Starbulls-Coach Sicinski nach dem mühvollen 2:1-Heimsieg: „Wir haben noch viele Baustellen“

Der 1:1-Ausgleich durch Michael Baindl (vorne), der den Pass von Alexander Höller (hinten) unhaltbar ins Sonthofener Tor verlängerte. Ziegler

Es war der dritte Sieg in Folge für die Starbulls Rosenheim in der Eishockey-Oberliga Süd, aber die Miene von Trainer John Sicinski bei der Pressekonferenz passte nicht dazu.

Rosenheim – Die Miene passte eher zu den Worten, mit denen der Rosenheimer Coach sein Statement begann: „Wir freuen uns über die drei Punkte, aber wir haben noch viele Baustellen“, sprach Sicinski nach dem 2:1-Heimsieg über den ERC Sonthofen.

Rund 30 Schüsse der Allgäuer geblockt

Was mag sich der Rosenheimer Trainer gedacht haben, als sich Gäste-Coach Martin Ekrt zum Spiel geäußert hatte und davon sprach, dass „wir einfach mehr Tore schießen müssen“? Laut Sonthofens Trainer hatten die Starbulls gut verteidigt und rund 30 Schüsse der Allgäuer geblockt. „Das spricht für den Gegner, was die Defensive angeht“, so Ekrt. Auf der anderen Seite verhält es sich bei den Rosenheimern ähnlich wie beim FC Bayern mit Robert Lewandowski: Ohne die erste Reihe wären die Grün-Weißen hilflos. Wieder einmal entsprangen beide Treffer daraus. Das 1:1 erzielte Kapitän Michael Baindl nach einem kurzen, präzisen Anspiel von Alex Höller. Beim 2:1 schoss Tobi Draxinger hoch ins rechte Eck, nachdem Baindl die Scheibe serviert hatte.

Da hatten die Rosenheimer ihre schwache Phase überwunden und waren im Spiel drin. Zuvor war es grausam anzusehen, was die Gastgeber da fabrizierten. „Sonthofen hat uns 17 Minuten unter Druck gesetzt, wir waren immer einen Schritt zu spät oder haben die falschen Entscheidungen getroffen“, kritisierte Sicinski. Eigene Torabschlüsse? So gut wie nicht vorhanden. „Das 1:1 hat uns dann einen Schub gegeben“, so der Starbulls-Trainer. Er fordert aber: „Wir müssen schauen, dass wir von Anfang an bereit sind und nicht erst nach 17 Minuten - das kann uns ein Spiel kosten.“

Dass es danach etwas besser wurde, allerdings auch noch längst nicht das Gelbe vom Ei war, das ist Sicinski klar: „Es geht um die Art und Weise, wie wir spielen. Und ich bin der Meinung: Wir können mehr!“ Das müssen seine Spieler aber nun auch abrufen. Denn nicht immer reicht es, zwei Tore zu erzielen und viele Schüsse zu blocken. Beziehungsweise sich auf den Torwart zu verlassen, denn Luca Endres war mehrfach zur Stelle, so auch 55 Sekunden vor Schluss, als Sonthofen - dort gab Daniel Maly, der Sohn von Ex-SBR-Verteidiger Miroslav sein Debüt - durch Jaden Schubert noch eine dicke Gelegenheit zum Ausgleich hatte.

Trainer-Lob für Torhüter Endres

„Endres hat eine starke Partie gespielt“, sagte Sicinski - und wurde gleich noch ein Lob los. Diesmal an die Zuschauer: „Die haben uns super angefeuert, obwohl das Spiel nicht schön anzuschauen war.“

Statistik: Starbulls Rosenheim - ERC Sonthofen Bulls 2:1 (1:1, 1:0, 0:0). Starbulls: Endres (Steinhauer) - Bergmann, Vollmayer; Draxinger, Krumpe; Linden, Heidenreich (Enk) - Slezak, Baindl, Höller; Daxlberger, Henriquez, Mitchell; Litesov, Bucheli, Zick; Danzer, Wellhausen, Steinmann.

Tore: 0:1 (6.) Noack/May, Patocka, 1:1 (18.) Baindl/Höller, Slezak, 2:1 (31.) Draxinger/Baindl, Slezak; Schiedsrichter: Feistl; Strafminuten: Rosenheim 4, Sonthofen 4; Zuschauer: 1720.

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