Beim Rosenheimer 6:4-Sieg

Nach 3:0-Führung Ausgleich kassiert: Starbulls-Eishockeyspieler tun sich schwer gegen Passau

Erneut zweifacher Torschütze für die Starbulls Rosenheim: Simon Heidenreich  jubelt über sein Tor zum 4:3 gegen Passau.
+
Erneut zweifacher Torschütze für die Starbulls Rosenheim: Simon Heidenreich (rechts) jubelt über sein Tor zum 4:3 gegen Passau.
  • Thomas Neumeier
    vonThomas Neumeier
    schließen

Es hat alles nach einem klaren Heimsieg des Eishockey-Oberligisten Starbulls Rosenheim ausgesehen: 3:0 führten die Hauseherren dem Freitagabend gegen Passau und plötzlich schlug der Aufsteiger zurück. Die Black Hawks glichen zum 3:3 aus und hatten sogar die Riesenchance in Führung zu gehen.

Rosenheim ‒ Damit, dass das Spiel der Eishockey-Oberliga Süd zwischen den Starbulls Rosenheim und Aufsteiger Passau so eng werden würde, hatte wohl niemand gerechnet – abgesehen von Rosenheims Trainer John Sicinski, der schon am Donnerstag gewarnt hatte, bei allem Interesse am Deggendorf-Spiel „nicht an Passau vorbeizuschauen“. Und so mühten sich die Starbulls gegen den Tabellenletzten zu einem 6:4-Erfolg, derweil die Partie am Sonntag gegen Deggendorf vorerst abgesetzt wurde und zu einem späteren Zeitpunkt ausgetragen wird. Bei den Deggendorfern sind Corona-Verdachtsfälle aufgetreten, sodass sich die Mannschaft derzeit in Quarantäne befindet.

Hoch ins lange Eck: Simon Heidenreich ließ Passau Keeper beim 4:3 keine Abwehrchance.

Kopf und Beine waren müde

Sicinski dürfte durchaus froh sein, dass seinen Starbulls ein paar freie Tage mehr bleiben, denn gegen Passau war den Rosenheimern anzumerken, dass Kopf und Beine müde waren. Zwar lagen die Starbulls nach dem ersten Drittel mit 3:0 vorne, aber plötzlich riss der Faden und die Gäste arbeiteten sich wieder heran. Zur zweiten Drittelpause hieß es 3:3 und es bedurfte schon einer deutlichen Steigerung in Sachen Konzentration, um die Partie wieder in die eigene Richtung zu drehen. „Es war nicht unser Tag“, meinte Sicinski dann auch nach der Partie, „aber ich nehme das Positive mit“. Und dann zählte er auf: „Unser Überzahlspiel hat besser funktioniert, wir haben die drei Punkte hierbehalten und die Mannschaft hat sich ein paar freie Tage zur Regeneration verdient.“

Paul Pfenninger bekam den Puck ins Gesicht

Vielleicht spielentscheidend: Andreas Mechel parierte gegen Passau neuen Ausländer Jeffrey Smith glänzend.

Etwas mehr verdient hätten sich die wackeren Gäste aus Niederbayern, die unter dem Spiel noch einmal dezimiert wurden: Paul Pfenninger bekam den Puck ins Gesicht und konnte nicht mehr weiterspielen, auch Marco Sedlar musste mit Leistenproblemen raus. Weil Lukas Brummer bereits früh eine Spieldauerstrafe erhielt, brachten die Passauer am Ende keine drei Reihen mehr zusammen. „Ein großes Lob an meine Mannschaft“ verteilte Gäste-Trainer Ales Kreuzer, befand aber: „Es ist bitter, nach so einer Leistung zu verlieren.“

Das könnte Sie auch interessieren: OVB Medienhaus verlängert Starbulls Premium-Partnerschaft

