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Nach dem verkündeten Karriereende

Starbulls-Kapitän Michael Baindl verspricht: „In der Play-off-Runde gehe ich All-in“

Sorgt auch im Training immer für gute Stimmung: Michael Baindl, der seine Karriere nach dieser Saison beendet.
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Sorgt auch im Training immer für gute Stimmung: Michael Baindl, der seine Karriere nach dieser Saison beendet.
  • Hans-Jürgen Ziegler
    VonHans-Jürgen Ziegler
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Und mit der Nummer 40: „Michael Baindl“ – diese Ankündigung von Stadionsprecher Pfeff Dupski wird es nächste Saison nicht mehr im Rosenheimer Eisstadion geben. Der Starbulls-Kapitän hat andere Pläne.

Rosenheim ‒ Starbulls-Kapitän Michael Baindl beendet seine aktive Karriere und wird nächste Saison Trainer in Miesbach. Das gab der 34-Jährige im Interview mit der OVB-Sportredaktion bekannt. Er verkündete auch wo und wann er außer beim Pokern „All-in“ gehen will, was er mit den Starbulls noch vor hat, welcher Spieler ihn in seinen sieben Jahren Rosenheim am meisten beeindruckt hat und wen er zu seinem Abschiedsspiel einladen würde.

Michael Baindl nächste Saison nicht mehr bei den Starbulls, sondern als Trainer in Miesbach - schwer vorstellbar. Was ist passiert?

Michael Baindl: Ich habe für mich beschlossen als Spieler aufzuhören, obwohl ich auch höherklassige Angebote gehabt habe. Und für diese Vereine war es natürlich auch interessant mich als Spieler und gleichzeitig als Athletik-Trainer zu verpflichten. Auch Rosenheim hat mir signalisiert, dass sie mit mir verlängern würden, ohne dass allerdings konkrete Gespräche stattgefunden haben. Das Angebot in Miesbach als Cheftrainer und gleichzeitig als Verantwortlicher für den Nachwuchs arbeiten zu können, ist für mich einfach überragend. Ich kann mich dort verwirklichen und die Miesbacher haben so viel Vertrauen in mich, was mir natürlich extrem imponiert. Da bin ich jetzt natürlich total motiviert.

Jetzt müssen Sie sich aber gebührend verabschieden

Baindl: An meinem Ziel in Rosenheim hat sich nichts geändert. Wir wollen auf alle Fälle aufsteigen und alle Leute, die mich kennen wissen, dass ich alles reinlege und alles dafür tun werde. Ich ändere sicher nicht meinen Spielstil nur weil ich mich jetzt entschlossen habe aufzuhören. Ich gehe mit den Starbulls in der Play-off-Runde definitiv „all in“.

Sind Sie froh, dass es raus ist?

Baindl: Ja. absolut, weil es doch zu einer Belastung hätte werden können. Jeder spricht dich wegen der neuen Saison an und ein paar Spieler wissen natürlich, dass ich meine Karriere beende und ein paar Spieler wissen es nicht. Das kommt auch in der Kabine nicht gut rüber. So ist das jetzt eine klare Sache. Es wird vielleicht ein paar Tage darüber gesprochen und dann ist es auch wieder gut. Wichtig ist, dass wir alle in der Play-off Runde voll fokussiert und motiviert sind.

Jetzt kommt für Sie etwas ganz Neues: Trainer in Miesbach. Wen außer Beppo Frank nehmen Sie Rosenheim mit?

Baindl: (lacht) Ganz sicher noch Bobby Slavicek. Beppo Frank hat aktuell gar keinen Vertrag und ist deshalb auch nicht fix. Aber ansonsten kann ich dazu nichts sagen.

Michael Baindl erzielte über 80 Tore für die Starbulls.

Sie hatten in Ihrer Karriere einige Trainer. Was nehmen Sie von den Coaches mit?

