Saisonende und fehlende Play-off-Spiele bedeuten 130000 Euro Verlust für die Starbulls

Marcus Thaller (links) bei der Pressekonferenz der Starbulls Rosenheim. Er sprach von Verlusten um die 130000 Euro. Rechts Moderator Darwin Kuhn. Ziegler
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Marcus Thaller (links) bei der Pressekonferenz der Starbulls Rosenheim. Er sprach von Verlusten um die 130000 Euro. Rechts Moderator Darwin Kuhn.

Der Eishockey-Oberligist Starbulls Rosenheim hat in einer kurzfristig angesetzten Pressekonferenz zur aktuellen Lage Stellung genommen. Seit Mittwochabend steht fest, dass die Spielzeit 2019/2020 wegen des Coronavirus beendet ist, was die Starbulls in eine schwierige Lage gebracht hat

Rosenheim – Der finanzielle Verlust durch die fehlenden Play-off-Spiele beläuft sich nach ersten Berechnungen auf 130000 Euro, so Marcus Thaller, 1. Vorstand der Starbulls-Eishockeyspieler.

Wie hart trifft die Starbulls das abrupte Saisonende?

Es ist es für uns eine sehr schwierige Situation und trotzdem wollen wir klarstellen, dass wir es für absolut richtig halten wie die Entscheidungen getroffen worden sind. Bei unserem Gegner Hannover Indiens ist jetzt sogar ein Spieler positiv auf das Coronavirus getestet worden und deshalb wäre der Spielbetrieb sowieso nicht mehr möglich gewesen. Dann wäre für uns die Planung noch schwieriger gewesen. Wirtschaftlich hat es natürlich enorme Folgen für uns. Nach aktueller Lage gehen wir von einem Verlust von 130000 Euro aus.

Haben Sie Einnahmen aus den Play-off-Spielen im Etat eingeplant?

Grundsätzlich planen wir beim Saisonstart ohne Play-offs, aber als wir Ende Januar von den Play-offs ausgehen konnten haben wir noch einmal Nachverpflichtungen getätigt. Das kann man uns als Vorstand jetzt natürlich vorwerfen, aber ehrlich gesagt hat mit einer solchen Situation keiner gerechnet. Damit konnte man auch nicht rechnen.

Es wurden ja auch schon Karten für das Heimspiel gegen Hannover verkauft und die Dauerkarten verlängert. Wie sieht es da aus?

Wegen den Tagestickets schicken wir in den nächsten Tagen eine Meldung raus wie die Rückabwicklung aussehen kann. Da sind wir auch noch in Gesprächen mit dem Ticketanbieter. Natürlich wären wir in der jetzigen Situation dankbar, wenn möglichst viele auf eine Rückerstattung ihres Geldes verzichten würden. Bei den Dauerkartenbesitzer haben wir aktuell noch keine Beschwerden vorliegen. Die Dauerkartenbesitzer sehen wir als die treuesten Fans des Vereins an und dementsprechend gehen wir davon aus und hoffen, dass hier keine Forderungen, in welcher Form auch immer, aufkommen werden.

Welche Aufgaben kommen in den nächsten Tagen und Wochen auf die Starbulls-Vorstandschaft zu?

Aktuell müssen wir von Stunde zu Stunde schauen. Wir bekommen immer wieder neue Informationen wie etwas gehandhabt wird. Wir werden auf alle Fälle einen Antrag auf Kurzarbeit stellen und es ist noch nicht bekannt, welche Förderungen es von staatlicher Seite gibt. Wir sehen uns da genauso als Unternehmen wie jedes andere Unternehmen in der freien Wirtschaft auch. Ja, wir brauchen Geld und ja wir werden zu Spenden aufrufen, aber es wird auf alle Fälle weiter Eishockey in Rosenheim geben. Der schlimmste Fall würde dann eintreten, wenn man den Etat für die Mannschaft für nächstes Jahr dementsprechend senken müsste. Deshalb versuchen wir jetzt, diese Saison bestmöglich glatt zu ziehen. Das schlimmste Szenario für uns und auch ein noch größerer finanzieller Schaden wäre gewesen, wenn wir Geisterspiele hätten durchführen müssen.

Aktuell ist eine Saisonabschlussfeier mit den Fans wahrscheinlich auch kein Thema.

An eine Saisonabschlussfeier ist in der jetzigen Situation nicht zu denken und da sehen wir auch unsere Vorbildfunktion als Leuchtturm in der Region solche Veranstaltungen nicht durchzuführen beziehungsweise gar nicht daran zu denken. Das wäre in der aktuellen Situation unangemessen.

Ab wann beginnt die Kaderplanung für die neue Saison. Wann gibt es die nächsten Vertragsverlängerungen, Zu- oder Abgänge?

Aktuell ist, was den Kader betrifft, alles gestoppt, weil wir jetzt einen Überblick über die Gesamtsituation brauchen. Eigentlich hätten wir jetzt schon zwei Vertragsangebote raus geschickt, die wir jetzt erst einmal zurückgehalten haben. Trotzdem werden bald Vertragsverlängerungen bekannt gegeben, die wir bereits in der Vergangenheit abgeschlossen haben.

Welchen Kontingentspieler sehen wir auch nächste Saison in Rosenheim?

Zu den Kontingentspielern kann ich sagen, dass keiner von den drei Ausländern einen Vertrag für nächste Saison hat. Ob wir die wieder bei uns in Rosenheim sehen werden, kann ich momentan nicht sagen, das hängt auch von unserem Etat für die neue Saison ab. Allerdings kann es natürlich schon sein, dass der eine oder andere wieder für uns spielt.

Interview Hans-Jürgen Ziegler

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