Starbulls-Kapitän Michael Baindl ist optimistisch „Wir sind auch nächste Saison stark“

Der torgefährliche Stürmer Michael Baindl spielt auch nächste Saison für Rosenheim. Ziegler

Genau vor einem Jahr lieferten sich die Starbulls Rosenheim einen harten Kampf mit den Hannover Scorpions um den Einzug in das Play-off-Viertelfinale. Rosenheim scheiterte. Ein Jahr später sitzt Kapitän Michael Baindl wieder zu Hause ohne Aussicht auf ein weiteres Spiel.

Rosenheim – Vor genau einem Jahr führte Michael Baindl als Kapitän seine Starbulls zum 6:2-Heimsieg gegen die Hannover Scorpions. Rosenheim glich am 31. März die Play-off-Serie aus, um eine Woche später in Hannover auszuscheiden. Noch zwei Tage vorher hatten die Rosenheimer einen sogenannten Matchpuck, verloren aber das Heimspiel gegen die Scorpions mit 5:7.

So war es vor einem Jahr und aktuell sitzt Michael Baindl, der auch in der nächsten Saison für Rosenheim die Schlittschuhe schnürt, wieder zu Hause. Ohne Gedanken an den nächsten Gegner. Nicht weil seine Starbulls gegen den anderen Hannoveraner Verein gescheitert sind sondern weil das Corona-Virus sämtliche sportlichen Wettkämpfe verhindert. Michael Baindl hat sich trotz seines Umzuges nach Landshut für die OVB-Sportredaktion und für ein paar Fragen Zeit genommen.

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Herr Baindl, die wichtigste Frage – wie geht es Ihnen und Ihrer Familie gesundheitlich?

Michael Baindl: Momentan ist alles gut bei uns. Man hustet ab und zu ein bisschen und macht sich dann gleich Gedanken, aber ansonsten passt alles.

Bis auf die sportliche Situation, für die Sie nicht können. Wie hat die Mannschaft dieses abrupte Saisonende miterlebt?

Baindl: Ich glaube, dass alle Menschen anfangs die ganze Sache nicht so ernst genommen haben. Auch wir haben gedacht wir werden schon spielen. Wir haben uns ja am Montag, also einen Tag vor dem Saisonaus, noch auf das Spiel gegen die Indians vorbereitet, haben das Powerplay von denen studiert und voll auf das erste Spiel am Freitag hingearbeitet. Dass sich die Lage aber dann innerhalb kurzer Zeit so verschärft, war natürlich auch für die Mannschaft ein Schock.

Kapitän Michael Baindl.

Und für den Verein natürlich mit enormen finanziellen Einbußen verbunden.

Baindl: Die Konsequenzen, den Spielbetrieb einzustellen, waren natürlich verständlich und nachzuvollziehen – auch wenn der Verein jetzt finanzielle Probleme hat. Wie hoch der Betrag letztlich sein wird, steht noch nicht fest.

Das wirkt sich natürlich auch auf die Kaderplanung und auf die Planungssicherheit aus.

Baindl: Das mit der Planungssicherheit ist natürlich so eine Sache. Es gibt ja momentan einen Transfer-Stopp in der Oberliga, was in meinen Augen auch in Ordnung ist. Was dem Verein natürlich hilft, ist das virtuelle Ticket. Das ist eine gute Sache und ich hoffe, dass viele Starbulls-Fans das Ticket kaufen um den Verein auf diese Art und Weise zu unterstützen.

Trotzdem laufen die Planungen der Starbulls-Verantwortlichen weiter. Wie verändert sich die Mannschaft beziehungsweise kann man die Abgänge kompensieren?

Baindl: Mit Torhüter Lukas Steinhauer zum Beispiel habe ich jetzt fünf Jahre zusammengespielt. Er ist ein Supertyp und er wird sicher seinen Weg weiter gehen. Ich mache mir da um ihn und um die anderen Jungs keine Sorgen, weil das starke Spieler sind. Aber so ist das Geschäft, damit musste ich auch schon einmal klarkommen. Es ist einfach so wie es ist und unser Kader wird, glaube ich, wieder stark genug sein, um nächste Saison eine gute Rolle zu spielen.

Spielen ist das Stichwort. Glauben Sie, dass im Herbst Punktspiele der Starbulls in der Oberliga gibt? Was sagt ihr Gefühl?

Baindl: Bei der aktuellen Lage ist das alles ganz weit weg und es ist echt schwer einzuschätzen ob die Saison losgeht, beziehungsweise wann sie überhaupt losgeht. Aktuell ist das Wichtigste, dass sich die Situation beruhigt, dass man die ganze Sache in den Griff bekommt und die Leute wieder gesund werden. Erst danach sollte man sich um die anderen Dinge kümmern.

Wie vertreiben Sie sich aktuell die Zeit zu Hause. Auch mit Klopapier jonglieren wie im Internet schon gefühlte tausendmal gesehen?

Baindl: Ich wollte es zwar versuchen, aber bei uns zu Hause war das Klopapier aus (lacht). Nein ganz im Ernst. Wir sind jetzt nach Landshut gezogen und da gibt es natürlich einiges zu tun. Außerdem werkle ich im Garten und erstelle natürlich auch Trainingspläne für die Kids und führe Cybertrainings durch. Es gibt also immer etwas zu tun.

Und wie halten Sie sich fit? Mit Cybertraining?

Baindl: Da lasse ich ja nur trainieren. Ich selbst mache aktuell nicht zu viel, weil mir momentan noch die Motivation fehlt. Das Ende der Saison war doch irgendwie blöd und es sind jetzt immerhin noch fünf Monate bis wir wieder auf das Eis gehen. Wenn man zu früh anfängt hat man plötzlich keine Lust mehr.

Auf was haben Sie denn am meisten Lust, wenn die Ausgangsbeschränkung irgendwann Mal aufgehoben wird?

Baindl: (lacht) Auf den Biergarten. Mit meinen Kumpels in den Biergarten zu gehen, ist etwas Besonderes. Natürlich freue ich mich auch darauf meine Familie einfach mal wieder in den Arm nehmen zu können. Interview: Ziegler/re

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