Siegi Harrer trainierte Stanley Cup-Gewinner Grubauer, aber: Schneller gelernt hat ein anderer 

Die erstklassige Ausbildung junger Torhüter der Starbulls Rosenheim, ein Beispiel ist Stanley-Cup-Sieger Philipp Grubauer, ist eng verbunden mit Torwarttrainer Siegi Harrer, der am Sonntag seinen 65. Geburtstag feiert.

Rosenheim - Siegi Harrer war früher selbst Eishockey-Profi. Der Torhüter spielte unter anderem von 1974 bis 1979 beim EV und Sportbund Rosenheim. Seit der Saison 1984/85 ist Harrer verantwortlich für die Ausbildung und Entwicklung junger Torwart-Talente.

Was war entscheidend damals Torhütertrainer zu werden?

Siegi Harrer: Da gibt es einen einzigen Namen: Hans Zach. Der Hans hat mich damals, als er die Junioren in Rosenheim trainierte, animiert als Torwarttrainer anzufangen.

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Welche Besonderheiten bestehen in der Arbeit mit Torhütern im Vergleich zu Feldspielern?

Harrer: Der Eishockey-Torhüter hat sehr große Ähnlichkeiten in den athletischen Anforderungen mit einem Tennisspieler. Im Bereich der Athletik bestehen ganz andere Anforderungen als bei Feldspielern, die ja alle 30 bis 60 Sekunden wechseln können. Ein Torhüter kann das nicht. Dann gibt es sehr viele Techniken, die mit einem Feldspieler nichts zu tun haben. Der Headcoach hat in der Regel weder die Kenntnisse, noch Zeit und Muße hier mit seinen Torhüter konstruktiv zu arbeiten.

Hat sich das Torhüterspiel in den letzten Jahren noch einmal verändert?

Harrer: In den letzten fünf Jahren definitiv. Alles ist schneller und athletischer geworden und gerade in der NHL versuchen die Spieler den Puck immer schnell vor das Tor zu bringen. Das heißt, dass sich mehr um das Tor herum abspielt und auf diese Spielweise müssen sich die Torhüter einstellen.

Gab es in Ihrer Zeit als Torwarttrainer einen Musterschüler?

Harrer: Jeder war anders. Als Torwarttrainer lernt man, dass jeder Torwart ist ein Individuum ist. Jeder tickt anders, jeder hat irgendwo andere Stärken. Vom schnellen Lernen war für mich der Marc Seliger der Beste. Er ist ohne viel Ausbildung gekommen und er hat, was er in einer Trainingseinheit gelernt hat, am nächsten Tag wieder abgerufen. 

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Was waren persönlich Ihre bisher schönsten Momente?

Harrer: Als Spieler, das liegt natürlich schon sehr lang zurück, habe ich mit meinem Heimatverein SC Reichersbeuern die deutsche Schülermeisterschaft gewonnen. Und dann natürlich der Aufstieg mit dem EV Rosenheim in die 1. Bundesliga. Ich war auch mal drei Jahre in Wolfsburg und wir haben das DEL-Finale erreicht, das war damals ein Riesenerfolg. Und natürlich der Stanley-Cup-Gewinn von Philipp Grubauer, der ja lange Jahre unter meinen Fittichen war. Das ist schon etwas ganz Besonderes, wenn so ein Bursch das höchste im Eishockey erreicht, was es zu erreichen gibt.

Was machen Sie an Ihrem Geburtstag?

Harrer: Ich habe meinen 60. Geburtstag größer gefeiert und wollte den 65. jetzt zusammen mit meiner Familie mit meiner Frau, meinen Kindern und den Enkelkindern feiern, aber so wie es jetzt aussieht fällt das leider ins Wasser.

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