, denn wie könnte es sonst sein, dass man, wie diesmal Peiting, einen Gegner erst mit einer absoluten Klasseleistung an den Rand einer zweistelligen Niederlage bringt und dann zwei Tage später beim selben Gegner zwar knapper, aber dennoch deutlich verliert?

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Tatsache ist jedenfalls nach zehn Spielen der Meisterrunde: in eigener Halle nur Pluspunkte, auf fremdem Eis nur Minuspunkte. Damit ist das Sicinski-Team seit der sonntäglichen Memminger Heimniederlage gegen Regensburg das beste Heimteam, aber auch seit dem Lindauer Sieg in Weiden (ebenfalls am Sonntag) das schwächste Auswärtsteam! Erschwerend kommt hinzu, dass Meisterrunden-Primus Regensburg mit seinem gewaltigen Lauf (acht Siege aus zehn Partien) die Starbulls, seit Beginn der Runde nur fünftbestes Team, nicht nur eingeholt, sondern überholt haben.

Mit dem zehnten Heimsieg in regulärer Spielzeit in Folge haben Baindl, Höller & Co. jedenfalls einen neuen Rosenheimer Oberliga-Rekord aufgestellt. Der bisherige lag bei neun Siegen vom 16. Dezember 2017 bis zum 9. Februar 2018 und endete neun Tage später mit einer 3:4-Overtime-Niederlage gegen Selb. Auswärts dagegen hat man am Sonntag mit der sechsten Niederlage die längste Negativ-Serie, datierend vom Januar bis Februar 2006 und beendet mit einem 2:1-Sieg beim SC Riessersee, egalisiert.

Bereits neunmal einen Doppelpack kassiert

Tor für die Starbulls Rosenheim gegen Peiting: Josh Mitchell (nicht auf dem Bild) hat rechts oben zum 2:0 getroffen.

Das 7:1 am Freitag war aber auch ein echter Leckerbissen! Irgendwie schien es, als gingen all die Pucks, die in den letzten Wochen am Torgestänge scheiterten, diesmal genau in den Winkel. Und so stand mit der 3:0-Führung nach dem ersten Spieldrittel (bereits zum sechsten Mal in dieser Saison) der Sieger frühzeitig fest, denn einen solchen Vorsprung geben die Starbulls gewöhnlich nicht mehr aus der Hand. Ebenfalls nicht geschadet hat natürlich der Doppelschlag innerhalb von 64 Sekunden zum 2:0 und 3:0 sowie die schnelle Antwort auf Peitings einzigen Treffer mit dem 5:1 nur 71 Sekunden später. Am Sonntag gelang dann auch dem Gegner ein solcher Doppelpack, ebenfalls zum 2:0 und 3:0, und das sogar binnen 57 Sekunden, wodurch die Starbulls zum neunten Mal in dieser Saison bereits zwei Treffer in weniger als einer Minute kassierten.

Nur sieben Gegentore in den letzten sieben Heimspielen

In den letzten sieben Heimspielen ließen die Starbulls insgesamt nur sieben Gegentreffer zu, von denen noch dazu einer (für Riessersee) nach einer etwas umstrittenen Uhrzurücksetzung in der allerletzten Spielsekunde fiel. Auffallend ist aber die Dominanz im Anfangsdrittel. In den letzten sieben Partien lagen die Starbulls kein einziges Mal nach den ersten zwanzig Minuten im Rückstand, führten fünfmal und konterten nur zwei Gegentreffer mit insgesamt elf eigenen! Und sogar eine „schwarze“ Spielminute weniger gibt es seit Fabian Zicks Tor nach 31 Sekunden des Schlussabschnitts am Freitag. In dieser Minute hatten die Starbulls heuer noch kein einziges Tor erzielen können, aber bereits vier zugelassen. Ganz anders dagegen die 49. und die 58. Spielminute, in denen die Starbulls in beiden Spielen des Wochenendes wieder ins Schwarze trafen. In den beiden erfolgreichsten Rosenheimer Minuten lautet die bisherige Saisonbilanz 7:1 bzw. 9:1 für Sicinskis Jungs.

Speerspitze das Duo Baindl/Höller

Feierte gegen Peiting seinen ersten Einsatz im Starbulls-Oberligateam: Benedikt Dietrich (rechts)

Und noch eine Konstante: In den letzten acht Heimspielen gelang Höller & Co. jedesmal ein Überzahltor. Auswärts dagegen schwächelte das Powerplay in vier der letzten fünf Begegnungen, und in Regensburg reichten zwei Powerplaytore nicht zum Punktgewinn.

Speerspitze der Offensive war diesmal wieder einmal das „Duo“ Höller/Baindl. Nachdem Alex Höller zuletzt sechsmal ohne Torerfolg geblieben war, schoss er an diesem Wochenende gleich drei, eines schöner und präziser als das andere. Aufgelegt wurde der Puck immer von Michael Baindl, der am Freitag mit fünf Scorerpunkten (ein Tor, vier Assists) nicht nur statistisch einen echten Sahnetag hatte. Einen wunderbaren Einstand feierte am Freitag auch Neuzugang Jake Smith (laut Spielprotokoll Jacob Robinson-Smith), der gleich mit seinem zweiten Puckkontakt Dominik Daxlbergers Führungstreffer vorbereitete und später noch ein Assist verbuchen konnte.

Zwei Tage später war er dann wie das gesamte Team weniger erfolgreich. Offensiv herrschte Flaute, und das extrem lang. Außer beim 0:4 in Memmingen, wo die Starbulls zum bisher einzigen Mal komplett ohne Tor blieben, hatte es in der laufenden Saison noch nie so lange bis zum ersten Rosenheimer Treffer gedauert, nämlich bis zur 49. Minute. Interessant: Auch bei der bis dahin längsten Flaute (2:3 in Regensburg) war es Alex Höller gewesen, der in der 34. Minute sein Team auf die Scoring-Tafel gebracht hatte.

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