Wenn Starbulls-Verteidiger Max Vollmayer Trainer wäre: „Ich würde verrückt werden mit ihm“

Er hat Grund zum Lachen:Max Vollmayer ist der mit Abstand punktbeste Verteidiger in beiden Oberligen.
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Er hat Grund zum Lachen:Max Vollmayer ist der mit Abstand punktbeste Verteidiger in beiden Oberligen.
  • Hans-Jürgen Ziegler
    vonHans-Jürgen Ziegler
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Rosenheim – Als Verteidiger unter den Top 20 der Topscorer in der Oberliga Süd, mit Abstand punktbester Abwehrspieler in beiden Oberligen, technisch und läuferisch stark, und, wie er selbst sagt, „ein Spieler, an dem Trainer verzweifeln können“ – das ist Max Vollmayer von den Starbulls Rosenheim.

Der 24-jährige Offensivverteidiger Max Vollmayer träumt davon, mit den Starbulls aufzusteigen. „Wenn wir komplett sind, haben wir den besten Kader der letzten drei Oberliga-Jahre“, sagt der gebürtige Ebersberger, der beim EHC Klostersee das Eishockeyspielen lernte und seit sechs Jahren für die Starbulls Rosenheim auf dem Eis steht. Erst in der DEL2 und die letzten drei Jahre in der Oberliga. Im Interview mit den OVB-Heimatzeitungen sagt Vollmayer auch, was er in den nächsten Jahren plant

Fünf Tore, 43 Assists, viele Punkte mehr als der nächstbeste Verteidiger in der Oberliga Süd – es läuft bei Ihnen. Noch besser als in den letzten Jahren. Warum ist das so?

Na ja, Tore habe ich weniger als im Vorjahr. Natürlich spielt es auch eine Rolle, dass ich sehr viel Powerplay spiele oder zusammen mit Tadas Kumeliauskas. Dem gibst du die Scheibe und er macht viele Tore. Da profitiert man selbst auch mit Scorerpunkten.

Sie haben nach 40 Spielen schon zehn Punkte mehr als im Vorjahr nach 58 Spielen (12/26). Dürfen Sie unter Trainer John Sicinski noch offensiver agieren?

Immer einen Blick für den besser postierten Spieler: Starbulls-Verteidiger Max Vollmayer.

Der Trainer sieht es nicht so gerne, wenn ich so offensiv spiele. Bei Manuel Kofler habe ich dagegen alle Freiheiten gehabt. John Sicinski verlangt von mir, dass ich erst einmal hinten meinen Job mache und dann kann ich schon mit nach vorne gehen.

Haben Sie sich die Tore für die Play-off Runde aufgehoben?

In der Vorbereitung ist es eigentlich ganz gut gelaufen. Da habe ich gut eingenetzt. Aber am Anfang der Saison hatte ich einfach die Seuche am Schläger. Aber ganz ehrlich: Im Endeffekt ist es egal, wer das Tor schießt – Hauptsache, wir gewinnen.

Sie sind nicht nur ein Offensivverteidiger, sondern Sie können auch Stürmer spielen. Gab es auch den Plan, Sie wieder vorne einzusetzen?

Für mich ist das eigentlich kein Thema mehr, weil ich als Verteidiger so offensiv spiele. Da ist es eigentlich egal, ob ich Stürmer oder Verteidiger bin. Ich selbst glaube, dass ich der Mannschaft als Verteidiger viel mehr helfen kann als vorne im Sturm.

Sie haben im Team ja auch sehr gute Stürmer, die den Unterschied ausmachen können. Was ist mit den Starbulls in dieser Saison möglich?

Wenn wir keine Verletzten haben, sind wir auf alle Fälle besser als die letzten zwei Jahre. Die Neuzugänge, die unsere Verantwortlichen geholt haben, sind gut. Aber was in den Play-offs passiert, gegen wen man spielt, kann man sowieso nicht vorhersagen.

Aktuell könnte der Gegner wieder Hannover Scorpions heißen. Da war in den letzten zwei Jahren Endstation.

Egal. Wir nehmen es so, wie es kommt. Sollten es wieder die Scorpions sein, auch kein Problem. Du willst als Spieler so weit wie möglich kommen und jetzt in der Meisterrunde ganz vorne landen. Mein Ziel ist eindeutig das Finale und wenn wir in dieser Saison schon aufsteigen können – warum nicht?

Was ist Ihr Plan mit den Starbulls, wie sehen Sie Ihre nächsten Jahre?

Fakt ist, dass ich mich bei den Starbulls wohlfühle und deshalb ist Rosenheim der richtige Verein für mich.

Das heißt, Sie bleiben bei den Starbulls?

Für die nächste Saison stehen wir bereits in Verhandlungen. Das Ziel, höherklassig zu spielen, gibt es aber immer noch.

Sie sind 24 Jahre, kommen erst noch ins beste Eishockey-Alter. Ihre Bilanzen müssen doch auch anderen Trainern/Vereinen aufgefallen sein.

Natürlich gibt es Anfragen, aber wer mich kennt, weiß, dass ich nicht auf Teufel komm raus in die DEL2 oder DEL will, um dort siebter Verteidiger zu sein und nur auf der Bank zu sitzen. Hier habe ich 30 Minuten und mehr Eiszeit. Ich will spielen und woanders ist auch nicht alles Gold, was glänzt. Momentan steht meine Ausbildung als Bürokaufmann im Vordergrund, die ich bis Mitte Juni abschließe. Das Beste für mich wäre eigentlich, mit Rosenheim höher zu spielen. Dann bin ich zu Hause. Da gefällt es mir.

Sie scheinen ein pflegeleichter Typ zu sein. Wenn Sie Trainer wären: Was würden Sie dem Spieler Vollmayer mit auf den Weg geben?

Ich würde in erster Linie verrückt werden mit ihm.

Also doch nicht pflegeleicht...

(schmunzelt) Manchmal denke ich mir, was machst du da wieder für einen Schmarrn. Manchmal mache ich geniale Sachen und dann bin ich wieder total von der Rolle. Als Trainer würde ich von Vollmayer mehr Konstanz einfordern und ihm empfehlen, daran zu arbeiten.

Gibt es noch andere Dinge, die zu verbessern sind? Oder anders gefragt: Was sind Ihre Stärken und Ihre Schwächen?

Ich bin läuferisch stark und relativ schnell, ich habe gute Hände und ein gutes Auge. Meine Schwächen liegen eher im Zweikampf, wobei das schon besser geworden ist. Und der Schuss von der blauen Linie ist nicht so meins. Ich bin eher der Passgeber, der die Scheibe zum besser postierten Spieler bringt.

Ein ganz anderes Thema: Zu Hause sind die Starbulls eine Macht, aber auswärts...

Zu Hause mit unseren Fans im Rücken treten wir anders auf und der Gegner hat Respekt. Auswärts haben wir viele Spiele leichtfertig abgegeben. Da spielte oft nicht die Stärke des Gegners die große Rolle, sondern das waren unsere eigenen Fehler.

Ihr großes Vorbild war und ist Alexander Ovechkin. Warum?

Ovechkin kommt mit Speed über Außen, hat Zug zum Tor und mittlerweile knapp 700 Tore in der NHL erzielt. Ich bin zwar nicht der Spieler, der 700 Tore schießt, aber er ist auch ein unberechenbarer Spieler, der schon so manchen Coach verrückt gemacht hat.

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