Schiedsrichter erstmals in dieser Saison im Vier-Mann-System

Für Kreuzer habe man „das Spiel in Unterzahl verloren“. Passau bekam viele Strafen, wobei sich der frühere Top-Stürmer nicht zu einer Schiedsrichter-Schelte hinreißen lassen wollte. Nur so viel: „Das war nicht einstimmig.“ Natürlich war er mit der Leistung der Unparteiischen, die erstmals in dieser Saison im Vier-Mann-System agierten, nicht einverstanden.
Das erste große Powerplay zeigte schon, dass sich die Rosenheimer schwer taten, auch wenn es zur 1:0-Führung führte. Simon Heidenreich traf aus kurzer Distanz nach einem Rückpass von Curtis Leinweber. Und als Tobias Meier in Überzahl zum 2:0 traf und Leinweber das 3:0 nachlegte, schien die Partie schon gelaufen – auch wenn Sicinski feststellte: „Wir sind eigentlich nicht in unseren Rhythmus gekommen.“

Beim Stand von 3:3: Andreas Mechel pariert gegen Passau neuen Ausländer Jeffrey Smith glänzend.

Lücken in der Rosenheimer Defensive

Vielleicht lag es daran, dass Dominik Kolb verletzt raus musste. Aber im zweiten Abschnitt taten sich Lücken in der Rosenheimer Defensive auf. „Passau hat mehr Willen gezeigt und mehr Zweikämpfe gewonnen“, wie der Rosenheimer Trainer befand. Jeff Smith traf freistehend, Robin Deuschl mit Hilfe von Starbulls-Goalie Jonas Stettmer – der danach raus musste – und Michael Franz wurde bei seinem 3:3-Ausgleich ebenfalls nicht attackiert. Stettmer-Vertreter Andi Mechel rettete dann einmal gegen Smith, ansonsten wäre Passau sogar in Führung gegangen.

Das 1:0 für die Starbulls Rosenheim durch Simon Heidenreich, der schon wieder zwei Tore erzielte.

Heidenreich sorgte erneut für die Führung

Im letzten Abschnitt waren die Starbulls dann aber wieder konzentrierter und Heidenreich sorgte erneut für die Führung, nachdem zuvor Gibbons und Leinweber das Gestänge trafen. Das 5:3 durch Gibbons sollte für Ruhe sorgen, aber fast im Gegenzug fiel der Passauer Anschluss durch Liam Blackburn. Endgültig entschieden war die Partie, als Gibbons das 6:4 markierte. „Eine gute Mannschaft findet einen Weg, so ein Spiel zu gewinnen“, meinte Sicinski, der mit der jüngsten Starbulls-Bilanz zufrieden sein kann: Von 21 möglichen Punkten haben die Rosenheimer aus den letzten sieben Spielen starke 19 geholt!

Lesen Sie auch: In der Overtime kann es oft schnell gehen

Zwei, die sich kennen: Passaus Neuzugang Jeffrey Smith und Rosenheims Kyle Gibbons, der zwei Tore erzielte.

Spielstatistik: Starbulls Rosenheim – EHF Passau Black Hawks 6:4 (3:0, 0:3, 3:1). Starbulls: Stettmer (ab 28. Mechel) – Krumpe, Vollmayer; Kolb, Gottwald; Draxinger, Dietrich; Beck – Bakos, Baindl, Höller; Gibbons, Leinweber, Daxlberger; Stanik, Heidenreich, Meier; Bosecker, Maierhofer, Bauer.
Tore: 1:0 (6.) Heidenreich/Leinweber – PP1, 2:0 (10.) Meier/Gibbons, Gottwald – PP1, 3:0 (13.) Leinweber/Daxlberger, 3:1 (24.) Smith/Michael Franz, Blackburn, 3:2 (25.) Deuschl/Geiger, Lukas Stettmer, 3:3 (33.) Michael Franz/Rott, Lehner, 4:3 (45.) Heidenreich/Meier, Gibbons, 5:3 (54.) Gibbons/Gottwald – PP1, 5:4 (54.) Blackburn/Smith, König – SH1, 6:4 (58.) Gibbons/Leinweber.
Schiedsrichter: Paule, Rajzic; Strafminuten: Rosenheim 8, Passau 19 plus 10 Disziplinarstrafe für Geiger plus Spieldauerstrafe für Brummer.

Kommentare