Perfekte Bedingungen statt Baustelle – Starbulls-Eishockeytalente trainieren in Mietraching

Die Starbulls-U15 beim Training von Kraft, Koordination und Technik.
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Die Starbulls-U15 beim Training von Kraft, Koordination und Technik.
  • vonFranz Ruprecht
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Deutschlandweit eine der führenden Eishockey Talentschmieden, dafür ist Rosenheim hinlänglich bekannt. Schweißtreibende Trainingseinheiten – unter anderem in Mietraching – sollen die Grundlage bilden, damit es auch in Zukunft so bleibt und bei den Starbulls Talente heranwachsen.

Bad Aibling/Rosenheim– Genügend Vorbilder, dass es Eishockey-Talent aus Rosenheim ganz nach oben schaffen konnen, gibt es bereits, wenn man unter anderem an den Stanley-Cup-Sieger Philipp Grubauer denkt, der als Torhüter aus dem Nachwuchs der Starbulls stammt, oder die Nationalspieler Sinan Akdag und Patrick Hager, die 2018 für Deutschland olympisches Silber gewannen.

„Akademie mit Leistungszentrum“

In Bad Aibling herrschen aktuell sehr gute Trainingsbedingungen für die Rosenheimer.

Die Trainingsmöglichkeiten in der geräumigen Halle in Bad Aibling-Mietraching, Besitzer ist die Stadt Bad Aibling, sind sowohl für das DFI (Deutsches Fußball Internat) als Untermieter als auch für die Starbulls optimal. Die Eishockey-Nachwuchstrainer bezeichnen es respektvoll als ihre „Akademie mit Leistungszentrum“. Statt dem Sommertraining auf der „Baustelle“ Rofa-Stadion pendelt der Rosenheimer Nachwuchs aktuell nach Bad Aibling zur Vorbereitung auf die neue Saison, wie deren Beginn und Abwicklung wegen Corona auch immer aussehen mag.

Kombination aus Schul- und Individualtrainingssport ist etwas ganz Besonderes

Stolz auf die Kooperation: Manuel Hawle, Ansprechpartner der Schule DBBC, Starbulls-Nachwuchs-Chefcoach Oliver Häusler, DNL-Trainer Rick Boehm, Geschäftsführer Daniel Bucheli und Organisationsleiter Sport Ingo Dieckmann (von links).

Starbulls-Geschäftsführer Daniel Bucheli und Organisationsleiter Sport Ingo Dieckmann machten sich zuletzt selbst ein Bild vom Trainingsbetrieb. Von der U11 bis hin zur U20, dem Team aus der Deutschen Nachwuchs-Liga (DNL) sind hier alle Altersgruppen anzutreffen. Während der Eishockey-Nachwuchs spezifische Übungen absolviert, duellierten sich am anderen Hallenende DFI-Fußballer auf eine LED-Leinwand beim Zielschießen. Einige Starbulls-Nachwuchsspieler gehen in den angrenzenden Dietrich-Bonhoeffer-Bildungscampus (DBBC) zur Schule und haben dabei die Möglichkeit, während des Sportunterrichts zu trainieren. Verantwortlich für den Trainingsbetrieb ist Rick Boehm, der in Personalunion DNL-Trainer der Starbulls und Leiter dieses Leistungszentrums ist. „Diese Kombination aus Schul- und Individualtrainingssport ist etwas ganz Besonderes und in der Form durchaus einmalig in Deutschland. In der Schule können die Kinder und Jugendlichen nach den modernsten Lernmethoden unterrichtet werden und bekommen während der Unterrichtstunden die Möglichkeit, Individualsport talentspezifisch zu betreiben“, erläutert Bucheli diese für die Starbulls optimale Möglichkeit. „Wir haben aber nicht nur Trainingsmöglichkeiten für Eishockey, sondern unter anderem auch für Fußball, Basketball und Tennis“, so Manuel Hawle, Ansprechpartner der Schule für alle Externen.

Hygienemaßnahmen und Abstandsvorschriftenwerden penibel eingehalten

„Abstand halten!“, hört man zwischen den Trainingsanweisungen von Trainer Martin Reichel – was verdeutlicht, dass auch hier die Hygienemaßnahmen und Abstandsvorschriften in der Corona-Krise penibel eingehalten werden. Man sieht es auch bereits beim Eintreffen der Jugendlichen: Alle erscheinen mit Mund- und Nasenschutz, der erst zum Trainingsbeginn wieder abgelegt wird. Der aufgebaute Koordinations-Parcours, das Training im Kraftraum oder auf der Eisfläche sind so gestaltet, dass der geforderte Mindestabstand genau gewahrt bleibt. Kürzlich wurde vom Gesetzgeber eine Lockerung genehmigt, bei der im Training auch wieder Körperkontakt erlaubt wird, sofern in festen Gruppen trainiert wird. „Seit Anfang Juni wurde das Training mit fünf Starbulls-Spielern wieder angefangen, bis stufenweise Lockerungen kamen“, so Hawle. Laut ihm gebe es vier Mal in der Woche die Möglichkeit, während der Schulzeit in Blöcken der verschiedenen Klassen zu trainieren – das müsse aber nicht unbedingt nur Eishockey sein, es könnten n auch andere Trainingsformen sein, die selbst zusammengestellt werden.

Teilweise sind bis zu vier Trainer im Einsatz

Maskenpflicht: Beim Training der jungen Eishockeyspieler gelten strenge Hygienevorschriften.

„Für den Starbulls-Nachwuchs ist es ein Wahnsinn, dass wir hier ausweichen können“, ist Rosenheims Nachwuchs-Cheftrainer Oliver Häusler begeistert. Er wollte eigentlich am Stadion trainieren, sah dann aber durch die Baumaßnahme keine Möglichkeit dafür. „Für die U13 bis zur U20 haben wir hier vier Trainer da, das finde ich weltklasse“, verdeutlicht er. Häusler: „Noch drei Wochen soll es hier so weitergehen, dann schicken wir die Spieler in Urlaub und hoffen, dass es dann aufs Eis geht.“

Dreimal in der Woche jeweils 90 Minuten

Rick Boehm, Chef des Leistungszentrums, leitet das Training drei Mal in der Woche für jeweils 90 Minuten während der Schulzeit für die Schüler des DBBC, die dafür zwei freie Schulstunden bekommen. „Nach dem Training gehen sie wieder zurück in die Schule. Das Gesamtkonzept des Leistungszentrums ist eine Kooperation zwischen dem DBBC, den Starbulls Rosenheim und dem DFI, wobei die direkte Trainingsarbeit mit dem DBBC erfolgt“, so Boehm. Für eine rosige Zukunft der Rosenheimer Talente ist mit dieser Kooperation jedenfalls einiges bewerkstelligt worden.

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