Nach 32 Spielen der Hauptrunde: Starbulls Rosenheim sind das beste Heimteam der Oberliga Süd

Topskorer der Starbulls: Alexander Höller, der mit 20 Toren auch die meisten Rosenheimer Tore schoss. Ziegler

Wie sagte der langjährige Starbulls-Coach Franz Steer oft? Je länger eine Serie läuft, desto näher ist ihr Ende. Diese Weisheit traf auch auf das letzte Match der Starbulls Rosenheim vor der Meisterrunde in der Oberliga Süd zu.

Rosenheim – Neun Spiele in Folge hatten die Starbulls-Eishockeyspieler zuletzt nicht mehr in regulärer Spielzeit verloren und dabei 25 von 27 möglichen Punkten geholt, ehe man mit einem 4:7 in Deggendorf dem Topfavoriten der Liga wieder den Vortritt auf Rang zwei der Hauptrunden-Tabelle lassen musste. Dass dabei wieder viele Tore fielen, überraschte niemanden, denn sonderlich defensiv ging es in keinem der vier Partien gegen die Niederbayern zu: 4:6, 5:6 in Overtime, 8:4 und nun 7:4 aus Rosenheimer Sicht. Elf Treffer fielen im Schnitt pro Partie, mehr als in den Spielen gegen alle anderen Gegner. Wieder trug ein Gegentore-Dreierpack in weniger als drei Minuten dazu bei, bereits der zweite gegen Deggendorf und der fünfte in der laufenden Saison!

Die Lage in der Liga im Vorjahresvergleich

Sechs der neun Gegner in der Meisterrunde sind die gleichen wie letzte Saison: Peiting, Memmingen, Regensburg, Weiden, Selb und Lindau. Aufsteiger Landshut wurde durch Deggendorf ersetzt, Absteiger Waldkraiburg durch Bayernliga-Champion Füssen und Riessersee spielt statt Sonthofen, nachdem die Garmischer letzte Saison ja bekanntlich am „grünen Tisch“ in die Abstiegsrunde versetzt worden waren.

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Sieger und Verlierer der Hauptrunde

Wer sind nun die Sieger und wer die Verlierer der bisherigen 32 Spiele der Hauptrunde? Als Sieger muss man in erster Linie zwei Teams nennen: Memmingen und Füssen. Die Memminger holten 18 Punkte mehr als 2018/19 und haben sich damit um fünf Ränge ganz an die Spitze vorgeschoben, Aufsteiger Füssen, dem von den meisten Experten ein harter Kampf um den Klassenerhalt vorausgesagt wurde, holte 38 Zähler mehr als Absteiger Waldkraiburg und rangiert derzeit sieben Plätze weiter oben als sein Vorgänger. Stark verbessert, um 16 Punkte, zeigte sich übrigens auch Sonthofen, doch da trotzdem wieder nur der vorletzte Rang (und die Relegation) heraussprang, kann man schwerlich von einem Sieger sprechen.

Peiting hat 19 Punkte weniger

Stark abgerutscht im Gegensatz zum Vorjahr sind die Höchstadt Alligators (25 Punkte weniger und drei Ränge schlechter als letzte Saison) sowie die beiden absoluten Überflieger von 2018/19, Regensburg und Peiting. Die Oberpfälzer konnten zwar in den letzten Wochen noch ein Desaster vermeiden, hinken aber trotzden mit 16 Punkten weniger der Vorgabe hinterher. Peiting, das stolze „kleine gallische Dorf“, im Vorjahr noch als Spitzenreiter in die Meisterrunde gestartet, liegt diesmal nur auf Rang Sieben mit einem Defizit von 19 Punkten.

Zwei Punkte weniger – zwei Plätze besser

Und wie sieht es bei den Starbulls aus? Zwar haben sie mit 60 Punkten zwei weniger als im Vorjahr auf dem Konto, dafür liegen sie aufgrund der Ausgeglichenheit der Liga um zwei Ränge höher als 2018/19. Gegen Sonthofen, Lindau und Riessersee war die Bilanz mit je einem Sieg und einer Niederlage ausgeglichen, gegen Deggendorf, Memmingen und Peiting (gegen Letztere sogar ohne Punktgewinn) war sie negativ. Gute Erfahrungen machte man bisher mit Füssen, Selb, Regensburg, Weiden und Höchstadt. Gegen den Tabellenletzten holte man die Maximalpunktzahl von 12, gegen Füssen blieb man ungeschlagen (in zwei Spielen) und gegen Regensburg und Weiden holte man in allen vier Partien immer mindestens einen Punkt.

Auswärts 50 Prozent der Punkte geholt

In den einzelnen statistischen Aspekten haben die Starbulls, ihrem Tabellenrang entsprechend, bisher durchwegs gut abgeschnitten. So erzielten sie 134 Tore, die Drittmeisten hinter Deggendorf und Regensburg, und kassierten genau 100, die drittwenigsten hinter Memmingen und Peiting. Auswärts, wo Deggendorf, Memmingen und Regensburg eine positive Bilanz vorweisen können, holten sie 50 Prozent der möglichen Punkte (Rang vier), und in eigener Halle erwiesen sie sich mit 36 von 48 möglichen Punkte (75 Prozent) als bestes Team überhaupt (vor Memmingen, 35, und überraschenderweise Füssen mit 31). Im Powerplay belegen sie derzeit mit 22,8 Prozent Erfolgsquote den dritten Rang hinter Deggendorf und Regensburg, in Unterzahl (84,6 Prozent) war nur Memmingen besser.

19 verschiedene Torschützen

Topvorbereiter der Starbulls: Verteidiger Maxi Vollmayer.

Bereits 19 Spieler konnten sich bisher als Torschützen feiern lassen, zwei weitere, Nachwuchsstürmer Sebastian Stanik und Torhüter Luca Endres, traten als Vorlagengeber auf. Mit 20 Treffern ist Alexander Höller Toptorjäger vor Tadas Kumeliauskas mit 18 (dieser allerdings mit dreizehn Spielen weniger) und Kapitän Michael Baindl (14).

Ein Verteidiger als Topvorbereiter

In der Scorerliste rangiert Höller mit 46 Punkten auf dem elften Rang in der Liga, Joshua Mitchell und Max Vollmayer belegen mit je 42 Punkten die Ränge 17 und 18. Mit 37 Assists ist Vollmayer (als Verteidiger!) Topvorbereiter bei den Starbulls vor Mitchell (33) und Höller (26).

Viele Strafzeiten ohne „Bad Boy“

Verblüffend ist, dass das Sicinski-Team mit 438 Strafminuten in 32 Spielen (Schnitt 13,7) das meistbestrafte ist, und das ohne ausgesprochenen „Bad Boy“! Immerhin sind die Hauptsünder, Tobi Draxinger (46 Minuten), Enrico Henriquez-Morales (44) und Michael Baindl (43), nur die Nummern 14, 16 und 17 der „Sünderkartei“, die übrigens von einem letztjährigen Starbull, Niko Meier, heuer Memmingen, mit 105 Strafminuten angeführt wird.

Starbulls-Kepper nur im Mittelfeld

Die Rosenheimer Torhüter sind trotz der drittbesten Defensive nur auf mittleren Rängen zu finden. Lukas Steinhauer kassierte 2,75 Gegentore im Schnitt (Rang Sechs), Luca Endres 2,99 (Rang Acht). Mit seinen vier Shutouts ist Steinhauer allerdings in dieser Rubrik führend.

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