Starbulls kassieren viele Gegentore in den letzten Minuten: In der Schlussphase unterirdisch

In den Schlussminuten jubeln zur Zeit immer nur die Starbulls-Gegner. So wie hier beim Gastspiel in Füssen. Köhntopp
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In den Schlussminuten jubeln zur Zeit immer nur die Starbulls-Gegner. So wie hier beim Gastspiel in Füssen.

Vielleicht sollten die Starbulls Rosenheim in dieser Woche verstärkt das Verhalten in den letzten Spielminuten trainieren (wie immer so ein Training auch aussehen mag), denn in dieser Phase spielen sie zur Zeit einfach unterirdisch.

Rosenheim – In drei der letzten vier Partien kassierten die Rosenheimer Eishockeyspieler jeweils drei Treffer, was im Spiel gegen Peiting zwar lediglich die gegnerische Führung ausbaute, in den Spielen gegen Selb und in Füssen jedoch konkret vier Punkte kostete, mit denen die Starbulls jetzt auf Rang drei lägen und nicht auf Rang neun, der schlechtesten Platzierung seit dem Abstieg in die Oberliga – mit zehn von 21 möglichen Punkten, also weniger als der Hälfte.

Interessant ist folgende Struktur: Während Baindl & Co. in den bisherigen sieben Spielen in der jeweils ersten Hälfte eines Spieldrittels fast immer die Oberhand behielten (Anfangsdrittel 5:2, Mittelabschnitt 3:2, Schlussdrittel 7:3), geht es im restlichen Drittelverlauf stets nach unten (2:5, 3:4 und in den zehn Schlussminuten gar 3:11). Ein Problem der Konzentration?

Sieben verschiedene Torschützen

Und auch wenn die Spielweise optisch durchaus attraktiv ist, eine Stärke ist heuer noch überhaupt nicht vorhanden: die Tiefe im Kader. Während in den letzten Jahren die Starbulls immer zu den drei Teams mit den meisten verschiedenen Torschützen gehörten, liegen sie in dieser Hinsicht heuer gemeinsam mit Lindau auf dem letzten Rang. Erst sieben Torschützen in sieben Partien: Kein Wunder, dass der Gegner, falls er die Paradereihe neutralisiert, wie es Peiting am Sonntag hervorragend gelungen ist, leichtes Spiel hat. um Vergleich: Bereits 14 verschiedene Riesserseer haben getroffen, ebenso zwölf verschiedene Füssener und Memminger. Das Fehlen von Michael Fröhlich und Fabian Zick ist dabei kein Argument, denn auch Peiting musste auf Morris und Feuerecker verzichten, seine beiden Kapitäne und zwei der wichtigsten Spieler.

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Ebenso abhängig wie von der Paradereihe sind die Starbulls bisher vom Powerplay. Dieses blieb am Sonntag erstmals ohne Erfolg: Niederlage. In der Torbilanz bei gleicher Spielerzahl waren die Starbulls in fünf der ersten sieben Begegnungen unterlegen!

Neuer Oberliga- Rekord von Höller

Der Einzige, der gegen Peiting traf, war natürlich Alexander Höller, und damit hat er für die Starbulls einen neuen Alltime-Oberliga-Rekord aufgestellt: Sieben Spiele in Folge hatte noch kein Rosenheimer bisher getroffen! Dem Aufstiegshelden Dylan Stanley gelangen je sechs Treffer am Stück in beiden Saisonen, die er in Rosenheim spielte, aber Höller ist in dieser Rubrik nun einzigartig. In der zweiten Liga ht der Rosenheimer Rekord übrigens auch bei sieben: Tommi Hannus (2011) und Kim Staal (2014) trafen so konstant. Höller ist also der erste Nicht-Kontingent-Spieler, der so zuverlässig scort.

Stichwort Kontingent-Spieler: Josh Mitchell blieb ebenso wie Kevin Slezak am Sonntag erstmals in dieser Saison ohne Scorerpunkt. Damit ist neben Höller Kapitän Michael Baindl der einzige Rosenheimer, der immer, wenn er spielte, sich am Scoren beteiligte. Auf Peitinger Seite waren der Holländer Nardo Nagtzaam und der Tscheche Martin Mazanec mit drei Toren entscheidend, während Rosenheims tschechischer Legionär seiner Linie treu blieb: null Punkte in sechs Spielen…

Ebenso schwach wie Bileks Leistung war die von Schiri Cori Müns (leider nicht zum ersten Mal in Rosenheim) und seinen Linesmen. Allerdings war seine spektakulärste Entscheidung, das „Technische Tor“ zum 1:4, durchaus korrekt. Das Reglement sagt: Wenn ein Spieler im neutralen oder im Angriffsdrittel bei leerem Tor regelwidrig am Schuss gehindert wird, kann der Referee auf Technisches Tor entscheiden. Was ja, bei eher wohlwollender Auslegung durch Müns, der Fall war.

Erste der 24. Penalty war entscheidend

Ein Highlight beim Gastspiel in Füssen (und versöhnlicher Abschluss, nachdem in den letzten beiden Minuten, sogar nach dem vermeintlich entscheidenden Empty-Net-Goal, der Sieg noch vergeigt wurde) war zweifellos das Penalty-Schießen, das längste, an dem die Starbulls seit ihrer Rückkehr in die Oberliga im Jahre 2004 beteiligt waren. Erst nach dem 24. Versuch, den der Füssener Marc Besl vergab, stand der Sieger fest: Mit Kevin Slezak, der schon in Garmisch das Tüpfelchen auf dem I geliefert hatte und der diesmal zwei von drei Anläufen erfolgreich abschloss. Der zweite Held war Torhüter Luca Endres, der nicht weniger als zehn von zwölf Penaltys entschärfte.

Negative Heimbilanz der Starbulls

Noch der Blick in die Liga: Von Heimvorteil kann bisher in dieser Saison kaum die Rede sein. Nicht nur die Starbulls haben eine negative Heimbilanz, auch Deggendorf, Riessersee, Sonthofen, Memmingen und Weiden haben auswärts mehr Punkte geholt als auf eigenem Eis. Und insgesamt ging genau die Hälfte der Partien (21 von 42) an den Gast, darunter auch sechs der elf Entscheidungen in Overtime oder im Penalty-Schießen.

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