Baindl: Ich habe gelernt, dass man am besten fährt, wenn man mit den Spielern viel kommuniziert und mit ihnen ehrlich ist. Ich will den Spielern ehrlich meine Meinung sagen, bin aber auch bereit etwas von den Spielen anzunehmen. Im Endeffekt will ich dazu lernen und die Spiele auch. Du musst jedem Spieler das Gefühl geben wichtig zu sein. Egal was er macht beziehungsweise welche Position er spielt. Spieler werden oft nur nach Toren gemessen was für mich sowieso überbewertet ist. Ich habe mit so vielen Spielern zusammengespielt, die unfassbar gut waren. Auch in der Defensive, aber das wurde nicht immer so honoriert. Das will ich anders machen.

Lesen Sie auch: „Wenn er was sagt, hören die Jungs zu“

Ist möglicherweise auch eine Kooperation Miesbach/Rosenheim möglich?

Baindl: Das sehe ich momentan nicht, weil ich gehe ja nach Miesbach um unseren eigenen Nachwuchs zu fördern und damit diese Spieler bei uns in der ersten Mannschaft spielen können. Ich stelle den gerade mit Stefan Moser und Peter Kathan den Kader zusammen, wobei das Thema natürlich auf jeden Fall besprochen wird.

Sie haben in dieser Saison auch mit Enrico Henriquez in einer Reihe zusammengespielt. Was trauen Sie dem jungen Burschen zu?

Baindl: Enrico traue ich auf jeden Fall eine ganz große DEL-Karriere zu, weil der Junge so ehrgeizig ist und in allen Bereichen so talentiert ist. Er spielt hart, ist stabil, ist technisch enorm stark. Das ist ein Spieler wie du ihn dir als Trainer nur wünschen kannst. Er ist einfach ein kompletter Spieler, der im Sommer natürlich auch sehr fleißig war richtig und vor allen Dingen viel trainiert hat. Das hat ihn enorm vorwärts gebracht. Ich hoffe, dass er uns in der Play-off-Runde zur Verfügung steht. Aber auch Spieler wie Kevin Slezak oder Sebastian Stanik traue ich einiges zu.

Athletiktrainer Michael Baindl trainiert nicht nur einen Tennis-Profispielerin, sondern er greift auch selbst gerne zum Schläger.

Sie sind ja auch Athletik- und Fitnesstrainer von der Tennis-Profispielerin Kateryna Kozlowa und auch Personal Trainer. Lässt sich das mit dem Eishockey vereinbaren?

Baindl: Mein Hauptjob war immer Eishockey und das ganze Drumherum habe ich so organisiert, dass es zeitlich keine Überschneidungen gegeben hat und ich 100prozentig fit fürs Eishockey war. Aber gerade die Arbeit im Tennis mit Christopher Kas zusammen hat mich im Athletik- und Fitnessbereich so viel weitergebracht, weil das natürlich auch eine Arbeit auf sehr hohem Niveau ist. Dafür bin ich dem Kasi extrem dankbar, dass er mich da in sein Team mit aufgenommen und mir die Chance gegeben hat mich zu beweisen. Im Sommer werde ich auch bei den meisten Turnieren mit Kateryna dabei sein.

Zurück zu den Starbulls: Vergleichen Sie den aktuellen Kader mit den Teams aus den letzten Jahren.

Baindl: Seit wir in der Oberliga sind ist der aktuelle Karte von der Qualität her der beste. Es haben natürlich auch zwei, drei Spieler einen enormen Schub gemacht den man so nicht erwarten konnte und deshalb haben wir heuer eine Tiefe im Kader, die enorm wichtig ist. Jede Reihe kann scoren, das Tempo, das wir auf dem Eis haben, ist enorm. Was wir noch besser machen könnten ist härter spielen. Dann wird es schwer uns zu schlagen. Nur: Wir müssen versuchen unsere Qualitäten auch 60 Minuten auf das Eis zu bringen.

Das haben die Starbulls besonders 2012 gemacht. War in diesem Jahr ihr schönstes Erlebnis in Rosenheim?

