Am Ende Spannung pur

Trotz 6:2-Führung: Starbulls-Eishockeyspieler zittern sich gegen Deggendorf zum Sieg

Das 1:0 für die Starbulls Rosenheim durch Simon Heidenreich (links), der mit seiner Direktabnahme erfolgreich war.
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Das 1:0 für die Starbulls Rosenheim durch Simon Heidenreich (links), der mit seiner Direktabnahme erfolgreich war.
  • Thomas Neumeier
    vonThomas Neumeier
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Das wäre fast noch ins Auge gegangen. Die Starbulls Rosenheim sahen am Dienstagabend im Heimspiel der Eishockey-Oberliga Süd gegen Deggendorf nach einer 6:2-Führung wie der sichere Sieger aus. Am Ende mussten die Hausherren noch kräftig zittern.

Völlig frei vor Deggendorfs Torhüter Hufsky stand Starbulls-Torjäger Kyle Gibbons und schoss dem Keeper direkt in die Fanghand.

Rosenheim – Als in der 51. Minute das 5:2 gefallen war, schien das Nachholspiel der Eishockey-Oberliga Süd zwischen den Starbulls Rosenheim und dem Deggendorfer SC entschieden. Noch mehr, als die dominierenden Hausherren in der 54. Minute auf 6:2 erhöhten. Dass es dann aber noch einmal höchst spannend wurde und sich die Starbulls zu den drei Punkten zitterten, mussten sie sich selbst zuzuschreiben.

„Ich verstehe nicht, warum wir so passiv waren“,

„Wir haben auf einmal aufgehört, unser Eishockey zu spielen. Ich verstehe nicht, warum wir so passiv waren“, gab die Mannschaft ihrem Trainer John Sicinski Rätsel auf. Und so stellte der Starbulls-Coach nach dem knapp hinübergeretteten 6:5 fest: „Das war kurz vor der Blamage.“

Dass am Ende diese Schlussphase in Erinnerung blieb, war für die Starbulls schade, denn die Gastgeber lieferten davor eine sehr konsequente Leistung ab, ließen in der Defensive – vom bärenstarken Deggendorfer Powerplay mal abgesehen – nur wenig zu und erspielten sich eine ganze Reihe an hochkarätigen Möglichkeiten. Das 6:2 zur 54. Minute war deshalb auch hochverdient. „Mit den 53 Minuten war ich zufrieden“, bilanzierte Sicinski.

Kein Tor für die Gäste aus Deggendorf: Den Direktschuss von Manuel Wiederer parierte Andreas Mechel mit der Schulter. Links hinten Deggendorfs Kapitän Rene Röthke, der in der Schlussphase zweimal traf und auf 5:6 verkürzte.

Den Torreigen eröffnete Simon Heidenreich

Das lag vor allem an der ersten Reihe, die für vier der sechs Treffer verantwortlich zeichnete: Jeweils per Doppelpack waren Alex Höller und Maxi Vollmayer erfolgreich, immer wieder von Kapitän Michael Baindl und Enrico Henriquez-Morales (reiste mit Garret Pruden nach Ingolstadt, wo beide am Wochenende wohl in der DEL zum Einsatz kommen) in Szene gesetzt. Den Torreigen eröffnete Simon Heidenreich, der ein Zuspiel von Tobias Meier verwertete, während beim Treffer von Kyle Gibbons im Powerplay ein Deggendorfer Verteidiger zuletzt an der Scheibe war. Dazu gab es weitere Gelegenheiten, bei denen sich Gäste-Tormann Kristian Hufsky immer wieder auszeichnen konnte.

Die 3:1-Führung besorgte der zweifache Torschütze Maxi Vollmayer (nicht auf dem Bild), der links oben in den Winkel traf.

Deggendorfs Trainer Henry Thom stellte einen großen Unterschied im Gegensatz zur Partie in Niederbayern vor wenigen Tagen fest: „Bei Rosenheim passte der erste Pass von hinten raus zu 100 Prozent. Wir konnten deshalb keinen Druck aufbauen.“ Wenn man bei den Starbulls etwas kritisieren konnte, dann geht es einmal mehr um das Überzahlspiel. Wieder einmal ließ man mehrere Möglichkeiten erfolglos verstreichen.

Deggendorf mit Powerplay-Paradebeispiel

Auf der anderen Seite lieferte Deggendorf ein Powerplay-Paradebeispiel ab, denn alle drei Situationen wurden in Tore umgemünzt. „Darauf hatten wir keine Antwort“, musste Sicinski feststellen. Allerdings wollte er sich „den Sieg nicht schlechtreden. Wir haben die drei Punkte, das zählt.“ Was Sicinski noch hat? „John hat sicher ein paar graue Haare bekommen, vielleicht waren es ja die ersten“, meinte Thom.

Chance für Rosenheims Tobi Meier, der links am Tor vorbeischoss.

Spielstatistik: Starbulls Rosenheim – Deggendorfer SC 6:5 (0:0, 3:1, 3:4). Starbulls: Mechel (Stettmer) – Vollmayer, Krumpe; Kolb, Gottwald; Draxinger, Pruden; Beck – Henriquez-Morales, Baindl, Höller; Daxlberger, Leinweber, Gibbons; Meier, Stanik, Heidenreich; Maierhofer, Bakos, Steinmann.

Abklatschen mit den Mitspielern: Der zweifache Torschütze Maxi Vollmayer.

Tore: 1:0 (28.) Heidenreich/Meier, Pruden, 2:0 (29.) Höller/Henriquez-Morales, Baindl, 2:1 (31.) Schembri/Kumeliauskas, Ostwald – PP1, 3:1 (37.) Vollmayer/Baindl, Henriquez-Morales, 4:1 (45.) Gibbons/Draxinger, Meier – PP1, 4:2 (48.) Schembri/Manuel Wiederer, Ostwald – PP1, 5:2 (51.) Höller/Henriquez-Morales, Baindl, 6:2 (54.) Vollmayer/Baindl, Höller, 6:3 (54.) Seidl/Greilinger, Schaber, 6:4 (57.) Röthke/Manuel Wiederer, Schembri – PP1, 6:5 (58.) Röthke/Greilinger, Großrubatscher; Schiedsrichter: Flad und Polaczek; Strafminuten: Rosenheim 6, Deggendorf 12.

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