Geschäftsführer Daniel Bucheli im Interview

„Die Existenzsicherung der Starbulls Rosenheim steht an erster Stelle“

Starbulls-Geschäftsführer Daniel Bucheli ist derzeit ein gefragter Mann.
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Starbulls-Geschäftsführer Daniel Bucheli ist derzeit ein gefragter Mann.
  • Hans-Jürgen Ziegler
    vonHans-Jürgen Ziegler
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Rosenheim – „An erster Stelle steht die Existenzsicherung der Starbulls. Für uns ist es wichtig, dass es die Starbulls Rosenheim, vor allem die Nachwuchsarbeit und den Breitensport auch die nächsten 30 Jahre noch gibt und man sich kontinuierlich verbessert“, das sagt Daniel Bucheli, Geschäftsführer bei den Starbulls Rosenheim, im Gespräch mit der OVB-Sportredaktion.

Herr Bucheli, die Corona-Hilfen für Profiklubs gelten jetzt auch für alle Drittliga-Vereine außerhalb des Fußballs. Mit welcher Unterstützung dürfen die Starbulls da rechnen?

Daniel Bucheli: Zahlen kann ich da nicht nennen, aber es ist natürlich ein absolut positives Signal für alle Drittliga-Clubs. Und natürlich speziell für uns, dass wir in diesen Rettungsschirm mit aufgenommen worden sind. Für die Antragsberechtigung und die komplette Abwicklung muss man jetzt in den nächsten Tagen die Details klären. Dann wird man auch sehen inwiefern die Unterstützung zum Tragen kommt.

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Beim Fußball dürfen 400 Fans ins Stadion wie viel werden es beim Eishockey sein?

Daniel Bucheli: Wir sind mit der ersten Mannschaft von den Zuschauereinnahmen abhängig. Und ohne die Freigabe der Zuschauerzahl beziehungsweise ohne die staatliche Unterstützungsleistung ist für uns der Spielbetrieb nicht zu finanzieren. Das ist momentan eine starke existenzgefährdende Situation.

Nicht nur für das Oberliga-Team, sondern auch für den Nachwuchs.

Bucheli: Natürlich. Das betrifft auch die Finanzierung und Durchführung unserer Nachwuchsabteilung, die auch durch den Betrieb unserer ersten Mannschaft quer finanziert wird. Es ist für uns einfach notwendig, dass die Zuschauerzahlen gelockert werden und dass die Aufnahme in den Rettungsschirm unter den notwendigen Bedingungen gewährleistet ist und man darauf auch zugreifen kann.

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Wie viele Zuschauer brauchen denn die Starbulls?

Bucheli: Selbst wenn eine Freigabe der Zuschauerzahl kommt, es würde es ohne Rettungsschirm nicht gehen. Der Grund: Wir haben so viel Unsicherheit in der Bevölkerung, dass man überhaupt nicht kalkulieren kann wer ins Stadion kommt und wer nicht. Hat zum Beispiel jemand eine 90-jährige Oma zu Hause, die er pflegt, wird er eher nicht in ein Stadion gehen – egal ob es Fußball, Eishockey oder Basketball ist. Deshalb können wir nicht mit den Zuschauereinnahmen kalkulieren, weil es keine planbare Größe wie in den Jahren zuvor ist.

Planbar sind allerdings die Hygienemaßnahmen. Auf was müssen sich die Starbulls-Fans einstellen?

Bucheli: Auf Basis der Anordnungen des DEB und dem in Zusammenarbeit mit den Experten und der Task Force ausgearbeiteten Hygienekonzept haben wir das dem Standort entsprechend angepasst. Wir haben auch schon für den Trainings- und Spielbetrieb im Nachwuchsbereich die Freigabe erhalten, auch wenn das Stadion momentan noch für Zuschauer gesperrt ist. Es wird ein Einbahnstraßensystem geben, um sich kreuzende Wege zu verhindern. Es gelten Maskenpflicht und die Abstandsregeln im Stadion sowie die Desinfektionsregeln. Und das funktioniert bisher sehr gut und deshalb ein großes Lob an die Eltern und die Nachwuchsspieler. Das ist absolut vorbildlich.

Kostet aber auch mehr Geld, wenn Spiele stattfinden.

Bucheli: Natürlich ist das wieder mit höheren Kosten verbunden. Zum Beispiel im Bereich Sicherheits- und Ordnungsdienst. Mit den örtlichen Behörden gehen aber erst ins Gespräch wie alles ablaufen soll und muss, wenn der Saisonstart gesichert ist. Aber: Es ist alles vorbereitet.

Daniel Bucheli bejubelt mit den Fans eins seiner Tore im Rosenheimer Trikot.

Auch die Mannschaft? Wann beginnt das offizielle Eistraining?

Bucheli: Auch hier ist es so, dass ein offizielles Eistraining erst in Verbindung mit einem sicheren Saisonstart stattfinden wird. Der Betrieb der ersten Mannschaft ist ganz klar gekoppelt mit einem sicheren Saisonstart. Die Spieler halten sich alle individuell fit, sie haben Trainingsprogramme bekommen und es waren ja auch schon Tests, die von unserem Kooperationspartner Simssee Klinik den Spielern angeboten werden. Die Tests wurden auf freiwilliger Basis durchgeführt.

Stehen schon erste Termine für Vorbereitungsspiele fest?

Bucheli: Testspiele kommen erst dann zustande, wenn die Finanzierbarkeit eines Spielbetriebs gesichert ist. Dann werden wir auch mit dem Training und der Vorbereitungsphase starten. Wie vorher schon gesagt: Wir sind auf alle Eventualitäten vorbereitet. Jetzt gilt es erst einmal den Spielbetrieb und die Zukunft der Starbulls Rosenheim zu sichern und dann hoffen wir, dass es bald losgeht.

Mit eventuell noch neuen Spielern für den Starbulls-Kader?

Bucheli: Für die Kaderplanung ist unser Trainer zuständig, aber für uns steht jetzt die Existenzsicherung unseres Vereins im Vordergrund. Ich glaube, dass wir mit dem Kader, den wir aktuell zusammengestellt haben, gut in die Saison starten können.

Die Umbaumaßnahmen im Stadion schreiten voran. Sind die Kabinen fertig? Könnte gespielt werden?

Bucheli: Die Umbaumaßnahmen sind für diesen Abschnitt so gut wie abgeschlossen, sodass der Trainings- und Spielbetrieb möglich ist. Unser Nachwuchs hat ja auch schon gespielt. Es wird natürlich auch während der Saison weiter gebaut und deshalb kann es auch zu Einschränkungen in gewissen Bereichen kommen.

Stichwort Einschränkungen. Ihr Start als Geschäftsführer ist durch die Corona-Pandemie nicht leichter geworden.

Bucheli: (lacht) Das stimmt allerdings, aber man lernt als Geschäftsführer ganz schnell in sämtlichen Bereichen dazu. Der Übergang war ja nicht von heute auf morgen, sondern wir haben das ja auch eineinhalb Jahre vorbereitet. Aber momentan bin ich natürlich schon in vielen Bereichen gleichzeitig gefragt: Stadion-Sanierung, Corona-Hilfspaket, Spielbetriebssicherung und Vermarktung. Hier zeigt sich, dass wir wirklich eine Familie sind. Auch bei den Sponsoren, die alle mit Herz bei den Starbulls sind. Ich habe durch die Bank positive Gespräche geführt. Auch die Fans und die vielen ehrenamtlichen Mitarbeiter helfen in verschiedensten Bereichen mit. Da können wir als Starbulls mächtig stolz darauf sein, so in die Region eingebettet zu sein.

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