Baindl: Vor 6000 Zuschauern im Finale gegen Landshut zu spielen war ein Traum - auch wenn wir im Endeffekt nur Zweiter geworden sind. Eine große Ehre für mich ist natürlich bei so einem Traditionsverein wie Rosenheim drei Jahre Kapitän zu sein. Ein Highlight und auch lustig war natürlich als ich in Peiting im Tor stand. Das bleibt in Erinnerung auch wenn ich es nicht noch mal machen würde.

Die schnellste Hand vom Oberland: Michael Baindl, stand bei einem Punktspiel für die Starbulls im Tor.

Und der bitterste Moment?

Baindl: Natürlich der Abstieg. Das war eine Katastrophe, vor allem weil es einfach nicht nötig gewesen wäre, aber wir haben so viele Verletzte gehabt. Ich selbst habe mir damals die Trizepssehne gerissen. Wir haben alles probiert, aber wir hatten so viele angeschlagene Spieler im Kader und am Schluss ist uns einfach die Kraft ausgegangen. Wir hatten schon noch 18 Spieler auf dem Eis, aber von den 18 waren acht verletzt und hätten eigentlich gar nicht spielen dürfen.

Gibt es einen Spieler, der Sie in Ihrer Rosenheimer Zeit besonders beeindruckt hat und wenn ja warum?

Baindl: Eindeutig Cory Quirk. Er war für mich der komplette Spieler. Er hat defensiv brutal gearbeitet und war offensiv unglaublich stark. Ich weiß noch, als er im Finale gegen Landshuter Mrazek zusammengefahren hat. Der war 1,95 Meter groß und Cory 1,75 Meter. Außerdem war Cory ein ganz feiner Kerl zu dem ich heute noch Kontakt habe. Was er für einen Weg gegangen ist, ist natürlich fantastisch.

Bei der Pokalübergabe: Die beiden Fanbeauftragten Stefan Dietrich (links) und Pan Weißenbach mit dem Starbulls-Spieler des Jahres Michael Baindl, der von den Fans gewählt wurde.

Wenn Sie jetzt die Trainer-Laufbahn einschlagen, könnte es auch sein, dass Michael Baindl irgendwann mal als Verantwortlicher hinter der Rosenheimer Bande steht?

Baindl: Soweit denke ich gar nicht. Ich will Schritt für Schritt gehen und mich jetzt erst einmal auf Miesbach konzentrieren. Was die Zukunft bringt wird sich zeigen. Allerdings muss ich schon sagen, dass mir die Starbulls sehr viel bedeuten. Ich habe insgesamt sieben Jahre hier gespielt und über 300 Spiele absolviert.

Michael Baindl bestritt über 300 Spiele für die Starbulls.

Was wollten Sie immer schon mal sagen?

Baindl: Ich war jetzt 17 Jahre im bezahlten Eishockey tätig und deshalb möchte ich mich schon mal bei meiner Familie bei den Leuten bedanken, die mich immer unterstützt haben. Und natürlich bei den Rosenheimer Fans. Es heißt immer, das sind die besten Fans Deutschlands und das kann ich nur bestätigen. Es war immer schön vor diesen Fans zu spielen und deshalb fällt es mir auch sehr schwer in Rosenheim aufzuhören. Und das auch noch ohne Fans im Stadion.

Vielleicht gibt es ja doch eine Möglichkeit sich mit Fans zu verabschieden. Möglicherweise gibt es ja zum Karriereende ein Abschiedsspiel?

Baindl: Das wäre ein Traum. Ich habe ja schon ein paar Abschiedsspiele mitgespielt und das war immer eine Supersache, wenn Spieler aus deiner Karriere zusammen kommen. So ein Wiedersehen ist wie ein Klassentreffen und es würde sicher vielen Fans gefallen, wenn zum Beispiel ein Tyler McNeely oder ein Norm Maracle oder ein Cory Quirk noch einmal hier spielen würde und ich mich vor und von den Fans verabschieden könnte.

Auszüge aus der Pressmitteilung der Starbulls

Der gebürtige Wolfratshausener Michael Baindl hängt mit dem Ende der Saison 2020/2021 seine Schlittschuhe an den viel zitierten Nagel. Michael Baindl, von vielen auch einfach nur „Dino“ gerufen, trug während seiner beeindruckenden Laufbahn sieben Spielzeiten das Trikot der Starbulls Rosenheim, davon drei Jahre lang als Kapitän seiner Mannschaft. In dieser Zeit absolvierte Baindl bislang 312 Partien für das Team von der Mangfall. Dabei erzielte er 83 Tore und legte weitere 182 Treffer für seine Mannschaftskollegen auf.

Baindl-Jubel nach einem seiner Treffer für die Starbulls Rosenheim.

72 Partien in der höchsten deutschen Eishockey-Spielklasse

In seiner langen und erfolgreichen Laufbahn absolvierte „Dino“ auch 72 Partien in der höchsten deutschen Eishockey-Spielklasse (DEL).

Neben seiner aktiven Karriere im Starbulls-Dress absolvierte Baindl ein duales Bachelorstudium zum Fitness- und Athletiktrainer und war in diesem Bereich in den vergangenen Jahren bereits für die Starbulls tätig. Im Rahmen dessen betreute er seit dem Jahr 2019 die Starbulls-Nachwuchsteams sowie die erste Mannschaft im Bereich Athletik und Fitness und steuerte dabei viele neue und wertvolle Impulse für die grün-weißen Sportler bei.

Entscheidung nicht leicht gefallen

„Diese Entscheidung, die mir alles andere als leichtgefallen ist, habe ich in den letzten Wochen nach reiflicher Überlegung für mich getroffen. Meine Arbeit als Athletiktrainer bei den Starbulls war für mich ein perfekter Einstieg in mein weiteres Berufsleben und für diese Chance bin ich den Verantwortlichen der Starbulls sehr dankbar. „Wir Starbulls verlieren mit Michael Baindl nicht nur unseren Mannschaftskapitän, sondern auch einen ganz besonderen Menschen auf und neben dem Eis.

Ein absoluter Musterprofi

„Dino“ war jederzeit ein absoluter Musterprofi und stellte sich stets in den Dienst der Mannschaft. Michael hat das Herz am rechten Fleck, ging mit offenen Ohren durch den Verein und handelte in jeder Situation immer zum Wohl seines Teams und des ganzen Vereins. Baindls Verdienste für die Starbulls können gar nicht hoch genug geschätzt werden. Ich bedanke mich recht herzlich im Namen des gesamten Teams bei Michael Baindl für seine Verdienste bei den Starbulls und wünsche ihm persönlich und auch beruflich alles erdenklich Gute“, sagt Ingo Dieckmann, sportlicher Leiter der Starbulls Rosenheim.

„Dino war hier in Rosenheim nicht irgendein Spieler“

„Dino war hier in Rosenheim nicht irgendein Spieler, sondern ein Sportler und Mensch, der immer mit positivem Beispiel vorangegangen ist und stets ein Vorbild an Kampfgeist und Einsatz war. Wir alle werden Michael im grün-weißen Trikot schmerzlich vermissen, aber heute überwiegt bei uns ganz klar die Dankbarkeit“, sagt Marcus Thaller, erster Vorstand des Starbulls Rosenheim.

Abschließend sagt ein sichtlich gerührter Michael Baindl: „Mit der Bekanntgabe meines Karriereendes habe ich nun den Kopf frei und kann mich voll und ganz auf die noch vor uns liegenden Herausforderungen konzentrieren. Schließlich möchte ich zum Abschluss noch einmal eine Playoff-Runde spielen, die es in sich hat. In diesem Sinne freue ich mich auf ganz besondere letzte Wochen mit meinen Jungs und im Herzen auch mit unseren Fans. Danke Starbulls, Danke Rosenheim!“ re

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